Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ 2025
Am Montagvormittag wurde im AXICA am Pariser Platz in Berlin der Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ 2025 verliehen. Der Ort, unmittelbar am Brandenburger Tor gelegen, gab der Veranstaltung einen repräsentativen Rahmen, ohne den schulischen Charakter zu überdecken. Zwischen 11 und 13 Uhr wechselten sich Musik, literarische Interventionen und Preisvergaben ab. Es war eine sorgfältig getaktete Feier, die Professionalität mit pädagogischer Haltung verband.
Bereits ab 10.30 Uhr trafen die Gäste ein, begleitet vom United Swingtett des Arndt-Gymnasiums Dahlem. Dass ein Schulensemble den musikalischen Auftakt gestaltete, setzte einen Akzent: Hier sollte nicht über Schule gesprochen werden, sondern aus ihr heraus. Um 11 Uhr eröffneten der Slam-Poet und Kabarettist Lars Ruppel und die Moderatorin Christiane Hübscher die Veranstaltung. Im Gespräch mit Alexandra Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, und Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutscher Philologenverband, wurde der Anspruch des Wettbewerbs deutlich: Unterricht soll fachliche Tiefe, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein verbinden.
Den politischen Auftakt setzte Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommerns und Schirmherrin der Wettbewerbsrunde 2025. Ihr Grußwort stellte die Bedeutung guter Bildung für gesellschaftliche Stabilität und demokratische Teilhabe heraus. Anschließend überreichte sie gemeinsam mit Alexandra Heraeus die Preise in der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“. Die Dramaturgie folgte einer klaren Reihenfolge: dritter Preis, zweiter Preis, ein Kurzfilm über das erstplatzierte Projekt, schließlich die Auszeichnung des ersten Preises. Schulen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen standen hier exemplarisch für gelingende Führungskultur.
Nach einem poetischen Zwischenton durch Clara Lösel folgten die Ehrungen in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“. Die Preisvergabe übernahmen unter anderem Tim Göbel von der Schöpflin Stiftung, Martin Fugmann von der Heraeus Bildungsstiftung sowie mehrere amtierende Bildungspolitikerinnen und -politiker. Neben Simone Oldenburg traten Katharina Günther-Wünsch, Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Anna Stolz, Staatsministerin für Unterricht und Kultus des Freistaates Bayern und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026, sowie Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, auf die Bühne. Ihre Präsenz unterstrich den bundesweiten Charakter des Wettbewerbs und die enge Verschränkung von schulischer Praxis und Bildungspolitik. Ausgezeichnet wurden Lehrkräfte aus Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.
Ein musikalisch-literarischer Block mit dem United Swingtett und Lars Ruppel leitete zum letzten großen Programmpunkt über: der Kategorie „Unterricht innovativ“. In einem kurzen Gespräch reflektierten Susanne Lin-Klitzing und Anna Stolz aktuelle Herausforderungen der Unterrichtsentwicklung, bevor die Preise vergeben wurden. Auch hier folgte die Inszenierung einer klaren Dramaturgie mit Filmsequenz für das erstplatzierte Projekt. Prämiert wurden Konzepte aus Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, die fachübergreifendes Arbeiten, digitale Formate und projektorientiertes Lernen exemplarisch umsetzen.
Zum Abschluss vergab Christine Hauck für den Cornelsen Verlag den Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“, Lutz Roschker für die PwC-Stiftung den Sonderpreis „Kulturelle Bildung“. Eine abschließende Poetry-Aufnahme von Lars Ruppel führte die unterschiedlichen Stimmen des Vormittags zusammen.
Die Veranstaltung zeigte, dass schulische Innovation nicht im Abstrakten entsteht, sondern in konkreten Projekten, in Führungshandeln und im Engagement einzelner Lehrkräfte. Der Deutsche Lehrkräftepreis bleibt damit ein Forum, in dem pädagogische Qualität öffentlich sichtbar wird und bildungspolitische Verantwortung sich an praktischen Beispielen messen lassen muss.
