PALAZZO Berlin 2026: Ein Abend voller Artistik, Genuss und großer Unterhaltung
Persönlicher Veranstaltungsbericht | Berlin, 5. November 2026
Wenn sich im Berliner Spiegelpalast am Zoo die Lichter spiegeln, die Musik einsetzt und die ersten artistischen Darbietungen beginnen, wird schnell deutlich, dass ein Besuch im PALAZZO mehr sein möchte als ein gewöhnlicher Restaurantabend. Bei meinem Besuch der neuen Spielzeit 2026/2027 erlebte ich eine gelungene Verbindung aus anspruchsvoller Küche, internationaler Artistik, Live-Musik und einer guten Portion Humor. Ein Abend, der nicht nur kulinarisch, sondern auch unterhaltsam einiges zu bieten hatte.
Seit mittlerweile 18 Jahren gehört PALAZZO zu den festen Größen im Berliner Veranstaltungskalender. Auch in dieser Saison setzen die Gastgeber Hans-Peter Wodarz und Kolja Kleeberg auf das bewährte Konzept der Dinner-Show: Während die Gäste ein mehrgängiges Menü genießen, entfaltet sich auf der Bühne ein abwechslungsreiches Programm mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern.
Eine Reise zurück in die große Zeit der Fernsehshows
Das neue Programm 2026/2027 steht unter dem Motto der legendären Gameshows vergangener Jahrzehnte. Erinnerungen an die großen Samstagabend-Unterhaltungssendungen werden dabei mit moderner Zirkuskunst, Comedy und Live-Musik verbunden. Das Publikum wird nicht nur zum Zuschauer, sondern immer wieder Teil einer Inszenierung, die mit überraschenden Wendungen und einem augenzwinkernden Umgang mit bekannten Fernsehformaten spielt.
Durch den Abend führt das neuseeländische Trio Laser Kiwi. Mit Comedy, Jonglage, Luftakrobatik und Kunstrad verbinden die drei Künstler unterschiedliche Disziplinen zu einer ebenso schrägen wie unterhaltsamen Mischung. Ihr komödiantisches Timing sorgt für zahlreiche humorvolle Momente. Dabei gelingt ihnen etwas, das für eine Dinner-Show besonders wichtig ist: Sie schaffen eine lockere Atmosphäre, ohne dass die artistischen Leistungen in den Hintergrund geraten.
Zu den beeindruckenden Höhepunkten zählen Natalia und Lucas mit ihrer Hand-auf-Hand-Akrobatik. Das Duo aus Finnland und Spanien verbindet körperliche Präzision mit Elementen des mexikanischen Freestyle-Wrestlings. Kraft, Beweglichkeit und ein überraschender Sinn für Humor machen ihren Auftritt zu einer der auffälligeren Nummern des Abends.
Einen ganz anderen Zugang zur Artistik bietet Mukhamadi Sharifzoda aus Tadschikistan. Seine Equilibristik, insbesondere die anspruchsvollen Handstandfiguren, verlangt höchste Konzentration und Körperbeherrschung. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der er schwierige Balancepositionen hält, lässt das Publikum staunen. Seine internationale Ausbildung und Auszeichnungen, darunter Silber beim renommierten Cirque de Demain Festival in Paris, unterstreichen sein Können.
Auch Dagim Ayten Beyene aus Äthiopien sorgt mit seiner freistehenden Leiter für Nervenkitzel unter der Kuppel des Spiegelpalastes. Jon Young zeigt am chinesischen Mast, dass hinter einer zunächst zurückhaltenden Erscheinung beeindruckende körperliche Fähigkeiten stecken. Meng und Hu begeistern mit ihrer außergewöhnlichen Hoop-Diving-Darbietung, bei der sie sich mit spektakulären Sprüngen durch unterschiedlich große Ringe bewegen.
Für die musikalische Atmosphäre sorgen Sängerin Lucy Schröder und die Band The Geschmacksverstärker. Die Live-Musik begleitet die Show, setzt emotionale Akzente und verbindet die einzelnen Darbietungen zu einem stimmigen Gesamterlebnis.
Kolja Kleeberg und Hans-Peter Wodarz: Kulinarik mit eigener Handschrift
Neben dem Bühnenprogramm ist das Vier-Gang-Menü ein wesentlicher Bestandteil des PALAZZO-Konzepts. Für die aktuelle Saison hat Kolja Kleeberg erneut eine Menüfolge zusammengestellt, die klassische Zutaten mit modernen Kombinationen verbindet.
Den Auftakt machte ein Tomaten-Oliven-Tatar auf cremiger Guacamole. Lauwarmer Parmesanschaum, Pimento und Basilikum-Vinaigrette ergänzten die Vorspeise. Die Kombination aus mediterranen Aromen und cremigen Komponenten bildete einen angenehmen Einstieg in das Menü.
Im Zwischengang folgte ein Risotto von gelber Paprika mit confierter Lachsforelle, Brokkolini und Paprika-Schaum. Besonders interessant war hier das Zusammenspiel der milden Süße der gelben Paprika mit dem Fisch. Das Risotto brachte eine angenehme Cremigkeit auf den Teller, während die weiteren Komponenten für Abwechslung sorgten.
