Die VANDA Pharmaceuticals BERLIN TENNIS OPEN haben am Donnerstag einen ihrer bislang spektakulärsten Turniertage erlebt. Während die deutsche Hoffnung Eva Lys im Achtelfinale ausschied, sorgte die 21-jährige Alexandra Eala mit einem überraschenden Erfolg über die Weltranglistenzweite Elena Rybakina für die Schlagzeile des Tages. Die Philippinerin, die bereits in der ersten Runde die Kroatin Donna Vekic bezwungen hatte, setzte ihren bemerkenswerten Lauf auf dem Berliner Rasen fort und zog erstmals in ihrer Karriere in das Viertelfinale eines WTA-500-Turniers auf Rasen ein.
Der größte Paukenschlag des Tages gelang Eala am Abend auf dem Centre Court. Gegen die als Mitfavoritin auf den Titel gehandelte Elena Rybakina zeigte die Wildcard-Inhaberin eine bemerkenswerte Mischung aus Mut, Präzision und Nervenstärke. Nachdem sie im ersten Satz bereits mit 1:4 zurückgelegen hatte, kämpfte sie sich zurück, gewann sechs der letzten sieben Spiele des Durchgangs und sicherte sich den Satz mit 7:5. Auch im zweiten Satz fand Rybakina nicht zu ihrer gewohnten Dominanz beim Aufschlag. Eala nutzte ihre Chancen konsequent, setzte die Kasachin mit druckvollen Grundschlägen unter Druck und verwandelte schließlich ihren zweiten Matchball zum 6:4-Erfolg. Für die ehemalige Juniorensiegerin der US Open ist es einer der bedeutendsten Siege ihrer bisherigen Laufbahn.
Weniger erfolgreich verlief der Tag für Eva Lys. Die Hamburgerin, die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gerückt war und in Berlin auf die Unterstützung des heimischen Publikums zählen konnte, fand gegen die formstarke Elina Svitolina kaum Mittel. Die Ukrainerin präsentierte sich auf dem schnellen Untergrund äußerst stabil, dominierte die Ballwechsel von der Grundlinie und gewann nach nur 69 Minuten mit 6:3, 6:2. Lys zeigte zwar phasenweise ihre offensive Spielanlage, offenbarte jedoch Defizite in der Bewegung und Konstanz. Nach der Partie verwies sie selbst auf fehlende Fitness und kündigte an, die verbleibenden Tage vor Wimbledon intensiv zur Anpassung an die Rasensaison zu nutzen. Svitolina trifft nun im Viertelfinale auf Eala.
Bereits am Nachmittag hatte Linda Noskova ihre starke Form bestätigt. Die 21-jährige Tschechin ließ der Französin Diane Parry beim 6:2, 6:2 kaum eine Chance und erreichte souverän die Runde der letzten Acht. Noskova zählt seit Monaten zu den aufstrebenden Spielerinnen der Tour und unterstrich in Berlin erneut ihr Potenzial auf schnellen Belägen. Ihre aggressive Grundlinienspielweise und die hohe Präzision beim ersten Aufschlag stellten Parry vor unlösbare Aufgaben.
Im amerikanisch-tschechischen Duell zwischen Madison Keys und Karolina Muchova setzte sich die Australian-Open-Siegerin von 2025 mit 6:4, 7:5 durch. Besonders im zweiten Satz entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der Keys in den entscheidenden Momenten die größere Durchschlagskraft entwickelte. Im Viertelfinale kommt es damit zum rein amerikanischen Duell gegen Jessica Pegula, die sich bereits am Vortag für die Runde der letzten Acht qualifiziert hatte.
Auch im Doppel bot der Turniertag hochklassiges Tennis. Für Coco Gauff und Jessica Pegula endete die gemeinsame Berliner Kampagne trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd im Viertelfinale. Gegen Asia Muhammad und Fanny Stollar verloren die beiden US-Amerikanerinnen nach drei umkämpften Sätzen mit 2:6, 6:3 und 8:10 im Match-Tiebreak. Damit verpasste eines der prominentesten Doppel der Tour den Einzug in die Vorschlussrunde. Ebenfalls das Halbfinale erreichten Ekaterina Alexandrova und Linda Noskova, die das eingespielte Duo Lyudmyla Kichenok und Desirae Krawczyk mit 6:3, 6:3 besiegten.
Mit dem Ausscheiden der letzten deutschen Spielerin richtet sich der Blick nun auf die internationalen Protagonistinnen. Besonders Alexandra Eala hat sich innerhalb weniger Tage vom Außenseiter zur Attraktion des Turniers entwickelt. In einer Phase der Saison, in der viele Topspielerinnen ihre Form für Wimbledon suchen, nutzt die Philippinerin die Bühne in Berlin eindrucksvoll, um sich dauerhaft im Kreis der internationalen Spitzenspielerinnen zu etablieren.
