Zwischen Burrata Bowl und Rinderhüftsteak: Die Spielbank Berlin setzt auf mehr als Casino-Klassiker
Wer die Spielbank Berlin am Potsdamer Platz betritt, erwartet zunächst Roulette, Black Jack oder Poker. Doch inzwischen gehört auch die Küche deutlich stärker zum Abend. Das gastronomische Angebot ist breit angelegt und reicht von kleinen Gerichten für zwischendurch bis zu vollwertigen Hauptgängen. Genau darin liegt der Reiz des Konzepts „Dine & Gamble“: Das Essen ist nicht nur Begleitung zum Spiel, sondern kann den Abend ebenso bestimmen. Bei unserem Besuch führten uns Zigdem und Bruno professionell durch das Haus und gaben dabei auch einen guten Einblick in das Zusammenspiel von Gastronomie und Casino.
Die aktuelle Speisekarte zeigt eine Küche, die bewusst unterschiedliche Geschmäcker zusammenbringt. Zum Einstieg gibt es etwa Chili con Carne mit Rindfleisch, Kidneybohnen, Mais und Tomate oder eine vegane Süßkartoffel-Kokos-Suppe mit gerösteten Kichererbsen und Sesam. Etwas leichter fällt der Caesar Salad mit gebratener Hähnchenbrust aus, der mit Baby-Romanasalat, Parmesan-Dressing, Croutons und halbgetrockneten Tomaten serviert wird.
Besonders interessant sind die beiden vegetarischen Bowls. Die Burrata Bowl kombiniert Rucola und Tomaten mit Burrata, marinierten Oliven, Avocado-Creme, Pinienkernen und Focaccia-Croutons. Die Casino Bowl geht geschmacklich in eine andere Richtung: Tandoori-Reis, wilder Brokkoli, Halloumi, Avocado-Creme, Poppadum-Crunch und Süßkartoffelsauce ergeben eine deutlich würziger angelegte Komposition. Beide Gerichte kosten 18,50 Euro und zeigen, dass die Küche nicht allein auf schwere Casino-Klassiker setzt.
Bei den Hauptgerichten wird es klassischer. Die gegrillte Hähnchenbrust kommt mit rustikalen Pommes frites, Blattsalat und Kräuterbutter auf den Teller. Fish & Chips werden mit Kabeljau im knusprigen Backteig, Remoulade, Pommes und kleinem Salat serviert. Etwas ambitionierter ist das argentinische Rinderhüftsteak für 28 Euro, das mit Kartoffel-Kräuterstampf, Pfefferrahmsauce, wildem Brokkoli und Tomaten kombiniert wird. Damit reicht die Karte vom unkomplizierten Abendessen bis zum Gericht, das durchaus als Mittelpunkt eines längeren Restaurantbesuchs funktionieren kann.
Auch die Burgerauswahl ist bemerkenswert vielfältig. Neben einem Cheeseburger und einem Crispy Chicken Burger steht ein vegetarischer Halloumi Burger auf der Karte. Alle drei Varianten werden mit Salat, marinierten Zwiebeln, Gewürzgurke, Tomate, Pommes frites und hausgemachtem Ketchup serviert und kosten jeweils 17 Euro. Dazu kommen drei sogenannte Dropped Sandwiches: Avocado-Ei-Parmesan, Chicken Club und Philly Cheese. Letzteres kombiniert gegrilltes Brioche mit Rinderhüfte, Pickles und Cheddarsauce.
Für den späteren Abend oder den kleinen Hunger gibt es Pasta, Pizza und Snacks. Die Penne Pesto Genovese mit Basilikumpesto, Grana Padano und Tomatenconfit ist vegetarisch und kostet 14 Euro. Wer es gehaltvoller mag, kann Penne mit Rindfleischstreifen und Pilzrahmsauce oder mit Garnelen, Zitronenpfeffer und Basilikumpesto wählen. Bei den Snacks gehören eine XL-Currywurst mit pikanter Currysauce und Chili Cheese Fries mit Cheddarsauce, Jalapeños und Parmesan zum Angebot. Die Pizza reicht von der vegetarischen Margherita bis zur Variante mit Garnelen.
Auch beim Dessert bleibt die Karte bodenständig und zugleich abwechslungsreich. Der Kaiserschmarrn wird mit Maple-Glace, Kirschragout, Vanilleeis und Mandelsplittern serviert. Dazu kommt der klassische Apfelstrudel mit Vanillesauce. Gerade nach einem längeren Abend im Casino passen solche Desserts gut zum Charakter des Hauses: Sie sind vertraut, unkompliziert und dennoch mehr als ein bloßer Abschluss.
Die Gastronomie verteilt sich nicht auf ein klassisches Restaurant im herkömmlichen Sinn. Am Potsdamer Platz wird die Küche ab 18 Uhr in den Barbereichen und auch direkt auf dem Pokerfloor angeboten. Das verändert die Atmosphäre. Man kann zunächst essen, anschließend spielen, zwischendurch etwas bestellen oder den Abend mit einem Dessert und einem Drink ausklingen lassen.
Für genau diese Verbindung steht „Dine & Gamble“. Das Gold Package umfasst für 25 Euro einen Food-and-Beverage-Gutschein sowie freien Eintritt für zwei Personen, das Platin Package bietet für 50 Euro gastronomisches Guthaben bei ebenfalls freiem Eintritt für zwei Personen. Wer das Casino erstmals kennenlernen möchte, kann das Welcome Package für 39 Euro wählen, das unter anderem einen Signature Drink, eine Hausführung, eine Spielerklärung und 15 Euro in Chips beinhaltet.
Kulinarisch konkreter werden das Royal Flush Package mit Burger-Menü, Getränk, Dessert und 10 Euro in Chips sowie das Queen of Hearts Package mit Berliner Currywurst, Getränk, Dessert und ebenfalls 10 Euro in Chips. Für einen umfassenderen Abend ist das Classic Package für 79 Euro angelegt. Es verbindet ein Drei-Gänge-Menü mit Begrüßungsdrink, Hausführung, Spielerklärung und fünf Chips zu je zwei Euro.
Gerade die Unterschiede bei den Gutscheinen und Packages sind interessant, weil sie verschiedene Arten eines Abends ermöglichen. Wer vor allem essen möchte, kann das gastronomische Angebot unabhängig vom Spiel nutzen. Wer neugierig auf das Casino ist, bekommt mit dem Welcome Package eine Einführung. Und wer beides miteinander verbinden möchte, kann mit dem Classic Package einen kompletten Abend daraus machen. Die rund 30 Plätze im gastronomischen Bereich bieten dabei eine gute Möglichkeit, zunächst in Ruhe zu essen und anschließend noch eine Runde durch die Spielbank zu drehen.

Unser Eindruck nach dem Rundgang mit Bruno und Cidem: Die Gastronomie ist inzwischen ein eigenständiger Bestandteil des Besuchs. Die Karte bietet genügend Auswahl für unterschiedliche Vorlieben, von veganer Suppe und vegetarischen Bowls über Pasta und Pizza bis zu Steak, Burger und Fish & Chips. Dazu kommen Desserts und Getränke, die den Abend verlängern können. Das macht den Potsdamer Platz zu einem Ort, an dem man nicht zwingend zum Spielen kommen muss. Man kann auch zum Essen beginnen und sehen, wohin sich der Abend entwickelt. Genau diese Offenheit macht das Konzept „Dine & Gamble“ kulinarisch interessant.
