Die touristische Entwicklung in Potsdam zeigt sich im Jahr 2025 in bemerkenswerter Verfassung und steht exemplarisch für eine Destination, die Wachstum und Profilbildung miteinander verbindet. Beim Pressegespräch in der Caligari-Halle des Filmpark Babelsberg wurde eine Bilanz vorgestellt, die nicht nur durch Rekordzahlen überzeugt, sondern vor allem durch ihre strategische Klarheit. Mit rund 1,5 Millionen Übernachtungen und mehr als 638.000 Gästen erreicht die Stadt neue Höchststände, während gleichzeitig die Aufenthaltsdauer stabil bleibt und die Nachfrage zunehmend auch die Nebensaison stärkt. Gerade diese Entwicklung deutet auf eine wachsende Resilienz des Tourismusstandorts hin, der sich nicht allein auf saisonale Spitzen verlässt, sondern breiter aufgestellt ist.
Zugleich gelingt es Potsdam, seine inhaltlichen Stärken gezielt auszuspielen. Der Status als UNESCO Creative City of Film wird 2026 konsequent in den Mittelpunkt der touristischen Vermarktung gerückt und verleiht der Destination ein klar unterscheidbares Profil im internationalen Wettbewerb. Die Verbindung von historischer Filmtradition, aktueller Produktion und erlebbaren Angeboten schafft einen Zugang, der über klassische Städtereisen hinausgeht. Gerade der Filmpark fungiert hierbei als anschauliches Bindeglied zwischen Industrie, Kultur und Freizeit und macht die Filmstadt unmittelbar erfahrbar.
Auch strukturell ist eine positive Dynamik erkennbar. Mit dem Beitritt zum German Convention Bureau stärkt Potsdam seine Position im internationalen Tagungs- und Kongressmarkt und erschließt zusätzliche Nachfragepotenziale im MICE-Segment. Diese strategische Öffnung wird durch konkrete Instrumente ergänzt, etwa die Einführung einer Bonuskarte, die Gäste wie Einheimische gleichermaßen dazu anregt, die Stadt intensiver zu entdecken und unterschiedliche Angebote miteinander zu verknüpfen. Damit wird Tourismus nicht nur als Besuch, sondern als Erfahrung verstanden, die sich über verschiedene Bereiche der Stadt entfaltet.
Hinzu kommt die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors, die sich zunehmend stabilisiert. Die Einnahmen aus der Übernachtungssteuer sowie die hohen Umsätze im Tagestourismus unterstreichen die Rolle des Tourismus als tragende Säule der lokalen Wirtschaft. Insbesondere die große Zahl an Tagesreisen zeigt, wie eng Potsdam in den Metropolraum eingebunden ist und wie stark die Stadt von ihrer Nähe zu Berlin profitiert.
Insgesamt zeichnet sich ein Bild, das von Zuversicht geprägt ist. Potsdam gelingt es, Wachstum nicht als Selbstzweck zu verfolgen, sondern es mit inhaltlicher Schärfe und langfristiger Perspektive zu verbinden. Die Verbindung von wirtschaftlicher Stärke, kultureller Identität und gezielter Steuerung macht die Stadt zu einem Beispiel dafür, wie Tourismusentwicklung im urbanen Raum heute gestaltet werden kann.
Im Filmpark Babelsberg verdichtet sich diese Entwicklung auf anschauliche Weise. Beim Pressegespräch wurde deutlich, mit welcher Selbstverständlichkeit der Park heute als Schnittstelle zwischen touristischem Angebot, kultureller Identität und wirtschaftlicher Perspektive verstanden wird. Die Vertreter des Filmparks zeichneten ein Bild, das weniger auf bloße Besucherzahlen zielt als auf die Qualität des Erlebnisses: Der Blick hinter die Kulissen, die Nähe zu realer Filmproduktion und die Verbindung von Geschichte und Gegenwart sollen den Standort dauerhaft attraktiv halten. Mit dem Saisonauftakt Anfang April rückt der Filmpark erneut ins Zentrum der touristischen Aufmerksamkeit und fügt sich zugleich nahtlos in die strategische Ausrichtung der Stadt ein, das Thema Film stärker erlebbar zu machen. Dabei wirkte der Auftritt der Beteiligten bemerkenswert geschlossen. Stadt, Marketinggesellschaft und Filmpark formulierten kein Nebeneinander von Interessen, sondern ein gemeinsames Narrativ, das auf Kooperation und Profilbildung setzt. Gerade diese Geschlossenheit verlieh dem Termin eine spürbare Dynamik und machte deutlich, dass der Filmpark nicht nur als Freizeitattraktion fungiert, sondern als identitätsstiftender Ort einer Stadt, die ihre kulturelle Prägung zunehmend als ökonomische Ressource begreift.
