Bereits beim Eintreten spürte ich die besondere Atmosphäre. Auf 2.300 Quadratmetern eröffnete sich mir ein Ort, der nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine Vielfalt beeindruckt: sieben Restaurants, zwei Pop-ups und eine Bar sind bereits am Start, fünf weitere Restaurants und eine zweite Bar folgen bald. Über 660 Sitzplätze laden zum Verweilen ein, dazu kommt eine große Eventfläche, die für Kultur, Feiern und Begegnungen vorgesehen ist.
Die Mischung aus roh-industriealem Betongerüst und liebevoll ausgewählten Vintage-Möbeln wirkt sofort einladend – retro, cozy, ein Stück Heimat im urbanen Neukölln. Man fühlt sich nicht wie in einem anonymen Konsumtempel, sondern wie in einem Wohnzimmer, das man sich mit der Nachbarschaft teilt. Gründer Martin Barry brachte es auf den Punkt: „Wir haben Kalle Halle als Ort gestaltet, der sich nicht nach Konsum anfühlt, sondern nach Gemeinschaft.“
Kulinarisch wurde ich förmlich überflutet von Möglichkeiten. Bei PrawnP()rn entdeckte ich ausgefallene Meeresfrüchte-Kreationen, während Birds in the Kitchen das wohl saftigste Fried Chicken Sandwich servierte, das ich je gegessen habe. Die italienische Ecke überzeugte gleich doppelt – mit Panù, inspiriert von sardischer Küche, und mit Mangiare Berlin, einer Pizzeria, die schon in Moabit Kultstatus hat. Mein persönliches Highlight: die handgezogenen Nudeln bei CHEN’S BEEF NOODLE HOUSE, die mit einer aromatischen Brühe serviert wurden, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Auch Streetfood-Liebhaber und Fine-Dining-Fans kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Ob Burger von Great Barrier Beef, New-York-Deli-Feeling bei MOGG, Ramen von Earth Tokyo, koreanische Küche bei MOIM oder die erste japanische Handroll-Bar Berlins (KOJI) – jede Station hat ihren eigenen Charakter. Und wer zwischendurch Lust auf etwas Süßes oder einen Kaffee hat, wird bei den Pop-ups LAP Coffee und B-ICED Gelateria fündig. In der SOOT Bar konnte ich schließlich den Abend bei einem Cocktail ausklingen lassen – urban, kreativ und doch angenehm entspannt.
Burger von Great Barrier Beef : wunderbare Bürger old faschion mit viel liebe und Phantasie produziert.
Japanische Handroll-Bar Berlins (KOJI) : Ein besonderes Erlebnis Sushi frisch zubereitet vor den Augen der Gäste. Das besondere die Frische Nori Blatt
PrawnP()rn : ein besondere Seafood Konzept mit Weltanschauung zur Erhaltung die Meere aber das muss euch Chefkoch Janek Eisner selbst erzählen
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist jedoch nicht nur das Essen oder das Design, sondern die Haltung dahinter: Kalle Halle versteht sich als Plattform für die Nachbarschaft. Drei Samstage lang wird die Eröffnung mit Aktionen gefeiert – nicht als elitäres Event, sondern als Einladung an den Kiez. Hier sollen Menschen zusammenkommen, miteinander ins Gespräch kommen, Zeit verbringen und sich wohlfühlen.
Ich verließ die Kalle Halle mit dem Gefühl, dass Berlin-Neukölln hier ein neues Herzstück bekommen hat – ein Ort, an dem Gastronomie, Design und Community nicht nebeneinander, sondern miteinander existieren. Für mich ist klar: Das war nicht mein letzter Besuch.
