Basketball-WM in Berlin: USA holen zwölften Titel, Deutschland wird Vierter
Berlin hat zehn Tage lang den Mittelpunkt des internationalen Frauenbasketballs gebildet. Zum Abschluss der FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 setzte sich die USA in der Berliner Arena mit 97:79 gegen Frankreich durch und gewann damit zum zwölften Mal den Weltmeistertitel. Für die Vereinigten Staaten war es zugleich der fünfte WM-Triumph in Folge. 12.223 Zuschauer sahen das Finale in der Hauptstadt.
Dabei begann der Abend nicht nach dem Drehbuch der Favoritinnen. Frankreich erwischte den besseren Start und lag zwischenzeitlich mit 14 Punkten vorn. Die Amerikanerinnen fanden jedoch noch vor der Pause zurück ins Spiel und übernahmen nach dem Seitenwechsel zunehmend die Kontrolle. Jackie Young erzielte 18 Punkte, holte sechs Rebounds und gab fünf Assists. Überragende Spielerin des Finals war erneut Breanna Stewart mit 22 Punkten und zehn Rebounds. Ihre Leistung hatte auch historische Bedeutung: Stewart wurde als erste Spielerin zum zweiten Mal zur TISSOT-MVP einer Weltmeisterschaft gewählt.
Frankreich musste sich trotz der Niederlage nicht mit einer Nebenrolle begnügen. Die Mannschaft stand erstmals in einem WM-Finale und erreichte damit die beste Platzierung ihrer Geschichte. Angeführt wurde sie im Turnier von Gabby Williams, die ebenso wie Stewart, Young, Spaniens Iyana Martin und die deutsche Leonie Fiebich in das All-Star Five berufen wurde.
Für Deutschland endete das Heimturnier mit dem vierten Platz. Im Spiel um Bronze unterlag die Mannschaft Spanien mit 58:81. Iyana Martin war mit 22 Punkten die prägende Spielerin der Partie. Für Spanien war es bereits die vierte Medaille bei den vergangenen fünf Weltmeisterschaften. Deutschland verpasste damit zwar das Podium, erreichte aber zugleich die beste Platzierung der eigenen WM-Geschichte.
Der vierte Platz der Gastgeberinnen steht dabei im Zusammenhang mit einem bemerkenswerten Turnierverlauf. Deutschland spielte erstmals seit 1998 wieder eine Frauen-Weltmeisterschaft auf heimischem Boden. Schon zum Auftakt gegen Spanien war die Berliner Arena mit 12.550 Zuschauern ausverkauft. Die Partie wurde damit zu einem der bestbesuchten Spiele der jüngeren WM-Geschichte. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.
Auch insgesamt erwies sich Berlin als ungewöhnlich starker Standort für das Turnier. 236.015 Zuschauer kamen zu den Spielen in der Hauptstadt. Damit wurde der bisherige Besucherrekord von 145.519 Zuschauern aus dem Jahr 2022 deutlich übertroffen. Im Schnitt verfolgten 6.556 Menschen jedes Spiel vor Ort. Gespielt wurde vom 4. bis 13. September in der Berlin Arena und der Max-Schmeling-Halle.
Die Dimension des Turniers war dabei größer als bei früheren Ausgaben. Erstmals traten 16 statt zwölf Mannschaften an. Berlin wurde damit für zehn Tage zur Bühne einer Sportart, deren internationale Bedeutung insbesondere im Frauenbereich deutlich gewachsen ist. Dass ausgerechnet die deutsche Mannschaft bis ins Halbfinale vorstieß und die USA und Frankreich das Finale vor einer vollen Arena bestritten, verlieh dem Turnier auch aus deutscher Sicht Gewicht.
