Heute Abend wurden die wichtigsten Preise für den deutschen Film in Berlin verliehen. Maren Ades mit "Toni Erdmann" gewann in den wichtigsten Kategorien mit dem Drehbuch, Regie und bester Film. Alle drei platzierte Lola´s gingen an Filme mit weiblichen Regisseurinnen.
Somit wurde die Lola ihrem Name nur gerecht.

Der Deutsche Filmpreis, LOLA, ist einer der renommiertesten Preise und mit insgesamt fast drei Millionen Euro Preisgeld der höchstdotierte deutsche Kulturpreis für den deutschen Film. Die LOLA wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, vergeben, nachdem die mehr als 1800 Mitglieder der Deutschen Filmakademie, die aus allen künstlerischen Sparten der Filmbranche stammen, über die Gewinner abgestimmt haben.

Die Moderation des Abends lag bei Jasmin Tabatabai. Die Verleihung ist eine Veranstaltung der Deutschen Filmakademie
in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM), produziert von der DFA Produktion. Das ZDF überträgt die Veranstaltung im
Berliner Palais am Funkturm aktuell heute Abend.

 
In der Kategorie "Beste weibliche Nebenrolle" erhielt Fritzi Haberlandt die LOLA für ihre Mitwirkung in dem Film "Nebel im August", die Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenromans von Robert Domes. Das Drama erzählt die Geschichte des Jungen Ernst Lossa, der 1944 in einer "Heilanstalt" ermordet wurde. "Nebel im August" ist eine Produktion der collina filmproduktion gmbh (Produzent: Ulrich Limmer) in Koproduktion mit dem ZDF (Redaktion: Caroline von Senden), gefördert von FilmFernsehFonds Bayern, Filmförderungsanstalt, Film- und Medienstiftung NRW, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Österreichisches Filminstitut, Filmstandort Austria, Filmfonds Wien und Eurimages.

In der Kategorie "Bester Kinderfilm" wurde die Kino-Koproduktion "Auf Augenhöhe" beim Deutschen Filmpreis 2017 mit der LOLA ausgezeichnet. Der Preis ging an das Produzenten-Duo Martin Richter und Christian Becker. Heimkind Michi muss sich in seiner Wohngruppe behaupten und den Respekt der anderen Kids erkämpfen. Als er die Adresse seines bisher unbekannten Vaters findet, erfüllt sich sein größter Traum – bis er erfährt, dass sein Vater Tom kleinwüchsig ist. Das Drama, das von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichnet wurde, entstand 2015 im Rahmen der Initiative "Der besondere Kinderfilm" und wird gefördert von ZDF und KiKA, sowie FFF Bayern, BKM, Film- und Medienstiftung NRW, FFA und DFFF. Die Redaktion im ZDF liegt bei Irene Wellershoff und Ina Werner.

Die ZDF/3sat-Koproduktion "Cahier africain" erhielt die LOLA in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm". Die Schweizer Filmemacherin Heidi Specogna folgt in ihrem Film den Schicksalen von Frauen im kriegszerrütteten Zentralafrika. Ausgangspunkt ist ein Heft, in dem die Verbrechen kongolesischer Söldner an Frauen, Mädchen und Männern dokumentiert werden. Über sieben Jahre hinweg begleitete Specogna die Protagonistinnen ihres Films, die weiterhin mit den Spätfolgen der Gewalt kämpfen. "Cahier africain" wurde im Dezember 2016 mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis und kurz davor mit zwei Preisen auf dem Filmfestival DOK Leipzig ausgezeichnet. Die Redaktion haben Katya Mader und Udo Bremer.

Bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises heute Abend in Berlin wurden sieben
filmstiftungsgeförderte Produktionen mit insgesamt 17 Lolas ausgezeichnet. Allein
sechs Lolas gingen an den Oscar-nominierten „Toni Erdmann“ von Maren Ade, vier Lolas
gingen an Festivalliebling „Wild“ von Nicolette Krebitz, und mit je zwei Lolas waren
„Das kalte Herz“ von Johannes Naber und „Paula“ von Christian Schwochow erfolgreich.
Weitere Lolas gingen an „Auf Augenhöhe“ von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf,
„Cahier Africain“ von Heidi Specogna und „Nebel im August“ von Kai Wessel. In
geheimer Wahl waren die Preisträger zuvor durch die rund 1.800 Mitglieder der
Deutschen Filmakademie ermittelt worden.

„Wow, was für ein Abend! 17 Filmpreise für sieben Filme, deren Entstehung wir
unterstützen durften. Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträgerinnen und
Preisträger für ihre außergewöhnlichen Leistungen, herzlichen Glückwunsch ganz
besonders an Maren Ade und Nicolette Krebitz, die die überzeugenden Gewinnerinnen
des Abends sind“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung
NRW. „Und einen besonderen Dank an die Fi‎lmakademie, die das Filmschaffen dieses
starken Filmjahres heute Abend so wundervoll in Szene gesetzt hat‎."