Der Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ 2025 hat in Berlin jene gewürdigt, deren Arbeit im Schulalltag oft unsichtbar bleibt, dabei aber wesentliche Impulse für die pädagogische Praxis setzt. Die Auszeichnung, getragen vom Deutschen Philologenverband und der Heraeus Bildungsstiftung, steht für die Anerkennung von Unterricht, der über reine Wissensvermittlung hinausweist und Lernen als dynamischen, gesellschaftlich verankerten Prozess begreift. Sie folgt einem etablierten, zweistufigen Auswahlverfahren: Eine fachkundige Jury sichtet zunächst Bewerbungen und Vorschläge, bevor sie in der zweiten Phase die Preisträger bestimmt. Der Wettbewerb gliedert sich in drei Kategorien: „Ausgezeichnete Lehrkräfte“, in der Schülerinnen und Schüler ihre besonders engagierten Lehrpersonen nominieren; „Unterricht innovativ“, in der Lehrkräfte-Teams ihre Konzepte einreichen; und „Vorbildliche Schulleitung“, in der Kollegien jene Schulleitungen hervorheben, die Lernkultur und Schulentwicklung prägen. Hinzu kommen Sonderpreise etwa für „Umwelt und Nachhaltigkeit“ sowie für „Kulturelle Bildung“, die spezifische pädagogische Schwerpunktsetzungen sichtbar machen.
Im Jahr 2025 erhielten insgesamt 18 Auszeichnungen Lehrkräfte, Teams und Schulleitungen aus zehn Bundesländern, von Baden-Württemberg bis Schleswig-Holstein. Unter den ausgezeichneten Einzelpersonen in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ finden sich Pädagoginnen und Pädagogen, die von ihren Schülerinnen und Schülern für ihr besonderes Engagement vorgeschlagen wurden – vom gymnasialen Sachunterricht bis zu beruflichen Fachrichtungen. Beispiele aus den regionalen Medien unterstreichen, wie vielfältig Unterricht heute gedacht wird: So wurde etwa ein Informatiklehrer aus Heidelberg gewürdigt, der Entrepreneurship und den Einsatz Künstlicher Intelligenz integrativ in seinen Unterricht einbindet und damit Lernprozesse praxisnah gestaltet.
Die Auszeichnung „Vorbildliche Schulleitung“ ging an Teams und Einzelpersonen, die in ihren Schulen System und Kultur so entwickeln, dass Lehrkräfte wirksam arbeiten können und Schulentwicklung als kollektiven Prozess verstehen. Den ersten Preis in dieser Kategorie erhielt das Leitungsteam einer Oberschule in Leipzig; weitere Ehrungen gingen an Schulleitungen in Ravensburg und Köln. In der Kategorie „Unterricht innovativ“ zeichnete die Jury Projekte aus, die Unterricht als Ort der Innovation begreifen und traditionelle Fachgrenzen überschreiten: An der Spitze stand ein Team aus Nordrhein-Westfalen mit einem Projekt zur kollektiven Lernkultur; weitere Preisträger thematisierten unter anderem die Nutzung digitaler Formate wie Podcasts im Deutschunterricht oder die Verbindung von naturwissenschaftlichem Forschen mit Zukunftskompetenzen.
Die Sonderpreise spiegeln zusätzliche pädagogische Prioritäten wider: Der Preis für „Umwelt und Nachhaltigkeit“ honorierte ein partizipatives Projekt zur Erkundung von Wald-Ökosystemen, der Sonderpreis für „Kulturelle Bildung“ würdigte ein historisch-dramaturgisches Theaterprojekt an einer Realschule in Baden-Württemberg. Solche Auszeichnungen zeigen, wie Schule als Erfahrungsraum verstanden wird, in dem fachliche, soziale und kulturelle Lernlinien zusammengeführt werden.
Wesentlich am Deutschen Lehrkräftepreis ist neben der Anerkennung der einzelnen Preisträger die Signalwirkung für das gesamte Professionalisierungsfeld: Er macht sichtbar, dass Innovation im Unterricht nicht nur das Ergebnis individueller Exzellenz ist, sondern aus Vernetzung, Teamarbeit und der reflexiven Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen erwächst. Vor dem Hintergrund eines anhaltenden öffentlichen Diskurses über Lehrkräftemangel und Schulqualität zeigt der Wettbewerb, welche pädagogischen Konzepte bereits heute Antworten auf die Anforderungen einer vielfältigen Schülerschaft und sich verändernder Bildungslandschaften entwickeln.
Die Bewerbungsfrist für die nächste Runde läuft bis zum 30. Juni 2026; erstmals können sich in der neuen Kategorie „Starke Grundschule“ auch Pädagoginnen und Pädagogen der Primarstufe mit ihren Unterrichtskonzepten bewerben. Diese Erweiterung unterstreicht ein wachsendes Interesse, die Potenziale der Grundschulpädagogik stärker in den Fokus nationlaer Bildungsdebatten zu rücken – etwa durch Projekte, die Basiskompetenzen mit sozial-emotionalem Lernen verbinden.
