„BÄRLICIOUS“ heißt die Edition limitierter Sammlerfiguren, die das Künstlerduo COARSE gemeinsam mit dem Berliner Sternekoch Tim Raue am 14. November im unteren Foyer des Berliner Fernsehturms vorgestellt hat. Was auf den ersten Blick wie neues Merchandising für eine Berliner Touristenattraktion wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Versuch, die Grenzen zwischen Souvenir, Designobjekt und Gegenwartskunst neu zu definieren. COARSE, ein in Berlin und Los Angeles arbeitendes Duo bestehend aus Mark Landwehr und Sven Waschk, ist seit Jahren international für handgefertigte Skulpturen bekannt, die mit reduziertem Ausdruck, klaren Linien und erzählerischer Tiefe spielen. Für die Kooperation mit dem Fernsehturm entwickelten die Künstler drei Figuren, die das Symboltier Berlins in jeweils eigener Interpretation darstellen und zugleich augenzwinkernde Anspielungen auf die Identität der Hauptstadt enthalten. Tim Raue, der seit Frühjahr 2025 das Restaurant Sphere im Turm kuratiert, erläuterte bei der Präsentation seine langjährige Beziehung zu COARSE und die Idee, Kunst als integralen Bestandteil eines Standortkonzeptes zu nutzen. Bereits in der Vergangenheit arbeiteten die Beteiligten zusammen und entwarfen den Kolibri als Maskottchen für Raue. Mit dem neuen Projekt sollte die starke visuelle Sprache der Künstler auch in 207 Metern Höhe präsent sein.

Die drei Figuren – „King of the Tower“, „Bite of Berlin“ und „Quiet Icon“ – sind jeweils auf 300 Exemplare limitiert und werden vollständig handgefertigt. „King of the Tower“, 36 Zentimeter hoch und in King-Kong-Pose auf dem Fernsehturm thronend, hält eine Currywurst in der Tatze und soll den kraftvollen Herzschlag der Metropole verkörpern. Mit 129 Euro ist er das teuerste Stück der Reihe. „Bite of Berlin“, farbenfroh, 12 Zentimeter hoch und in einer Currywurst-Schale sitzend, spiegelt den kulinarischen Kult um Berlins bekannteste Street-Food-Ikone wider und kostet 59 Euro. „Quiet Icon“, 13 Zentimeter hoch und mit goldglänzendem Kopf, versteht sich als poetische und nachdenkliche Facette der Stadt und ist für 49 Euro erhältlich. Ergänzt wird die Edition durch Plüschvarianten in drei Farben für jeweils 29 Euro.

Die Edition umfasst drei handgefertigte Figuren in limitierter Auflage (je 300 Stück):

„King of the Tower“: Ein 36 cm hoher Bär, der in King-Kong-Pose den Fernsehturm erklimmt – in der Tatze eine Currywurst – für 129 Euro.

„Bite of Berlin“: Ein 12 cm hoher, farbenfroher Bär, der in einer Currywurst-Schale sitzt und einen Pieker hält – Preis: 59 Euro.

„Quiet Icon“: Ein 13 cm hoher Bär mit goldglänzendem Kopf, der Ruhe, Poesie und nachdenkliche Seiten Berlins symbolisiert – 49 Euro.

Strategisch bemerkenswert ist, dass die Exklusivität der limitierten Auflagen das Produkt formal in Richtung Kunstmarkt verschiebt. Der Fernsehturm fungiert nicht ausschließlich als Verkaufsplattform, sondern selbst als Bestandteil des künstlerischen Narrativs, insbesondere durch „King of the Tower“. Für Raue entsteht damit eine Verzahnung von Gastronomie, Erlebnisarchitektur und Kulturprodukt; für den Fernsehturm eine Erweiterung seines Profils über den touristischen Zweck hinaus. Der Ansatz folgt einem Trend, bei dem Kulturdestinationen verstärkt Kooperationen mit Designer- und Kunstakteuren eingehen, um Markenwert und Besucherbindung zu stärken.

Gleichzeitig zeigt das Projekt den wachsenden Markt für hochwertige Sammlerobjekte außerhalb traditioneller Galerie- und Auktionshäuser. Limitierung, erzählerischer Gehalt und lokale Symbolik gelten als zentrale Werttreiber. Ob „BÄRLICIOUS“ langfristig über den Impuls der Einführung hinaus Relevanz im Sammler- oder Sekundärmarkt gewinnt, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sein, ob die Figuren sich als eigenständige Kunstobjekte etablieren oder als ausgefeilte, aber dennoch klassische Souvenirs wahrgenommen werden.

In der Gesamtschau steht „BÄRLICIOUS“ exemplarisch für die zunehmende Verschmelzung von Kunst, Markenführung und Erlebnisökonomie. Der Berliner Bär, vielfach zitiert und häufig touristisch vereinnahmt, erscheint hier in einer Neuauflage, die Anspruch, Ironie und Identität verbindet. Für Akteure aus Kulturwirtschaft, Standortmarketing und Designhandel bietet das Projekt ein Beispiel dafür, wie lokale Ikonen wirtschaftlich und kulturell aufgeladen werden können – und wie sich aus vermeintlich einfachem Merchandising ein eigenständiger künstlerischer Wert entwickeln soll.

Von admin