Frank Zander zapft das Oktoberfest an: „Nur nach Hause gehen wir nicht!“
Berlin kann auch Wiesn. Und wenn Frank Zander zum Fassanstich bittet, wird aus dem bayerischen Oktoberfest schnell ein sehr Berliner Abend. Am Samstagabend eröffnete der Kultmusiker gemeinsam mit Bernd Siggelkow von der Arche das Oktoberfest 2026 im Hofbräu Wirtshaus Berlin. Um 19 Uhr hieß es: Schlägel in die Hand, Fass ins Visier und ran an den Zapfhahn.
„Habt ihr Durst?“, fragte Zander in die Runde. Die Antwort war im gut gefüllten Wirtshaus ohnehin klar. Dann wurde gemeinsam angepackt. Ein paar kräftige Schläge, der traditionelle Fassanstich war geschafft und das Oktoberfest konnte beginnen.
Doch der eigentliche Gänsehautmoment kam wenig später. Wenn Frank Zander in Berlin auf einer Bühne steht, darf ein Lied natürlich nicht fehlen: „Nur nach Hause gehen wir nicht“. Der Song gehört längst zu den musikalischen Erkennungszeichen der Hauptstadt und ist besonders bei den Fans von Hertha BSC tief im Berliner Fußball- und Stadtgefühl verankert. Aus dem Lied wurde über die Jahre eine Art Berlin-Hymne, die weit über den Fußball hinaus bekannt ist.
Auch beim Oktoberfest durfte dieser Zander-Klassiker deshalb nicht fehlen. Statt nur bayerischer Blasmusik und Maßkrügen gab es an diesem Abend eine ordentliche Portion Berlin. Zander sang, die Gäste stimmten ein und für einen Moment wurde aus dem Oktoberfest im Hofbräu Wirtshaus vor allem eines: ein Berliner Volksfest.
Dass ausgerechnet Zander den Abend eröffnete, passte dabei bestens. Der Musiker gehört seit Jahrzehnten zur Berliner Kulturszene und ist für viele mit seiner rauen Stimme, seinem Humor und seinen Auftritten für die Stadt verbunden. Gemeinsam mit Bernd Siggelkow setzte er damit einen durchaus ungewöhnlichen Akzent zum Start der Wiesn-Zeit.
Das Oktoberfest im Hofbräu Wirtshaus läuft bis Ende Oktober. Auf dem Programm stehen bayerische Spezialitäten, Oktoberfestbier und Live-Musik. Weitere Fassanstiche sind an den kommenden Samstagen geplant.
Am Ende war die Botschaft des Abends jedenfalls eindeutig: In Berlin darf es Lederhose und Dirndl sein. Maßkrug und Weißwurst sowieso. Aber wenn Frank Zander singt, bleibt immer ein Stück Berlin dabei. Und nach Hause? „Nur nach Hause gehen wir nicht.“
