Prof. Dr. Veronika Grimm erhält den Preis des Deutschen Mittelstands 2026 und wird Ehrensenatorin
32. Preisverleihung am 6. Oktober 2026 im Würth Haus Berlin – Laudatio von Ministerpräsident Michael Kretschmer – Grimm fordert Mut zu Reformen für neues Wachstum
Berlin, 7. Oktober 2026. Die Stiftung Wir Eigentümerunternehmer und die Verbandsgruppe Wir Eigentümerunternehmer haben den Preis des Deutschen Mittelstands 2026 an Prof. Dr. Veronika Grimm verliehen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin, Mitglied des Sachverständigenrates und Professorin für Energiesysteme und Marktdesign an der Technischen Universität Nürnberg, wurde für ihren Einsatz für eine zukunftsfähige Wirtschafts-, Sozial- und Finanzordnung sowie für ihre unabhängige und klare Haltung ausgezeichnet. Im Rahmen der Verleihung wurde sie zur Ehrensenatorin in den Europäischen Senat der Wir Eigentümerunternehmer berufen.
Grimm: Die entscheidenden Weichen werden in Deutschland gestellt
In ihrer Dankesrede betonte Grimm den Wert des Dialogs zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie beschrieb die Lage der deutschen Wirtschaft mit niedrigem Potenzialwachstum, demografischem Druck, veränderten geopolitischen Machtverhältnissen und einem angespannten Haushalt. Reformen der sozialen Sicherungssysteme seien notwendig, reichten für neues Wachstum aber allein nicht aus. Die wichtigsten Aufgaben lägen im eigenen Land und ließen sich nicht auf äußere Faktoren schieben. Zugleich zeigte sie konkrete Wege auf:
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•Innovation: Europa liegt bei privatwirtschaftlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung, besonders im IT-Bereich, hinter den USA und China zurück. Der Staat kann diese Lücke nicht allein schließen, deshalb braucht es bessere Rahmenbedingungen, damit Unternehmen mehr investieren.
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•Regulierung: Ein Abbau von Hürden, etwa bei künstlicher Intelligenz, autonomem Fahren und Gentechnik, soll Innovation und Skalierung erleichtern.
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•Arbeitsmarkt: Flexiblere Modelle nach dem Vorbild Dänemarks, Schwedens und der Schweiz können die Kosten des Scheiterns senken und Mut zu unternehmerischen Wagnissen fördern.
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•Bildung: Ein starkes, inklusives System soll Talente unabhängig von der Herkunft fördern und auf den technologischen Wandel vorbereiten.
Als gelungene Beispiele nannte Grimm den Halbleiter- und Mikroelektronik-Cluster in Sachsen, die Ganztagsschulen in Hamburg und die unternehmerische Ausrichtung der TUM in Bayern. Sie rief Politik und Unternehmer dazu auf, gemeinsam die Selbstwirksamkeit der Menschen zu stärken und rechtzeitig Handlungsspielräume zu schaffen.
Laudatio: Klarheit, Unabhängigkeit und lernfähige Demokratie
Die Laudatio hielt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er würdigte Grimm als Wissenschaftlerin, die auch unbequeme Themen klar und sachlich anspricht, und betonte den Wert eigenständigen Denkens und überzeugender Argumente für Politik und Gesellschaft. Ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit und ihr Mut zur Klarheit seien gerade in Zeiten großer Veränderungen unverzichtbar.
Kretschmer machte deutlich, dass Deutschland Innovation, Reformbereitschaft und eine lernfähige Demokratie brauche. Er erinnerte daran, wie konsequent nach der Finanzkrise 2008/2009 in Wissenschaft und Forschung investiert wurde. Im anschließenden Gespräch mit Grimm ging es darum, wie Europa bei Forschung und Entwicklung wieder aufschließen kann. Die Skalierung von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Robotik bezeichneten beide als wirtschaftliches wie sicherheitspolitisches Thema.
Stiftung und Verbände: Verlässliche Rahmenbedingungen für den Mittelstand
Dr. Jürgen Großmann, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Wir Eigentümerunternehmer, würdigte Grimms Verwurzelung in der Wirtschaft und ihren Einsatz für verlässliche Rahmenbedingungen und Eigenverantwortung. Er verlas die Urkunde und berief sie in den Europäischen Senat. Johannes Schmalzl, Leiter der Repräsentanz der Würth-Gruppe in Berlin und Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Würth, sprach im Namen der Familie Würth über das Bekenntnis zum Standort Deutschland, über Investitionen in Bildung, Kunst und Kultur sowie über den Wert von Leistung und Eigenverantwortung.
„Die Botschaft des Abends ist eindeutig: Die entscheidenden Weichen für neues Wachstum werden in Deutschland gestellt. Eigentümerunternehmer tragen dafür jeden Tag Verantwortung. Wir erwarten von der Politik, dass sie Veronika Grimms Impulse zu Innovation, Regulierung und Arbeitsmarkt jetzt aufgreift.
Jan Vogel, Geschäftsleitung Verbandsgruppe Wir Eigentümerunternehmer
Seit mehr als drei Jahrzehnten: Der Preis des Deutschen Mittelstands
Der Preis des Deutschen Mittelstands wird seit 1994 jährlich von der Stiftung Wir Eigentümerunternehmer in Zusammenarbeit mit führenden Mittelstandsverbänden verliehen, darunter der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft, der Deutsche Steuerberaterverband und die European Small Business Alliance. Er würdigt Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, die sich für starke Rahmenbedingungen des Mittelstands und eine freiheitliche Wirtschaftsordnung einsetzen. Die Preisverleihung zählt zu den traditionsreichsten Auszeichnungen im Umfeld eigentümergeführter Unternehmen in Deutschland.
Weitere Informationen unter: www.preis-des-mittelstands.de
Über die Stiftung Wir Eigentümerunternehmer
Die Stiftung Wir Eigentümerunternehmer setzt sich für die politische Repräsentation und Stärkung eigentümergeführter Unternehmen in Deutschland ein. Sie ist Trägerin des Preises des Deutschen Mittelstands und verbindet Unternehmerinnen und Unternehmer mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.
Im Foto : v.l. Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter Miele & Cie. KG, Stiftungsrat der Stiftung Wir Eigentümerunternehmer;
Preisträgerin Prof. Dr. Veronika Grimm; Ministerpräsident Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen; Herzogin Anna in Bayern, Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee, Stiftungsrätin der Stiftung Wir Eigentümerunternehmer; Dr. Jürgen Großmann, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Wir Eigentümerunternehmer; Dr. Yorck Otto, Präsident UNION MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN – UMU – Wir Eigentümerunternehmer
(Foto: Andreas Amann, Berlin)
