Beim Sommerfest der Berliner Sparkasse nutzte deren Vorstandsvorsitzender Johannes Evers die Bühne für ein deutliches wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Bekenntnis. Vor Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft warb er für eine wachsende, tolerante und selbstbewusste Hauptstadt. Zugleich positionierte sich die Berliner Sparkasse klar gegen Enteignungsdebatten und stellte sich hinter wirtschaftliches Wachstum als Voraussetzung für Wohlstand und gesellschaftliche Entwicklung.
Evers betonte, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Institutionen gegenwärtig nicht immer einfach seien. Umso wichtiger sei es, Verantwortung für jene Bereiche zu übernehmen, die sich aktiv gestalten ließen. Die Berliner Sparkasse verstehe sich dabei als Partnerin der Stadt und wolle ihren Beitrag dazu leisten, Berlins Zukunftsfähigkeit zu stärken.
Im Zentrum seiner Rede standen drei Grundüberzeugungen. Erstens bekannte sich Evers zu einer wachsenden Stadt. Wachstum dürfe dabei nicht allein an Einwohnerzahlen gemessen werden. Entscheidend seien Lebensqualität, wirtschaftliche Stärke, Innovationskraft und die Fähigkeit, Menschen mit Ideen und Unternehmergeist anzuziehen. Berlin müsse offen bleiben für Gründerinnen und Gründer, Wissenschaftler, Fachkräfte und Investoren. Die Sparkasse wolle diesen Prozess aktiv unterstützen und begrüße alle, die zum Fortschritt der Stadt beitragen.
Als zweites Leitmotiv nannte Evers die Toleranz. Berlin verdanke seine Attraktivität seiner Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen, Kulturen und Perspektiven. Toleranz dürfe sich jedoch nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppen beschränken, sondern müsse umfassend verstanden werden. Deutlich wandte er sich gegen Hass, Ausgrenzung und insbesondere gegen Antisemitismus. Eine weltoffene Metropole könne nur bestehen, wenn sie Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensweise respektiere und schütze.
Den schärfsten Teil seiner Rede widmete Evers der aktuellen Diskussion um Vergesellschaftung und Enteignung großer Wohnungsunternehmen. Er bezeichnete Enteignungen als politisches Machtinstrument, das keinen Wohlstand schaffe, sondern wirtschaftliche Entwicklung behindere. Historische Erfahrungen hätten gezeigt, dass staatliche Eigentumsmodelle häufig zu Investitionsrückgang, wirtschaftlicher Schwäche und Verfall geführt hätten. Auch Versuche, Enteignungen unter anderen Begriffen wie Vergesellschaftung zu legitimieren, wies er zurück.
Die Berliner Sparkasse werde sich gemeinsam mit anderen Akteuren der Berliner Kreditwirtschaft aktiv an der öffentlichen Debatte beteiligen. Ziel sei es, die wirtschaftlichen Folgen von Enteignungen aufzuzeigen und für marktwirtschaftliche Lösungen zu werben. Evers kündigte an, dass die Branche in den kommenden Wochen verstärkt mit Informations- und Aufklärungskampagnen an die Öffentlichkeit treten werde.
Als drittes Leitmotiv stellte der Sparkassenchef die Notwendigkeit einer mutigen Stadt heraus. Berlin brauche Selbstvertrauen, ohne dabei überheblich zu werden. Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Institutionen müssten gemeinsam bereit sein, große Projekte anzugehen und langfristige Perspektiven zu entwickeln. Eine erfolgreiche Metropole zeichne sich nicht allein durch Verwaltung und Infrastruktur aus, sondern auch durch die Bereitschaft, Chancen zu nutzen und ambitionierte Ziele zu verfolgen.
Mit seiner Rede verband Johannes Evers wirtschaftspolitische Positionen mit einem gesellschaftlichen Appell. Wachstum, Offenheit und Investitionsbereitschaft seien nach seiner Auffassung die Grundlagen für Berlins weitere Entwicklung. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Berliner Sparkasse künftig noch stärker Stellung beziehen will, wenn sie wirtschaftliche Rahmenbedingungen und den Wohlstand der Hauptstadtregion gefährdet sieht. :::
Die wirtschaftliche Dynamik der Hauptstadtregion, die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele sowie die mögliche Weltausstellung Expo 2035 standen im Mittelpunkt des Sommerempfangs der Berliner Sparkasse. Vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nutzte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die Veranstaltung für ein Plädoyer zugunsten von Wachstum, Investitionen und einer langfristigen Entwicklungsperspektive für die Hauptstadt. Zugleich würdigte er das gesellschaftliche Engagement der Berliner Sparkasse und ihres Vorstandsvorsitzenden Johannes Evers als wichtigen Beitrag für das öffentliche Leben der Stadt.
