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Zwischen Weihrauch, Dhow und Hightech Museen an denen Omans Geschichte, Kultur und Gegenwart lebendig werden
Oman atmet Geschichte. