Chou Chou: Französische Klassiker, Berliner Atmosphäre
Chou Chou im Hilton Hotel Gendarmenmarkt: Französische Brasserie-Küche mitten in Berlin
Mitten im historischen Zentrum Berlins, direkt am Gendarmenmarkt, liegt das Chou Chou im Hilton Gendarmenmarkt. Das Restaurant verbindet die klassische französische Brasserie mit regionalen Produkten und einer modernen Mischung aus Berliner Charme und französische Extravaganz. Dazu kommen ein gemütliches Interieur, Eleganz und ein Service, der den Abend spürbar prägt.
Die Speisekarte ist deutlich umfangreicher, als es der erste Blick auf die französischen Klassiker vermuten lässt. Bei den Vorspeisen reicht das Angebot vom Chou Chou Beef Tartare aus Nordlandrind mit Spreewaldgurken und Onsen-Ei über einen Wildkräutersalat mit karamellisiertem Saint-Agur-Blauschimmelkäse, gerösteten Nüssen, Weintrauben und Himbeervinaigrette bis hin zu vegetarischer Mushroom Pâté mit Austernpilzen, Champignons, Pflaume, Frisée und Gurke. Dazu kommen Garnelen in Knoblauch-Thymian-Butter mit Cocktailsauce, karamellisierte Feigen-Tarte mit Picandou-Ziegenkäse sowie klassische Enten-Rillettes mit Baguette, Chutney und Spreewaldgurken.
Wir entscheiden uns für das Beef Tartare und die karamellisierte Feigen-Tarte. Das Tatar aus Nordlandrind ist fein abgeschmeckt und wird durch die Spreewaldgurken und das Onsen-Ei interessant ergänzt. Die Feigen-Tarte setzt dagegen auf den Kontrast von süßer Frucht, cremigem Ziegenkäse und einer leicht würzigen Honig-Senf-Vinaigrette.

Auch bei den Hauptgerichten bleibt die Karte vielseitig. Mit dem Zander von der Havel, Ofenkohl, Grenaille-Kartoffeln, Leinöl und Zitronen-Velouté findet sich ein Gericht mit starkem regionalem Bezug. Die Chou Chou Bouillabaisse kombiniert Steinbutt-Fumet, Zander, Ostseegarnele und geräucherten Aal. Vegetarier können zum Beispiel das NoBeef Bourguignon mit Redefine Flanksteak, Silberzwiebeln, Karotten, Knollensellerie und Pilzen wählen.
Daneben stehen klassische französische und europäische Gerichte auf der Karte. Das Coq au Vin wird mit Riesling, Grenaille-Kartoffeln, glasierten Karotten und eingelegten Silberzwiebeln serviert. Das Granny’s Schnitzel setzt auf lokales Havelländer Apfelschwein und Bratkartoffeln. Hinzu kommt eine Quiche Lorraine mit Speck und Gruyère. Bei den Steaks reicht die Auswahl vom 180 Gramm schweren Filet über das 250 Gramm schwere Entrecôte bis zum 550 Gramm schweren T-Bone. Für den großen Auftritt gibt es das 500 Gramm schwere Chateaubriand aus Simmentaler Wolowina, einer traditionellen alpinen Rinderrasse, die für kräftigen Geschmack und feine Marmorierung steht. Als „Terre & Mer“ lässt sich das Angebot zudem um King Prawns ergänzen.
Wir entscheiden uns für das Chateaubriand. Das 500 Gramm schwere Stück Fleisch wird nicht einfach fertig portioniert serviert, sondern direkt am Tisch für den Gast persönlich tranchiert. Der klassische Service wird damit zu einem kleinen kulinarischen Ritual und unterstreicht den besonderen Charakter dieses Gerichts. Dazu wählen wir Sauce Béarnaise und Truffled Frites. Die Pommes werden mit schwarzem Pfeffer, Comté und Trüffel-Mayonnaise serviert und geben dem Gericht eine zusätzliche aromatische Tiefe. Alternativ stehen verschiedene Saucen wie Pfeffer, Kräuterbutter, Rotweinjus oder Trüffeljus sowie Beilagen wie Ratatouille, glasierte Karotten, grüner Salat und Grenaille-Kartoffeln zur Verfügung.
