IFA 2026: AEG lässt das Kochfeld Pasta kochen
Auf der IFA 2026 in Berlin zeigt AEG ein Kochfeld, das einen alltäglichen Küchenvorgang weitgehend automatisieren soll. Mit der OnePot-Pasta-Funktion der neuen Serie 7000 übernimmt das Gerät wesentliche Schritte der Zubereitung. Der Nutzer gibt Pasta und weitere Zutaten in einen dafür vorgesehenen Topf, wählt die Zahl der Portionen und startet das Programm. Nach Angaben von AEG soll die Pasta je nach Sorte und gewünschter Konsistenz nach rund 15 Minuten fertig sein. Die Entwicklung steht exemplarisch für einen Trend, der sich auf der diesjährigen IFA durch viele Produktkategorien zieht: Haushaltsgeräte sollen nicht mehr nur leistungsfähiger, sondern zunehmend in der Lage sein, Entscheidungen und Routinetätigkeiten im Alltag zu übernehmen.
Das Besondere an OnePot Pasta ist dabei weniger die Idee, Pasta automatisch zu kochen, als die Integration des gesamten Vorgangs in ein Kochfeld. Anders als bei der klassischen Zubereitung müssen Wasser, Pasta und Sauce nicht zwingend in getrennten Arbeitsschritten verarbeitet werden. Das System steuert die wesentlichen Phasen der Zubereitung automatisch. Lediglich am Ende ist ein kurzes Umrühren vorgesehen, damit sich die Sauce gleichmäßig mit der Pasta verbindet. AEG will damit vor allem eine Tätigkeit vereinfachen, die zwar alltäglich ist, aber dennoch Aufmerksamkeit verlangt: Wasser erhitzen, Garzeit kontrollieren, Überkochen verhindern und Pasta und Sauce anschließend zusammenführen. Die angegebene Zubereitungszeit von 15 Minuten ist allerdings kein universeller Wert. Sie hängt laut Hersteller von Pastasorte und gewünschter Konsistenz ab.
Ob die Automatisierung auch kulinarisch überzeugt, ließ AEG nach eigenen Angaben von der Universität für Gastronomische Wissenschaften im italienischen Pollenzo untersuchen. In einem sensorischen Blindtest mit mehr als 100 Teilnehmern wurde eine mit OnePot Pasta zubereitete Tomaten-Pasta mit einer konventionell zubereiteten Variante verglichen. Nach Angaben des Unternehmens schnitt die automatisierte Zubereitung sowohl beim Geschmack als auch bei der Konsistenz überzeugend ab. Aussagekräftig ist das Ergebnis vor allem als produktspezifischer Test. Es handelt sich nicht um einen unabhängigen Vergleich sämtlicher Pasta-Zubereitungsarten.
Vorgestellt wurde die Technik am 3. September auf dem AEG-Stand in Halle 4.1. Bei der Präsentation führte der italienische Koch Davide Oldani, Inhaber des mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants D’O in Mailand, die Funktion vor. Auch dabei zeigte sich, worauf AEG mit dem System zielt: Nicht die vollständige Abschaffung des Kochens, sondern eine Verschiebung der Arbeit. Mengen und Zutaten werden vorbereitet, die Temperaturführung und wesentliche Teile des Garprozesses übernimmt dagegen das Gerät.
Technisch ist das OnePot-Pasta-Kochfeld Teil einer breiter angelegten XTM-Baureihe. Das Gerät verfügt über einen integrierten Dunstabzug und eine DoppelBridge-Funktion, mit der Kochzonen auf beiden Seiten des Abzugs verbunden werden können. Hinzu kommt die SaphirMatt-Oberfläche, bei der AEG eine deutlich geringere Sichtbarkeit von Kratzern als bei herkömmlichen Glaskeramikoberflächen angibt. Die entsprechenden Angaben beruhen allerdings auf definierten internen beziehungsweise externen Labortests und sind deshalb nicht ohne Weiteres auf jede Alltagssituation übertragbar.
