Die „Goldene Sportpyramide“ geht in diesem Jahr an Joachim Löw. Der Fußball-Weltmeistertrainer erhält die Auszeichnung am 12. September in Hamburg bei einer Benefiz-Gala in der Handelskammer für seine sportlichen wie beruflichen Leistungen und sein gesellschaftliches Engagement. Das Preisgeld von 25.000 Euro geht traditionell an ein vom Preisträger benanntes Projekt im Sport.
Die Wahl zur „Goldenen Sportpyramide“ erfolgt durch die bisherigen Preisträger sowie den Sporthilfe-Stiftungsrat als unabhängige Jury. Seit dem Jahr 2000 wird die „Goldene Sportpyramide“ verliehen. Zuletzt wurde der Segler Jochen Schümann ausgezeichnet. Unter den Preisträgern sind unter anderen Steffi Graf, Katarina Witt, Franz Beckenbauer, Heiner Brand, Henry Maske und die Hamburger Fußball-Ikone Uwe Seeler.
Gleichzeitig wird Joachim Löw in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen. Die im Jahr 2006 von der Deutschen Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ ist ein Forum der Erinnerung an Menschen, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben.
Die sportlichen Ehrengäste des Abends sind wie immer die bisherigen Preisträger sowie die lebenden „Hall of Fame“-Mitglieder. Zugesagt für die 16. Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ haben auch Bundesinnen- und Sportminister Thomas de Maizière sowie Bundesjustizminister Heiko Maas. Moderator des Abends ist Johannes B. Kerner.
Am 15. September – drei Tage nach der Sporthilfe-Gala – wird Hamburg offiziell die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 beim Internationalen Olympischen Komitee einreichen.

Die Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ wird unterstützt von Novomatic als Event-Sponsor. Mercedes-Benz ist Award-Sponsor und stellt den offiziellen Fahrdienst für die Gäste. adidas begleitet die „Hall of Fame des deutschen Sports.

 
Joachim Löw

* 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald

Joachim Löw führte die Fußball-Nationalmannschaft als Bundestrainer 2014 in Brasilien zum vierten deutschen WM-Titel. Sein Führungsstil und die Spielphilosophie machten die Mannschaft zum Botschafter eines modernen, weltoffenen und sympathischen Deutschlands. Mit Löw als Frontmann trägt der Deutsche Fußball-Bund gesellschaftliche Verantwortung und engagiert sich beispielsweise für Gewaltprävention, Anti-Diskriminierung und sozial Bedürftige.

Seit 2004 betreut Joachim Löw die Nationalmannschaft, zunächst als Assistent an der Seite von Jürgen Klinsmann. Nach der WM 2006 in Deutschland, bei der die deutsche Mannschaft den dritten Platz erreichte, übernahm Löw den Posten des Cheftrainers. Bei der EM 2008 erreichte sein Team das Finale gegen Spanien (0:1), bei der WM 2010 in Südafrika den dritten Platz. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine blieb der erhoffte Titel noch aus, das DFB-Team scheiterte im Halbfinale mit 1:2 an Italien. Zwei Jahre später stand Löw dann bei der WM in Brasilien ganz oben. Nach Algerien im Achtel- und Frankreich im Viertelfinale bezwang die Mannschaft im Halbfinale Brasilien am 8. Juli 2014 in Belo Horizonte mit 7:1 (5:0). Das Finale gewann Deutschland am 12. Juli in Rio de Janeiro mit 1:0 gegen Argentinien. Das Tor erzielte Mario Götze in der Verlängerung, den Löw bei der Einwechslung mit den Worten „Zeig der Welt, dass du besser als Messi bist“ motiviert hatte.

Vor der Nationalmannschaft hatte Löw ab 1995 den Bundesligisten VfB Stuttgart trainiert, gewann mit dem Verein 1997 den DFB-Pokal und erreichte ein Jahr später das Finale im Europapokal der Pokalsieger. Als weitere Stationen folgten Fenerbahçe Istanbul, Zweitligist Karlsruher SC, der türkische Klub Adanaspor, der FC Tirol Innsbruck, mit dem Löw 2002 die österreichische Meisterschaft gewann, sowie Austria Wien.

In seiner eigenen Profikarriere kam der Stürmer für den SC Freiburg, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC zu 52 Einsätzen in der Bundesliga (sieben Tore) und 252 Einsätzen in der Zweiten Bundesliga. Bis heute ist Löw mit 81 Toren Zweitliga-Rekordtorschütze des SC Freiburg.

Im Januar 2015 hielt Joachim Löw bei der Auszeichnung mit dem Deutschen Medienpreis in Baden-Baden eine viel beachtete Rede. Unter anderem sagte er: „Uns hat nicht interessiert, wo jemand herkam, welcher Religion er angehört. Uns war, ist und bleibt wichtig, ob der Spieler gut ist und ob unsere Zuschauer sich mit ihm identifizieren können.“ Und weiter: „Wir können und wollen den Menschen mit unserem Fußball viel Freude bereiten, aber wir sollten das nicht nur auf dem Spielfeld tun. Wir sollten auch mit aller Überzeugung Werte vertreten wie Integration, Eintreten gegen Rassismus oder Antisemitismus, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Wie schön wäre es, wenn Deutschland irgendwann Weltmeister des friedlichen und freundlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlicher Religionen wäre.“

Joachim Löw gilt als ideales Gesicht auch des sozialen Engagements des Fußballs, das zum Großteil über die DFB-Stiftung Sepp Herberger, die DFB-Stiftung Egidius Braun, die DFB-Kulturstiftung sowie die Bundesliga-Stiftung erfolgt. Ihre Arbeit wird nahezu komplett aus Mitteln des DFB finanziert. Wesentlicher Bestandteil ist das alle zwei Jahre stattfindende Benefiz-Länderspiel der Nationalmannschaft. Auch die Robert-Enke-Stiftung und die Fritz-Walter-Stiftung erhalten daraus finanzielle Zuwendungen. Darüber hinaus setzt sich die Nationalmannschaft unter Löw für Projekte ein: In Brasilien förderte sie mit 4,1 Millionen Euro ein SOS-Kinderdorf, in Sri Lanka wurde mit Geldern eines Benefizspiels nach dem verheerenden Tsunami im Dezember 2004 im Januar 2009 ein „DFB Youth Center of the German Nationalteam“ finanziert, der für Kinder Lehranstalt und Fußball-Schule zugleich ist. Joachim Löw engagiert sich darüber hinaus privat als prominenter Unterstützer des Kinderhilfswerks Plan International.

Erfolge als Trainer:
• Weltmeister 2014
• WM-Dritter 2010, 2006
• EM-Zweiter 2008
• EM-Halbfinale 2012
• Österreichischer Meister 2002
• Finalist im Europapokal der Pokalsieger 1998
• DFB-Pokalsieger 1997

Auszeichnungen:
• Deutscher Medienpreis (2015)
• Ehrenbürger Schönau (2014)
• Namensgeber für Schönauer Stadion (2014)
• FIFA-Trainer des Jahres 2014
• Fußballtrainer des Jahres 2014
• Silbernes Lorbeerblatt (2010, 2014)
• Bundesverdienstkreuz (2010)
• Bambi (2010)

Volltext nach Login

Von admin

Schreibe einen Kommentar