Am 1. Februar 2026 markierte das Side‑Event #DAMUR AW26 Runway Show & Fashion Spa Day – Fashion over Water einen bewusst unkonventionellen Akzent innerhalb der Berlin Fashion Week, als Modepräsentation und körperliches Erleben in einem einzigen Format zusammenflossen. Die Veranstaltung fand im Liquidrom, einem für sein Zusammenspiel von Wasser, Licht und Klang bekannten Spa‑Raum in Berlin‑Kreuzberg, statt. Hier wurde der traditionelle Laufsteg radikal neu interpretiert: Anstelle eines erhöhten Catwalks und starrer Sitzreihen bewegten sich Models entlang des 36 °C warmen Pools unter der kuppelartigen Halle, deren akustische und visuelle Charakteristik Teil der Inszenierung wurde. Diese räumliche Integration sollte Mode nicht lediglich sichtbar machen, sondern sie als raum‑zeitliches Phänomen erfahrbar machen, indem Silhouetten im reflektierenden Wasser konturiert und Licht, Dampf und Klang gleichberechtigte Elemente der Wahrnehmung wurden.
Fachlich lässt sich dieses hybride Format als Teil einer breiteren Entwicklung in der Modedarbietung begreifen, die tradierte Präsentationsformen hinterfragt und Angebote schafft, in denen kollektive Erfahrung, physische Präsenz und atmosphärische Dichte stärker gewichtet werden als die distanzierte Beobachtung eines Kleidungsstücks. Indem Mode hier „im Raum“ statt „auf dem Laufsteg“ stattfindet, werden Wahrnehmungsprozesse und soziale Dynamiken in den Vordergrund gerückt: Der Akt des Sehens verschmilzt mit Hören, Fühlen und sozialer Interaktion. Die Beschränkung des Zugangs auf ein Publikum über 18 Jahre sowie das bewusste Spiel mit Dresscode‑Elementen wie „Silver, Neon, Swimwear“ signalisieren eine Kultur des bewussten Erlebens und der kollektiven Imagination, die sich jenseits klassischer Modenschau‑Normen positioniert.
Ziel der Inszenierung war es, Mode nicht nur visuell, sondern multisensorisch erfahrbar zu machen: Lichtreflexionen im Wasser, die Bewegung der Silhouetten und die akustische Kulisse erzeugten eine unmittelbare, körperliche Wahrnehmung der Kollektion. Dieses hybride Format demonstriert eine Entwicklung in der Modebranche, die klassische Runway-Strukturen hinterfragt und auf immersive, atmosphärisch dichte Erlebnisse setzt, bei denen Interaktion, Wahrnehmung und soziale Dynamik stärker in den Vordergrund rücken als die distanzierte Betrachtung eines Kleidungsstücks.
