The Dawn eröffnet auf dem Kalle Neukölln: Frühstück mit Weitblick
Berlin hat eine neue Adresse für Frühstück und Lunch über den Dächern der Stadt. Mit The Dawn ist auf dem Dach des KALLE Neukölln an der Karl-Marx-Straße 101 ein Restaurant eingezogen, das All-day-Brunch mit einer weitläufigen Rooftop-Lage verbindet. Auf rund 700 Quadratmetern stehen 125 Plätze im Innenraum und weitere 125 Plätze auf der Westterrasse zur Verfügung. Der Blick reicht über die Karl-Marx-Straße und die Dächer des Rollbergs. Das KALLE selbst versteht sich als Verbindung von Gastronomie, Kultur, Arbeiten und Veranstaltungen. Herzstück des Projekts ist eine rund 4.000 Quadratmeter große Dachfläche.
The Dawn setzt dabei auf ein gastronomisches Konzept, das den klassischen Frühstücksrahmen deutlich erweitert. Serviert wird von morgens bis in den Abend, wobei neben Frühstück und Lunch auch Veranstaltungen vorgesehen sind. Auf dem Programm sollen unter anderem Live-DJs, Stand-up-Comedy und Lesungen stehen. Nach Angaben des Betreibers beschäftigt Gründer und Inhaber Omar Alayoub saisonabhängig mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Ländern. Das Unternehmen betreibt außerdem den Standort am Kurfürstendamm, der Anfang 2026 ins Kranzler Eck umzog.
Kulinarisch fällt zunächst die große Bandbreite der Karte auf. Sie reicht von klassischen Frühstücksgerichten über Eggs Benedict und Omeletts bis zu Shakshuka, Hummus und Falafel. Dazu kommen Sourdough-Gerichte, Bowls, Porridge und Granola. Eine besondere Stellung nehmen die Signature Pancakes ein, die in verschiedenen Varianten angeboten werden, unter anderem mit Dubai-Schokolade, Erdbeer-Käsekuchen, Blaubeeren und weißer Schokolade, Pistazien oder Matcha. Auch für den späteren Tagesverlauf ist die Karte ausgelegt: Trüffelpasta, Prawns & Pistachio Pasta, Chicken Pasta, ein Philly Cheese Steak sowie Burger gehören zum Angebot. Die Preise bewegen sich dabei beispielsweise beim Haus-Burger bei 19 Euro, bei der Trüffelpasta bei 20 Euro und beim Lachsfilet bei 24 Euro. Die Karte zeigt damit deutlich, dass The Dawn nicht ausschließlich als Frühstückslokal gedacht ist, sondern den Übergang von Breakfast zu Lunch und frühem Abendgeschäft bewusst mit abdeckt.
Bei meinem Besuch fiel insbesondere der Haus-Burger positiv auf. Das Brioche wird mit Beef-Patty, Tomate, Essiggurke und Haussauce kombiniert und mit Pommes serviert. Für 19 Euro liegt das Gericht im oberen Segment eines unkomplizierten Lunch-Angebots, überzeugte in meinem Fall jedoch geschmacklich. Auch der Service hinterließ einen guten Eindruck: Ralf, der mich bediente, war umsichtig und sehr freundlich. Gerade bei einem Restaurant, das einen erheblichen Teil seines Konzepts über Atmosphäre und Aufenthaltsqualität definiert, ist dieser Aspekt nicht nebensächlich.
Der eigentliche Trumpf des neuen Standorts ist allerdings weniger ein einzelnes Gericht als die Kombination aus Gastronomie und Lage. Vom Rooftop eröffnet sich ein ungewöhnlicher Blick auf Neukölln, während die Terrasse durch ihre westliche Ausrichtung insbesondere am Nachmittag und frühen Abend interessant ist. VisitBerlin führt The Dawn inzwischen ebenfalls als neue Rooftop-Adresse und hebt den All-day-Brunch sowie die hausgemachten Pancakes hervor, die bis in die Abendstunden angeboten werden.
Für das KALLE Neukölln ist die Eröffnung zugleich ein wichtiger weiterer Schritt bei der Entwicklung des ehemaligen Kaufhausstandorts. Das Gebäude wurde zu einem Nutzungsmix aus Gastronomie, Einzelhandel, Büros, Veranstaltungen und Kultur umgebaut. Auf dem Dach teilen sich verschiedene Nutzungen die großflächige Anlage, unter anderem Veranstaltungsflächen und gastronomische Angebote. Gerade in Neukölln, wo sich die gastronomische Landschaft zwischen traditionellen Kiezlokalen, internationaler Küche und neuen, höherpreisigen Konzepten zunehmend ausdifferenziert, muss sich The Dawn allerdings nicht allein über die Aussicht behaupten. Die Qualität von Küche und Service wird entscheidend dafür sein, ob aus dem Rooftop-Ziel auch eine dauerhaft etablierte Adresse wird. Der Anspruch ist jedenfalls klar: Frühstück soll hier nicht nur am Morgen stattfinden, sondern zum gastronomischen Tagesprogramm werden.
Mein persönlicher Eindruck nach dem ersten Besuch fällt positiv aus. Der Burger war überzeugend, der Service angenehm und die Aussicht über Neukölln ist zweifellos ein starkes Argument für den Standort. Die Signature Pancakes habe ich beim ersten Besuch bewusst noch ausgelassen. Ein Grund, wiederzukommen, ist damit bereits vorhanden. Wer The Dawn besucht, bekommt jedenfalls mehr als ein gewöhnliches Frühstückslokal: Es ist der Versuch, aus Frühstück, Lunch, Rooftop und Kultur einen ganztägigen gastronomischen Ort über den Dächern Neuköllns zu machen.
