Der Morgen am Motzener See beginnt still. Dünner Nebel liegt über den Fairways des Golf & Country Club am Motzener See, während sich schwarze SUVs, Golftrolleys und erste Kamerateams vor dem Clubhaus sammeln. Es ist einer dieser Berliner Frühlingstage, an denen die Hauptstadtgesellschaft früh aufsteht, wenn Sport, Prominenz und Charity aufeinandertreffen. Beim ersten Charity ProMiAm Golfturnier 2026 von Rebecca Kunikowski und Prof. Yu Zhang geht es zwar offiziell um Handicap, Flights und den perfekten Abschlag. Tatsächlich aber dreht sich dieser Tag um etwas anderes: um Aufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche, die oft zu selten im Mittelpunkt stehen.

Schon am frühen Vormittag entsteht auf der Anlage jene Mischung aus gesellschaftlichem Empfang und sommerlichem Gartenfest, die Charity-Veranstaltungen in Berlin inzwischen prägt. Schauspielerin Simone Thomalla begrüßt Gäste mit routinierter Gelassenheit, während Cyrus Profi Boxer zwischen Clubterrasse und Putting Green Gespräche führt. Franziska Knuppe erscheint in sportlich-eleganter Golfmode, die eher Riviera als Brandenburg zitiert. Dazwischen ehemalige Spitzensportler wie Thomas Rupprath ehem. Schwimmer, Weltmeister, Olympia-Silber, Europarekordzeit sowie mehrfacher Weltrekordhalter  oder Sängerin Sandra Kiriasis ehem. Bobpilotin, Olympiasiegerin, Olympia-Silber, Gesamtweltcupsiege­rin, Weltmeisterin, Europameisterin – sie zählt zu den erfolgreichsten Bob­pilotinnen der Welt, die sich erstaunlich selbstverständlich in die entspannte Atmosphäre einfügen. Niemand wirkt geschniegelt oder inszeniert. Gerade das verleiht dem Tag seine Wirkung.

Das Turnier selbst folgt dem klassischen PromiAm-Prinzip: Teams aus Gästen und prominenten Persönlichkeiten spielen gemeinsam über 18 Löcher. Doch der eigentliche Kern der Veranstaltung liegt neben dem Platz. Die Erlöse gehen an die Kindeswohl-Berlin gGmbH sowie den GeKA e.V.. Beide Organisationen engagieren sich für Kinder und Jugendliche, die Unterstützung, Schutzräume und kulturelle Teilhabe benötigen. Besonders die Arbeit von Kindeswohl-Berlin beeindruckt viele Gäste sichtbar. Rund 274 Kinder und Jugendliche leben aktuell in Einrichtungen des Trägers, betreut von mehr als 240 Mitarbeitenden. Zahlen, die an diesem sonnigen Golftag plötzlich sehr konkret wirken.

Auffällig ist, wie persönlich viele Gespräche geführt werden. Es geht weniger um große Spendensummen als um echte Begegnungen. Zwischen Driving Range und Buffet sprechen Gäste über Jugendhilfe, Bildungsdefizite und soziale Isolation junger Menschen. Vielleicht ist genau das die Stärke solcher Veranstaltungen: dass gesellschaftliche Themen dort auftauchen, wo sonst meist Lifestyle und Networking dominieren. Der Sport dient dabei eher als verbindender Rahmen. Golf wird an diesem Tag zum sozialen Katalysator.

Immer wieder bilden sich kleine Menschentrauben um die Programmpunkte. Schriftstellerin Ute Krause liest aus ihren Kinderbüchern, während auf dem Nachbargrün bereits die nächste Putt-Challenge startet. Professionelle Massagen, Tombola, DJ-Set und Schnupperkurse sorgen dafür, dass der Tag nie in reine Gala-Routine abrutscht. Auch Nicht-Golfer finden schnell Zugang zu dieser eigentümlichen Mischung aus Sportevent und Wohltätigkeitsabend.

Besonders bemerkenswert bleibt jedoch die Atmosphäre. Anders als bei vielen klassischen Charity-Galas entsteht hier keine Distanz zwischen Bühne und Publikum. Die Gäste laufen gemeinsam über den Platz, warten zusammen am Abschlag, trinken Kaffee auf der Terrasse oder diskutieren beim Mittagessen über Berliner Kulturpolitik. Selbst Politikerinnen wie Christina Henke wirken eher wie Teilnehmerinnen eines Sommerfestes als wie Repräsentantinnen eines offiziellen Empfangs.

Dass sich der Berliner Golf & Country Club am Motzener See zunehmend als Bühne für gesellschaftliche Veranstaltungen etabliert, überrascht dabei kaum. Die traditionsreiche Anlage südlich von Berlin gilt längst als einer der renommiertesten Clubs der Hauptstadtregion und verbindet sportlichen Anspruch mit jener diskreten Eleganz, die für solche Formate entscheidend ist.

Als am Abend die Sonne tief über dem Wasser steht und die letzten Flights zurückkehren, verändert sich die Stimmung noch einmal. Aus dem Sportevent wird nun endgültig ein gesellschaftlicher Abend. Auf der Terrasse wird gelacht, fotografiert und diskutiert. Doch trotz aller Prominenz bleibt der Eindruck eines ungewöhnlich ehrlichen Charity-Tages. Vielleicht gerade deshalb, weil niemand versucht, ihn größer zu machen, als er ist. Kein Glamour-Spektakel, keine überdrehte Inszenierung. Sondern ein Tag, an dem Menschen mit Reichweite versuchen, Aufmerksamkeit in konkrete Hilfe zu verwandeln.

Weitere Informationen zum Turnier finden sich auf Charity Golfen.

Von admin