Am Ende blieb dennoch eine vertraute Ordnung bestehen. Die USA verteidigten ihre Vormachtstellung, Frankreich feierte den größten Erfolg seiner WM-Geschichte, Spanien gewann Bronze und Deutschland belegte Platz vier. Dahinter folgten Belgien, Australien, China, Ungarn, Italien, Südkorea, Puerto Rico, Japan, Mali, die Türkei, Tschechien und Nigeria. Berlin aber blieb nicht nur Austragungsort. Mit den Zuschauerzahlen und dem starken Abschneiden der Gastgeberinnen hat die Hauptstadt gezeigt, dass Frauenbasketball auch in Deutschland ein großes Publikum erreichen kann.
Breanna Stewart schreibt in Berlin WM-Geschichte
Breanna Stewart hat sich bei der FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 endgültig in die Geschichte des Frauenbasketballs eingetragen. Die US-Amerikanerin wurde als erste Spielerin überhaupt zum zweiten Mal mit dem TISSOT MVP-Titel einer Weltmeisterschaft ausgezeichnet. Bereits 2018 in Teneriffa war Stewart als wertvollste Spielerin des Turniers geehrt worden. Acht Jahre später wiederholte sie diesen Erfolg in Berlin und führte die USA zum fünften WM-Titel in Folge und zum insgesamt zwölften Triumph.
Im Finale gegen Frankreich unterstrich Stewart ihre Ausnahmestellung mit einer Double-Double-Leistung aus 22 Punkten und zehn Rebounds. Über das gesamte Turnier kam die erfahrene Forward-Spielerin auf durchschnittlich 12,8 Punkte, 7,3 Rebounds und 2,8 Assists pro Partie. Ihre durchschnittliche Effektivitätsbewertung lag bei 18,8.
An ihrer Seite überzeugte Jackie Young, die im Endspiel ebenfalls eine entscheidende Rolle übernahm. Sie erzielte 18 Punkte, holte sechs Rebounds und verteilte fünf Assists. Im gesamten Turnier kam Young auf durchschnittlich 12,3 Punkte, 3,7 Rebounds und 3,2 Assists.
Für Frankreich war Gabby Williams eine der prägenden Figuren des Turniers. Die Forward-Spielerin führte ihre Mannschaft erstmals in ein WM-Finale und überzeugte dabei nicht nur offensiv. Mit durchschnittlich 18,7 Punkten, 4,8 Rebounds, 4,0 Assists und 2,8 Steals erreichte Williams eine Effektivitätsbewertung von 22,8 und gehörte damit zu den auffälligsten Spielerinnen des Turniers.
Spaniens Iyana Martin feierte in Berlin ihr WM-Debüt und wurde mit erst 20 Jahren zu einer der Entdeckungen des Turniers. Die Guard-Spielerin führte Spanien mit durchschnittlich 17,5 Punkten als beste Werferin an und war zugleich mit 4,2 Assists und 2,2 Steals pro Spiel die beste Passgeberin und Balldiebin ihres Teams. Spanien belohnte sich dafür mit dem dritten Platz.
Auch die Gastgeberinnen stellten eine Spielerin im All-Star Five. Leonie Fiebich gehörte zu den konstantesten deutschen Akteurinnen und spielte mehr als 30 Minuten pro Partie. Mit 9,9 Punkten, 8,6 Rebounds und 3,6 Assists im Schnitt kam sie auf eine Effektivitätsbewertung von 14,6. Deutschland verpasste zwar die erste WM-Medaille der Geschichte, erreichte mit Platz vier aber dennoch das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft.
Für Berlin war das Turnier damit nicht nur sportlich ein Erfolg. 236.015 Zuschauer kamen zu den Spielen in der Hauptstadt und sorgten für einen neuen Besucherrekord bei einer Frauen-Weltmeisterschaft. Die Berliner Arena wurde insbesondere bei den Spielen der deutschen Mannschaft zum Treffpunkt für ein großes Publikum. Das Finale zwischen den USA und Frankreich bildete den Schlusspunkt eines Turniers, bei dem Berlin für knapp zwei Wochen zur internationalen Bühne des Frauenbasketballs wurde.
