Karl-Dietmar Plentz erhielt LutherRose 2025 für gesellschaftliche Verantwortung

Die Internationale Martin Luther Stiftung verlieh am 15. November 2025 in Berlin die LutherRose für gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmercourage an den Brandenburger Bäckermeister und Familienunternehmer Karl-Dietmar Plentz. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der 18. LutherKonferenz vergeben, die im Jahr 2025 unter dem Leitmotiv „500 Jahre Bauernkrieg. Reform, Revolte und Marktwirtschaft“ stand. Mit der Ehrung würdigte die Stiftung eine Unternehmerpersönlichkeit, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit einem ausgeprägten ethischen Selbstverständnis verband und damit ein öffentlich sichtbares Beispiel für werteorientiertes Unternehmertum setzte. In der Begründung der Stiftung wurde hervorgehoben, Plentz habe mit seinem beruflichen und gesellschaftlichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl in besonderer Weise verkörpert.

Plentz leitete die Bäckerei & Konditorei Plentz in fünfter Generation. Der Familienbetrieb, 1877 gegründet und bis heute eigenständig geführt, umfasste zu diesem Zeitpunkt elf Filialen im brandenburgischen Landkreis Oberhavel sowie einen Marktstand in Berlin-Spandau. Das Unternehmen galt als fest in der Region verankert und war bereits mehrfach als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet worden. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung nutzte Plentz sein unternehmerisches Netzwerk für gemeinnützige Aktivitäten und soziale Projekte. Besonders hervorgetreten war er mit seinem Engagement im Rahmen des Friedensglocken-Pferdetrecks, einer seit Mai 2025 laufenden Reise nach Jerusalem, die rund 4.800 Kilometer durch elf Länder führte. Der Treck, an dem 30 Teilnehmer mit 20 Pferden und sechs Kutschen beteiligt waren, verfolgte das Ziel, in Jerusalem eine Friedensglocke an die „Hand-in-Hand-Schule“ zu übergeben, um ein Zeichen für Verständigung und friedliche Koexistenz unterschiedlicher Religionen zu setzen. Plentz unterstützte das Projekt durch die Organisation der Versorgung, durch Gespräche mit Menschen entlang der Route sowie durch das Backen und Verteilen von „Friedensbroten“. Leitwort seines Engagements war der Vers „Jaget dem Frieden nach!“ aus dem Hebräerbrief, den er als gesellschaftliche Verpflichtung verstand.

Der Festakt zur Verleihung fand in der Friedenskirche der Stephanus-Stiftung statt. Die Laudatio hielt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Bereits zuvor war die LutherKonferenz im Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel mit einer Podiumsdiskussion eröffnet worden. Diese widmete sich der historischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung des Bauernkriegs. Auf dem Podium diskutierten der ehemalige hessische Ministerpräsident und Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung Roland Koch, der Agrarökonom Adalbert Kienle sowie die australische Historikerin und Oxford-Professorin Lyndal Roper, eine der international renommiertesten Forscherinnen zur Reformationsgeschichte. Einführende Überlegungen steuerte Thomas T. Müller, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt, bei; die Festrede hielt Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die LutherRose war 2025 zum 18. Mal verliehen worden. Der Preis würdigte Persönlichkeiten, die wirtschaftliche Verantwortung mit christlich fundierter Ethik verbanden und damit zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung beitrugen. Zu den früheren Preisträgern zählten unter anderem Heinz-Horst Deichmann, Nicola Leibinger-Kammüller, Margrethe Vestager und Joachim Gauck. Das Symbol des Preises, eine Rose zwischen zwei Löwen, geht auf ein mittelalterliches Glasfenster der Erfurter Augustinerkirche zurück und diente Martin Luther später als persönliches Siegel.

Karl-Dietmar Plentz, Jahrgang 1966, war evangelisch, verheiratet, Vater von fünf Kindern und Großvater. Neben seiner Tätigkeit als Unternehmer wirkte er als Redner und Autor und gehörte seit 2025 dem Kuratorium der Internationalen Martin Luther Stiftung an. Seine Auszeichnung verdeutlichte die Absicht der Stiftung, die Reformation nicht allein als historischen Gegenstand zu betrachten, sondern als Impulsgeber für Gegenwartsfragen, in denen wirtschaftliche Leistungsbereitschaft, soziale Verantwortung und Friedensengagement untrennbar miteinander verbunden sind.

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