Der Wirtschaftspreis „Innovator des Jahres 2025“ hat Unternehmen geehrt, die mit technologischen und strategischen Neuerungen Maßstäbe gesetzt haben. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen eines Festaktes am 14. November in Berlin vergeben.
Parallel zu den Unternehmenspreisen ehrte die Veranstalterjury mit dem Ehrenpreis eine herausragende Persönlichkeit: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon. Simon, häufig als „Hidden‑Champions‑Papst“ bezeichnet, hat mit seiner Forschung und Beratung maßgeblich dazu beigetragen, das Verständnis von mittelständischer Exzellenz, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und strategischem Wachstum neu zu definieren. In der Würdigung wird sein umfassendes Lebenswerk hervorgehoben – als Wissenschaftler, Unternehmer und publizistischer Impulsgeber. Sein Einfluss auf Generationen von Führungskräften und die deutsche Unternehmenslandschaft gilt als beispiellos.
Im Fokus standen drei herausragende Preisträger: Zum einen das Start‑up JIKOAII GmbH, das im Bereich Nahrungsergänzung neue Wege geht, dann die kommunale KI‑Initiative URBAN.KI und schließlich das Climate‑FinTech Unternehmen Planet2050.
JIKOAII wurde als „Innovator des Jahres“ ausgezeichnet. Das junge Unternehmen verbindet laut Jury wissenschaftliche Forschung, nachhaltige Produktion in Deutschland und kompetente Formulierungen im Bereich Kollagen, Vitamine, Aminosäuren und Antioxidanzien. Es wurde von der Schauspielerin, Moderatorin und Autorin Janine Kunze sowie dem Maschinenbauingenieur und früheren Leistungssportler Steve Müller gegründet. Ihre unterschiedliche Expertise – Kunze in Frauengesundheit und Medienpräsenz, Müller in Technik und Produktentwicklung – bildet nach Unternehmensangaben die Basis für ein Konzept, das insbesondere Frauengesundheit, Longevity und Sport adressiert.
URBAN.KI erhielt in der Kategorie „Innovator des Jahres 2025“ Auszeichnung für die Entwicklung praktischer KI‑Lösungen für Kommunen und Städte. Unter Leitung der Stadt Gelsenkirchen und Wissenschaftspartnern wurden Use‑Cases in den Bereichen Stadt‑ und Mobilitätsplanung, Energie‑ und Umweltsteuerung sowie Verwaltung digitalisiert. Laut Jury wirkt dieses Projekt bundesweit als Impulsgeber für die Digitalisierung in Kommunen.
Planet2050 wurde als „Green Innovator des Jahres 2025“ gewürdigt. Das Unternehmen fungiert als Climate‑FinTech und richtet sich auf die Finanzierung und technische Umsetzung von CO₂‑Entfernungs‑ und Vermeidungsprojekten. Mit Hilfe von KI‑Analysen, Satellitenbildern und Sensorik will Planet2050 den Zugang zu hochwertigen Emissionsminderungsprojekten für Investoren erleichtern und damit eine neue Asset‑Klasse etablieren.
Die Jury begründete ihre Wahl mit Blick auf die drängenden Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft. Im Vorfeld der Preisverleihung kündigte der Veranstalter eine Reihe von Pressekonferenzen an, bei denen Preisträger ihre Strategien und Innovationen vor führenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik vorstellten.
Aus wirtschaftspolitischer Perspektive verdeutlicht die Preisverleihung mehrere Trends: Erstens steigt der Anspruch an Qualität, Transparenz und Evidenz in Bereichen wie Nahrungsergänzungsmittel – als Folge gestiegener Verbraucheranforderungen und regulatorischer Anforderungen. Zweitens wird Digitalisierung auf kommunaler Ebene zunehmend als strategischer Hebel erkannt – etwa in Stadt‑ und Mobilitätsplanung. Drittens wächst der Markt für Klimainvestitionen und CO₂‑Entfernungstechnologien, die nicht nur ökologisch relevant, sondern auch ökonomisch adressierbar werden.
Für Fach‑ und Führungskräfte bedeutet dies konkret: Unternehmen müssen Innovationskraft, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit miteinander verzahnen; Behörden und Kommunen stehen vor der Herausforderung, Technik und Verwaltungsmuster flexibel zu integrieren; Investoren sehen sich zunehmend mit neuen Kategorien wie CO₂‑Entfernungszertifikaten und digitalen Plattformen konfrontiert.
Die Preisträger stehen exemplarisch für diese Entwicklungen. Der Erfolg von JIKOAII hängt jedoch davon ab, ob das junge Unternehmen Skalierung, regulatorische Absicherung und wissenschaftliche Validierung erfolgreich umsetzt. URBAN.KI muss zeigen, dass Pilot‑Use‑Cases in den kommunalen Alltag überführt werden können. Planet2050 sieht sich gleich mehreren Herausforderungen gegenüber – etwa der Standardisierung von CO₂‑Entfernungsprojekten, Transparenzanforderungen und globaler Wettbewerbsdruck.
Insgesamt signalisiert der Preis „Innovator des Jahres 2025“ eine Verschiebung: Innovation manifestiert sich nicht länger nur in hoch‑technologischen oder produzierenden Großunternehmen, sondern ebenso in Start‑ups, Plattformen und öffentlichen Einrichtungen, die gezielt gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen adressieren.
Der Ehrenpreis für Hermann Simon setzt zudem ein Zeichen: In einer Zeit, in der disruptive Innovation häufig mit disruptiven Gründern assoziiert wird, wird mit Simon der Brückenschlag zu strategischer Weitsicht, mittelständischer Stärke und langfristigem Denken gefeiert. Seine Auszeichnung unterstreicht, dass wirtschaftlicher Fortschritt nicht nur auf neue Technologien, sondern auch auf bewährten Managementprinzipien fußt.
Die Verleihung am 14. November in Berlin markiert zugleich einen symbolischen Meilenstein: Mit den gewürdigten Akteuren rückt die deutsche Wirtschaft nicht nur technologische Exzellenz, sondern das Zusammenspiel von Forschung, Produktion, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ins Zentrum.