Wegner zeichnete das Bild einer Region, die sich im bundesweiten Vergleich wirtschaftlich überdurchschnittlich entwickelt. Berlin und Brandenburg gehörten inzwischen zu den dynamischsten Wachstumsräumen Deutschlands. Angesichts eines schwierigen internationalen Umfelds sei dies jedoch kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Vielmehr müsse die Politik die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Investitionen, Unternehmensgründungen und Beschäftigung auch künftig möglich bleiben. Wachstum sei kein Problem, sondern Ausdruck von Attraktivität, Innovationskraft und Zuversicht. Menschen kämen nach Berlin, um zu arbeiten, zu studieren, Unternehmen aufzubauen und kulturelle Angebote zu nutzen. Diese Entwicklung müsse politisch begleitet und gestaltet werden.
Einen besonderen Stellenwert räumte der Regierungschef dabei internationalen Großereignissen ein. Die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele bezeichnete er als Chance, weit über den Sport hinaus positive Impulse für die Stadt auszulösen. Das Berliner Konzept setze nach seinen Worten auf Nachhaltigkeit und die Nutzung bestehender Infrastruktur. Rund 97 Prozent der vorgesehenen Sportstätten seien bereits vorhanden. Gleichzeitig könnten notwendige Investitionen in Sporthallen, Schwimmbäder und weitere Einrichtungen langfristig der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen. Wegner stellte die Bewerbung ausdrücklich als Generationenprojekt dar, das die Bedingungen für den Breiten- und Nachwuchssport verbessern solle.
Von besonderer symbolischer Bedeutung sei dabei das Brandenburger Tor als geplanter Ort für Medaillenzeremonien. Die Bilder von Athletinnen und Athleten vor dem Wahrzeichen Berlins könnten nach seiner Auffassung eine internationale Botschaft von Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt vermitteln. Gerade in einer Zeit globaler Krisen, geopolitischer Konflikte und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung seien solche Zeichen von besonderem Wert.
Neben Olympia rückte Wegner auch die Bewerbung der Hauptstadtregion um die Expo 2035 in den Fokus. Das Umfeld des Flughafens BER in Schönefeld biete erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten für Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit der Landesregierung Brandenburgs habe der Senat inzwischen eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um Konzepte, Finanzierung und Verfahren einer möglichen Bewerbung voranzutreiben. Die Weltausstellung könne nach Einschätzung des Regierenden Bürgermeisters zusätzliche Investitionen anziehen und die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Metropolregion stärken.
Trotz aller Zukunftsprojekte benannte Wegner zugleich die zentrale Herausforderung für weiteres Wachstum: den Wohnungsmarkt. Internationale Fachkräfte, Wissenschaftler und Unternehmer fänden zunehmend schwer bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Deshalb verteidigte er die wohnungspolitischen Maßnahmen des Senats, darunter beschleunigte Genehmigungsverfahren und Reformen im Baurecht. Nur wenn ausreichend Wohnungen entstünden, könne Berlin seine wirtschaftliche Dynamik langfristig sichern. Dabei sprach er sich auch für die Nutzung größerer Entwicklungsflächen aus und verwies auf das Potenzial des Tempelhofer Feldes, wo nach seinen Angaben mehrere Zehntausend Wohnungen entstehen könnten.
Die Rede machte deutlich, wie eng die Berliner Landesregierung wirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturinvestitionen und internationale Großveranstaltungen miteinander verknüpft. Olympia und Expo erscheinen dabei nicht nur als prestigeträchtige Projekte, sondern als Instrumente einer umfassenderen Strategie zur Stärkung Berlins als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Innovationsstandort. Wegner formulierte das Ziel einer offenen, vielfältigen und wirtschaftlich erfolgreichen Metropole, die ihre internationale Strahlkraft nutzt, um Wachstum, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt gleichermaßen zu fördern.