Berliner Handschrift in Köpenick: Kristof Mulack übernimmt das „Clash Kitchens & Bar“

Wenn die Abendsonne über der Dahme steht und sich das Licht im Wasser spiegelt, herrscht im neuen „Clash Kitchens & Bar“ im NYX Hotel Berlin Köpenick ein eigener Rhythmus. Zwischen offenen Weinflaschen, urbaner Kunst und dem Blick auf das Schloss beginnt hier ein neues kulinarisches Kapitel: Der Berliner Koch Kristof Mulack hat die Küche übernommen – und bringt die Hauptstadt jetzt mit unverwechselbarer Handschrift an den Tisch.

Mulack ist kein Unbekannter. Seit seinem Sieg bei der dritten Staffel der Sat.1-Show The Taste im Jahr 2015 hat er sich als Charakterkopf der Berliner Gastronomie etabliert. Mit der „Tisk Speisekneipe“ schuf er ein Konzept, das Berliner Klassiker modern interpretierte und 2018 mit dem Titel „Szenerestaurant des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Nun kehrt er mit einem klaren Bekenntnis zur Heimat zurück: „Neue Berliner Küche – kreativ, regional und kompromisslos“ lautet sein Motto.

Wer ihn erlebt, spürt schnell, dass diese Küche mehr ist als eine Stilfrage. Mulack kocht laut, ehrlich und ohne Umwege. Seine Gerichte erzählen Geschichten, oft mit einem Augenzwinkern, immer mit Haltung. Auf der neuen Karte stehen Blutwurst-Kroketten auf geräuchertem Apfelmus, Königsberger Klopse mit gebackenen Kapernäpfeln oder Rote Grütze mit Amarenakirschen und Tapiokaperlen. Es sind vertraute Aromen, die er präzise neu zusammensetzt – bodenständig und gleichzeitig weltoffen.

„Ich will Menschen an einen Tisch bringen – mit Essen, das verbindet, bewegt und unterhält“, sagt Mulack. Seine Küche sei „ehrlich, kreativ, mit Ecken und Kanten“. Dieses Selbstverständnis prägt auch die Atmosphäre im Restaurant. Kein aufgesetzter Glamour, sondern geerdete Professionalität. Hier darf es nach Leben riechen, nach Feuer, Fett und Gewürz.

Mit Mulacks Einzug vollzieht das „Clash Kitchens & Bar“ einen Wechsel, der Programm ist. Das Restaurant versteht sich als Bühne für wechselnde Gastropatinnen und -paten. Graciela Cucchiara, die das Haus mit italienisch-argentinischem Esprit eröffnete, bleibt symbolisch präsent – ihr Signature Dish, der „Polpo con Crema di Patate“, bleibt auf der Karte. So entsteht ein fortlaufendes kulinarisches Erbe, das die Geschichte des Hauses weiterschreibt.

Das Setting unterstützt diese Idee: 168 Plätze im Innenraum, 100 auf der Terrasse, ein Blick auf die Dahme – ein Ort, der das Berlin zwischen Szene und Wasser spürbar macht. Die neue Karte bleibt bis März 2026, saisonal geprägt mit Gerichten wie Selleriesuppe „Waldorf Style“ oder Bratapfel-Crumble.

Im Gespräch wirkt Mulack konzentriert, fast handwerklich-besessen. Er spricht von Produktqualität, von kurzen Wegen, von der Verantwortung, regional zu kochen, ohne provinziell zu werden. „Ich liebe es, wenn Geschmack eine Geschichte erzählt. Am besten eine aus Berlin“, sagt er.

Mit dieser Haltung fügt sich der 37-Jährige in die Idee des NYX-Hotels, das Kunst, Musik und Kulinarik bewusst verzahnt. Das Haus, erst im Mai 2025 eröffnet, versteht sich als Treffpunkt für urbane Reisende, Kreative und Geschäftsleute – ein Ort zwischen Business und Bohème. Mulacks Küche liefert dafür den passenden Ton: kraftvoll, direkt, ohne Manierismus.

Wer das „Clash Kitchens & Bar“ besucht, erlebt nicht nur ein neues Menü, sondern ein Statement. Köpenick ist plötzlich ein Stück kulinarisches Berlin – ehrlich, laut und charmant ungeschliffen. Genau so, wie Kristof Mulack kocht.

Von admin