Das Menü der CHEF’S Table wurde im Rahmen der Aftershowparty im Martin-Gropius-Bau der Weltpremiere von „A Knight of the Seven Kingdoms“ serviert und bildete dort den kulinarischen Mittelpunkt des Abends. Nach der Premiere verlagerte sich die Veranstaltung bewusst von der Kinobühne in das historische Ausstellungshaus, das für eine Nacht zum Treffpunkt von Filmschaffenden, Kulturszene und Gästen aus Politik und Medien wurde. In dieser Umgebung war das Essen nicht bloß Begleitung, sondern Teil der Inszenierung, ruhig, konzentriert und ohne jede Eventrhetorik.
Mehrere Berliner Spitzenköche gestalteten das Menü gemeinschaftlich und machten die Vielfalt der lokalen Gastronomieszene sichtbar. Sebastian Frank vom Restaurant Horváth eröffnete mit Gerichten, die seine kompromisslose Produktküche widerspiegeln. Sellerie erschien jung und gereift zugleich, in verschiedenen Texturen, ergänzt durch ein Jahr gesalzenen Knollensellerie. Ein vegetarischer Gang, der weniger auf Überraschung als auf Tiefe setzte. Auch die Petersilienwurzel mit Birne und Kirschblütenessig blieb ganz im pflanzlichen Bereich und überzeugte durch präzise gesetzte Säure.
Das Bonvivant von Nikodemus Berger brachte eine klare vegane Handschrift ein. Rettich mit Dashi und eingelegter Senfgurke zeigte, wie Umami ohne tierische Produkte entstehen kann. Später folgten Kässpätzle, interpretiert als Petersilienspätzle mit Käseespuma und knusprig frittierten Zwiebeln, ein bewusst gesetzter Bruch zwischen Fine Dining und vertrauter Küche. Der „Erdapfel Kaas“ mit Kartoffelpüree, Bergkäse, geröstetem Hefechip, Sauce und gegrilltem Brokkoli griff alpine Aromen auf und blieb dennoch präzise gearbeitet.
Ein Pilzraviolo mit Käseschaum fügte eine italienische Note hinzu, bevor die süße Seite des Menüs von Kristiane Kegelmann vom Restaurant Pars übernommen wurde, die mit einer Auswahl an Pralinen für einen ruhigen Übergang sorgte. Deutlicher wurde der kulinarische Ton wieder bei den Gerichten von Shani Leiderman aus dem Restaurant Beba. Radicchio mit Cashewkäse, Rucola und karamellisierten Walnüssen zeigte die Selbstverständlichkeit einer veganen, glutenfreien Küche. Ergänzt wurde dies durch eine Rote-Bete-Tartelette mit Ziegenkäse und Meerrettich, italienische Fleischbällchen mit Tomatensauce und gerösteter Aubergine sowie Hähnchenkeulen-Confit mit Olivenöl, Za’atar, Sumach, Zitrone und geräuchertem Weizen.
Den Abschluss bildete hausgemachtes Softeis, vegan interpretiert in Schokolade und Haselnuss, ergänzt durch verschiedene Toppings. Im Martin-Gropius-Bau wirkte dieser Ausklang bewusst schlicht. Die Aftershowparty verstand Kulinarik nicht als Spektakel, sondern als ruhige Fortsetzung des Abends. Die CHEF’S Table zeigte, wie sich Spitzenküche, kultureller Ort und gesellschaftlicher Anlass miteinander verbinden lassen, ohne ihre jeweilige Eigenständigkeit zu verlieren.