Die Lolas für filmstiftungsgeförderte Produktionen im Einzelnen:
„Toni Erdmann“ von Maren Ade: Lola in Gold für Bester Film, Beste Regie, Bestes
Drehbuch (Maren Ade), Beste weibliche Hauptrolle (Sandra Hüller), Beste männliche
Hauptrolle (Peter Simonischek), Bester Schnitt (Heike Parplies). Produktion:
Komplizen Film in Koproduktion mit coop99Filmproduktion und Missing Link Films.
„Wild“ von Nicolette Krebitz: Lola in Bronze für den Besten Film, Beste männliche
Nebenrolle (Georg Friedrich), Beste Kamera/Bildgestaltung (Reinhold Vorschneider),
Beste Tongestaltung (Rainer Heesch, Christoph Schilling, Martin Steyer). Produktion:
Heimatfilm.
„Paula“ von Christian Schwochow: Lola für Bestes Szenenbild (Tim Pannen) und Bestes
Kostümbild (Frauke Firl). Produktion: Pandora Filmproduktion in Koproduktion mit
Alcatraz Films (F) und Kinderfilm.
„Das kalte Herz“ von Johannes Naber: Lola für Bestes Maskenbild (Kathi Kullack) und
Beste Filmmusik (Oli Biehler). Produktion: Schmidtz Katze Filmkollektiv.
„Nebel im August“ von Kai Wessel: Lola für Beste weibliche Nebenrolle (Fritzi
Haberlandt). Produktion: collina filmproduktion unter Beteiligung des ZDF.
„Auf Augenhöhe“ von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf: Lola als Bester
Kinderfilm. Produktion: Rat Pack Filmproduktion in Koproduktion mit Westside
Filmproduktion und Martin Richter Filmproduktion.
„Cahier Africain“ von Heidi Specogna: Lola als Bester Dokumentarfilm. Produktion: PS
Film in Koproduktion mit Filmpunkt.

SCHNITTMEISTERIN MONIKA SCHINDLER ERHÄLT DEN EHRENPREIS FÜR HERAUSRAGENDE VERDIENSTE UM DEN DEUTSCHEN FILM

Die renommierte Filmeditorin Monika Schindler wird bei der Verleihung des DEUTSCHEN FILMPREISES am 28. April mit dem Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film ausgezeichnet.

„Wenn man ihre Filmographie liest, müsste man vermuten, sie hätte die Hundert weit überschritten. Erlebt man sie bei ihrer Arbeit, sprüht sie vor jugendlicher Euphorie. Ost und West, Dokumentar- und Spielfilm, analog und digital – Monika Schindler hat so viel und vielseitige deutsche Filmgeschichte geschaffen, dass einem der Atem stockt“, begründet Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Vorsitzende der Ehrenpreisjury, die Wahl.

Weit mehr als 100 Spiel-, Dokumentar- und Fernsehfilme gehen auf das Konto der Berliner Schnittmeisterin, die für ihre kreative und beeindruckende Montagearbeit bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Ihre Karriere beginnt die gebürtige Berlinerin Mitte der 1950er Jahre mit einer Ausbildung als Filmfotografin im DEFAStudio für Spielfilme. Nach einem Schnitt-Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in PotsdamBabelsberg kehrt sie zur DEFA zurück, wo sie im Laufe der Jahre eine der angesehensten Fachkräfte des Spielfilmstudios wird und eng mit den DEFARegisseuren Roland Gräf (u.a. DAS HAUS AM FLUSS, DER TANGOSPIELER), Herrmann Zschoche und Günter Reisch zusammenarbeitet.

Nach der Wende setzt Monika Schindler ihre Karriere fort. 2000 gewinnt sie für HANS WARNS – MEIN 20. JAHRHUNDERT (1999, Regie: Gordian Maugg) den Deutschen Filmpreis, ein Jahr später folgt der Deutsche Schnitt-Preis für DIE POLIZISTIN von Andreas Dresen, für den sie zuvor NACHTGESTALTEN (1999) montiert hat. Auch mit der Regisseurin Helma Sanders-Brahms arbeitet sie mehrfach (erstmals bei APFELBÄUME, 1992), sie schneidet Georg Maas‘ NEUFUNDLAND (2003), Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm ALPHABET (2013) sowie FREIER FALL (2013) von Stephan Lacant, mit dessen Film FREMDE TÖCHTER sie derzeit im Schnitt ist. 2013 wird ihr von der DEFA-Stiftung der Preis für herausragende Leistungen im deutschen Film verliehen.

Die Wahl des Ehrenpreises erfolgt durch eine Auswahlkommission, die der Vorstand aus den Mitgliedern, den Fördermitgliedern und dem Freundeskreis der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE bestimmt hat. Der diesjährigen Kommission gehörten Iris Berben (Schauspielerin und Präsidentin der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE), Anja Dihrberg (Mitglied der DFA/Casting Director), Andreas Dresen (Mitglied der DFA/Regisseur), Alfred Holighaus (Ehrenmitglied der DFA), Martin Kochendörfer (Fördermitglied der DFA/Verleiher), Rainer Rother (Freund der DFA/Leiter der Deutschen Kinemathek), Antje Kronacher (Freundin der DFA/ Inhaberin der Künstleragentur Schlag), David Slama (Mitglied der DFA/Kameramann), Martin Steyer (Mitglied der DFA/Tongestaltung) und Ina Weisse (Mitglied der DFA/Schauspielerin & Regisseurin) an.

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Von admin

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