Pasta ist jedoch nur ein Teil des Messeauftritts. AEG zeigt in Berlin zugleich eine neue Design Collection, mit der Kleingeräte stärker als Bestandteil der Wohnraumgestaltung verstanden werden sollen. Zum Sortiment gehören unter anderem ein 3-in-1-Ofen mit Heißluftfritteusen-, Backofen- und Pizzafunktion, eine Heißluftfritteuse, Toaster, Wasserkocher sowie Filterkaffee- und Espressomaschine. Die Geräte wurden mit einem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Dahinter steht eine Entwicklung, die bei Küchengeräten seit Jahren an Bedeutung gewinnt: Technik verschwindet nicht mehr zwangsläufig hinter Möbelfronten, sondern wird selbst zum sichtbaren Bestandteil der Einrichtung.
Auch bei der Bodenpflege setzt AEG auf kompakte Geräte. Der ErgoMini wiegt nach Herstellerangaben 0,55 Kilogramm und kann neben dem Saugen auch Luft ausblasen. Der Trilobite 8000 GEN2 wiederum ist mit einer Höhe von 7,89 Zentimetern besonders flach und soll dadurch Bereiche unter niedrigen Möbeln erreichen. Der Roboter übernimmt neben dem Saugen auch Wischen und das Trocknen seiner Wischmopps. AEG gibt gegenüber früheren beziehungsweise vergleichbaren Modellen eine höhere Saugleistung und eine größere Aufnahmefähigkeit für grobe Schmutzpartikel an. Auch diese Leistungswerte stammen aus Hersteller-Tests.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wäschepflege. AEG verweist auf eine 2026 durchgeführte Befragung, nach der 67 Prozent der Befragten in Europa unsicher sind, ob sie Wollkleidung ihrer Waschmaschine anvertrauen können. Das Unternehmen stellt deshalb seine Zusammenarbeit mit der Woolmark Company heraus und verweist auf Woolmark-zertifizierte Waschmaschinen, Trockner und Waschtrockner. Technologien wie 3DScan sollen bei der Trocknung die Restfeuchtigkeit auch innerhalb des Gewebes erfassen. Damit verschiebt sich die Diskussion über Hausgeräte erneut von der reinen Maschinenleistung hin zur Frage, wie präzise Geräte unterschiedliche Materialien und Nutzungssituationen erkennen und darauf reagieren können.
Unter dem Titel „The Art of Hosting“ verbindet AEG diese Produktbereiche schließlich mit einem größeren Bild vom häuslichen Alltag. Gemeint ist die Frage, wie Technik das Kochen, Aufräumen, die Wäschepflege und damit auch das Zusammensein mit anderen Menschen verändern kann. Das Konzept ist zunächst eine Markenidee, verweist aber auf einen realen Wandel in der Hausgerätetechnik: Automatisierung wird nicht mehr nur als Komfortfunktion verstanden, sondern zunehmend als Versuch, Zeit und Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Auf der IFA zeigt sich damit eine Richtung, die über einzelne Produkte hinausweist. Das intelligente Haus soll künftig weniger dadurch auffallen, dass möglichst viele Geräte miteinander verbunden sind, sondern dadurch, dass sie im richtigen Moment Arbeit abnehmen.
AEG reiht sich damit in einen zentralen IFA-Trend ein. Die Messe stellt in diesem Jahr vernetzte Lösungen und künstliche Intelligenz für den Alltag besonders stark heraus. Entscheidend wird dabei zunehmend nicht die Zahl der Funktionen, sondern deren konkreter Nutzen. Ein Kochfeld, das Pasta selbstständig zubereitet, ist dafür ein anschauliches Beispiel: Es automatisiert keinen spektakulären Vorgang, sondern einen der banalsten. Gerade darin liegt seine technologische Aussagekraft. Die Frage ist weniger, ob eine Maschine künftig kochen kann. Interessanter ist, welche Teile des Kochens Menschen überhaupt noch selbst übernehmen wollen.
