Neuer Wohnraum am Hamburger Platz: GESOBAU und DMSW schließen Nachverdichtung in Pankow ab

Mit der Fertigstellung zweier Neubauten am Hamburger Platz in Berlin-Pankow ist ein weiteres Kapitel der städtischen Wohnraumentwicklung abgeschlossen. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU AG hat gemeinsam mit dem Berliner Architekturbüro DMSW Architekten ein Nachverdichtungsprojekt realisiert, das neuen Wohnraum schafft und zugleich den Charakter eines gewachsenen Quartiers bewahren soll.

Die beiden Gebäude in der Jacobsohnstraße und der Frieda-Seidlitz-Straße ergänzen die bestehende Wohnsiedlung aus den 1950er Jahren um insgesamt 123 Wohnungen. Rund 7.135 Quadratmeter Wohnfläche sowie etwa 400 Quadratmeter Gewerbefläche im Erdgeschoss sind entstanden. 97 Wohnungen wurden barrierefrei geplant. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Entwicklung rund um den Hamburger Platz, bei der neben Neubauten auch die Modernisierung bestehender Gebäude und Aufstockungen eine Rolle spielen.

Die städtebauliche Herausforderung lag darin, zusätzlichen Wohnraum innerhalb eines bestehenden Quartiers zu schaffen, ohne die vorhandenen Strukturen zu verdrängen. An der Jacobsohnstraße verbindet ein schmaler Gebäuderiegel bestehende Zeilenbauten miteinander und schafft neue räumliche Qualitäten zwischen den Gebäuden. Ein Laubengang übernimmt dabei nicht nur die Erschließung, sondern dient auch als gemeinschaftlicher Aufenthaltsbereich. Die dort entstandenen Wohnungen richten sich vor allem an kleinere Haushalte.

Der Neubau an der Frieda-Seidlitz-Straße ergänzt das Ensemble mit größeren Wohnungen für Familien. Die unterschiedlichen Wohnungstypen sollen den vielfältigen Bedürfnissen in einem urbanen Quartier Rechnung tragen. Insgesamt setzt das Projekt auf eine Mischung aus kleineren und größeren Grundrissen, um verschiedene Lebenssituationen abzubilden.

Ein zentraler Aspekt des Vorhabens ist die Verbindung von Wohnungsbau und Nachhaltigkeit. Die Gebäude wurden nach dem Energiestandard KfW 40 errichtet und verfügen über Photovoltaik- sowie Solarthermieanlagen. Auch die Außenbereiche wurden neu gestaltet: Spielmöglichkeiten, Fahrradstellplätze, Sitzgelegenheiten und eine optimierte Beleuchtung sollen die Aufenthaltsqualität im Quartier verbessern.

Die Planung wurde von einer Beteiligung der Bewohnerschaft begleitet. Anregungen aus der Nachbarschaft flossen in die weitere Entwicklung ein. Dieser Ansatz ist bei Nachverdichtungsprojekten von besonderer Bedeutung, da neue Wohnungen häufig in bereits etablierten Wohngebieten entstehen und damit unmittelbar in bestehende soziale Strukturen eingreifen.

Bei der Schlüsselübergabe waren unter anderem Christian Gaebler, der Pankower Baustadtrat Cornelius Bechtler, GESOBAU-Vorstandsmitglied Lars Holborn sowie DMSW-Geschäftsführerin Julia Dahlhaus anwesend. Mit der Fertigstellung zeigt das Projekt exemplarisch, wie Berliner Quartiere durch behutsame Ergänzung weiterentwickelt werden können: nicht durch den Neubau isolierter Wohnanlagen, sondern durch die Verbindung von Bestand, Modernisierung und zusätzlichem Wohnraum.

Von admin