Der Hauptgang setzte auf einen Klassiker, der bei PALAZZO offenbar nicht fehlen darf: lackierte Entenbrust mit Tannenhonig und schwarzem Pfeffer, serviert auf karamellisiertem Rotkohl. Dazu kamen kleine Kartoffelknödel und eine aromatische Kardamom-Sauce. Die Verbindung aus süßlichen, würzigen und herzhaften Aromen passte gut zur Jahreszeit. Gerade die Ente fügte sich überzeugend in das winterlich inspirierte Menü ein.
Den süßen Abschluss bildete ein lauwarmes Schokoladen-Törtchen mit Birnen-Kompott, pochierter Birne, Sauerrahmeis und Schokoladenganache. Die Verbindung von warmer Schokolade, fruchtiger Birne und kühlem Eis sorgte für einen gelungenen Abschluss. Ein Dessert, das unterschiedliche Texturen und Temperaturen miteinander verbindet.
Auch vegetarisch eine eigenständige Menüfolge
PALAZZO berücksichtigt ebenfalls Gäste, die auf Fleisch und Fisch verzichten möchten. Das vegetarische Menü beginnt mit derselben Vorspeise aus Tomaten-Oliven-Tatar und Guacamole. Im Zwischengang wird das Paprika-Risotto mit gratiniertem Ziegenkäse, Brokkolini, grünem Spargel und Paprika-Schaum serviert.
Als Hauptgang stehen Trüffel-Gnocchi mit Babyspinat und schwarzem Trüffel auf dem Programm. Auch hier bleibt die Küche dem Anspruch treu, nicht einfach eine Alternative anzubieten, sondern ein eigenständiges Gericht mit aromatischer Tiefe. Das Schokoladen-Törtchen mit Birne und Sauerrahmeis bildet schließlich auch bei dieser Menüfolge den Abschluss.
Zwei Gastgeber, die Berliner Gastronomiegeschichte geprägt haben
Hinter dem kulinarischen Konzept stehen zwei Persönlichkeiten, die in der deutschen Gastronomie seit Jahrzehnten bekannt sind.
Hans-Peter Wodarz begann seine Karriere 1975 mit dem Restaurant „Die Ente im Lehel“ in München, das bereits ein Jahr nach seiner Eröffnung mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Später setzte er seine gastronomische Erfolgsgeschichte im Wiesbadener Nassauer Hof fort. Mit seinem Gourmet-Theater „Pomp Duck and Circumstance“ verband er schließlich Gastronomie und Unterhaltung auf besondere Weise. Seit 2007 ist er Partner der PALAZZO Produktionen GmbH und Gastgeber in Berlin.
Kolja Kleeberg prägte seinerseits über viele Jahre die Berliner Spitzengastronomie. Mit seinem Restaurant VAU am Gendarmenmarkt erkochte er sich einen Michelin-Stern und entwickelte sich zu einer bekannten Persönlichkeit der deutschen Koch- und Fernsehszene. Seit 2013 gehört er zur PALAZZO-Familie und verantwortet als kulinarischer Kopf die gastronomische Ausrichtung des Berliner Spiegelpalastes.
Gerade diese Verbindung aus Erfahrung, Kreativität und Unterhaltung macht den besonderen Charakter des Formats aus. PALAZZO ist weder ein klassisches Restaurant noch eine gewöhnliche Varietévorstellung. Vielmehr entsteht ein Abend, bei dem Essen und Bühnenprogramm gleichberechtigt nebeneinanderstehen.
Ein Berliner Abend, der in Erinnerung bleibt
Mein persönlicher Eindruck fällt ausgesprochen positiv aus. Besonders gelungen ist die Abwechslung zwischen den einzelnen Showacts. Es gibt humorvolle Momente, beeindruckende körperliche Leistungen und Augenblicke, in denen die Konzentration der Artisten fast greifbar wird. Die internationale Besetzung bringt unterschiedliche künstlerische Handschriften auf die Bühne und sorgt dafür, dass das Programm abwechslungsreich bleibt.
Auch das Menü überzeugt durch seine saisonale Ausrichtung und die Kombination klassischer Geschmacksrichtungen mit modernen Akzenten. Die Ente als Hauptgang ist dabei eine schöne Reminiszenz an die gastronomische Geschichte von Hans-Peter Wodarz.
Der Spiegelpalast selbst trägt wesentlich zur Atmosphäre bei. Die festliche Gestaltung, das besondere Licht und die Nähe zur Bühne schaffen einen Rahmen, der sich deutlich von einem gewöhnlichen Restaurantbesuch unterscheidet. Man sitzt nicht einfach beim Essen und schaut gelegentlich auf eine Bühne. Vielmehr wird der gesamte Abend zu einer gemeinsamen Inszenierung.
Die neue PALAZZO-Spielzeit läuft vom 5. November 2026 bis zum 7. März 2027. An mehr als 75 Abenden verbindet der Spiegelpalast am Berliner Zoo internationale Artistik, Live-Musik, Comedy und ein Vier-Gang-Menü.
Für Berlin ist PALAZZO damit auch in dieser Saison eine besondere Adresse für alle, die einen Abend mit Kultur, Kulinarik und Unterhaltung verbinden möchten.
Mein Fazit: ein rundum gelungener Besuch, bei dem sowohl die Küche als auch das internationale Showensemble überzeugen konnten.