Auch die Dessertkarte bleibt der französischen Linie treu. Die Chocolate Mousse Parfait wird mit frischen Beeren und Coulis serviert, die Crème brûlée mit ihrer knusprigen Karamellschicht gehört zu den Klassikern. Hinzu kommen Crêpes Suzette mit Grand Marnier und Vanilleeis sowie ein Käse-Plateau mit französischen und deutschen Käsesorten, Weintrauben und Walnüssen. Eine besondere Variante ist die Chou Chou Tarte Tatin, die zum Teilen gedacht ist und mit frischer Eiscreme serviert wird.
Wir wählen die Crème brûlée und die Crêpes Suzette. Während die Crème brûlée mit dem klassischen Wechsel zwischen krachender Karamellschicht und cremiger Textur überzeugt, bringen die Crêpes Suzette mit Grand Marnier noch einmal die französische Desserttradition auf den Tisch.
Wer den Abend anschließend verlängern möchte, findet auf der Getränkekarte eine umfangreiche Auswahl französisch inspirierter Cocktails. St-Germain Spritz, French Martini, Kir Royale, French 75 und La Vie en Rose gehören zu den Aperitifs. Bei den Signature Cocktails finden sich unter anderem Parisian Old Fashioned, Calvados Sour, French Negroni, Gimlet de Provence, Boulevardier Parisian und Hurricane de Paris. Auch alkoholfreie Varianten wie Jardin Fizz, Parisian Lemonade, Martini à la Passion und Coffee Martini stehen zur Auswahl. Der Lemon Meringue Martini greift sogar die Aromen einer französischen Zitronentarte auf.

Ein wesentlicher Teil des positiven Eindrucks entsteht jedoch nicht auf dem Teller, sondern im Umgang mit den Gästen. Bettina, Supervisor im Chou Chou, begleitet unseren Besuch mit bemerkenswerter Aufmerksamkeit und großer Professionalität. Sie ist präsent, ohne aufdringlich zu sein, kennt die Karte sehr genau und vermittelt mit ihrer sehr herzlichen Art eine angenehme Selbstverständlichkeit. Ihre Erfahrung zeigt sich in vielen kleinen Momenten: bei der Beratung, beim Timing und vor allem in der Art, wie sie den Gästen das Gefühl gibt, wirklich willkommen zu sein. Gerade diese persönliche Handschrift macht aus einem guten Dinner einen gelungenen Abend.
Das Chou Chou passt damit erstaunlich gut an den Gendarmenmarkt. Es ist elegant, aber nicht steif, französisch geprägt, ohne sich in Klischees zu verlieren, und gemütlich genug, um nach dem Essen noch bei einem Cocktail sitzen zu bleiben. Wer klassische Brasserie-Gerichte sucht, findet ebenso Auswahl wie Gäste, die regionale Produkte oder vegetarische Alternativen bevorzugen. Die Karte lässt Raum für ein unkompliziertes Dinner ebenso wie für einen besonderen Abend.
Am Ende bleibt vor allem das Gefühl eines Abends, der von Anfang bis Ende stimmig war: ein schönes Ambiente, eine vielseitige Küche, ein großzügiges Chateaubriand und Desserts, die den französischen Charakter des Hauses noch einmal unterstreichen. Dazu eine Gastgeberin wie Bettina, die mit Erfahrung, Herzlichkeit und professioneller Aufmerksamkeit dafür sorgt, dass man sich im Chou Chou nicht nur gut bewirtet, sondern tatsächlich gut aufgehoben fühlt.
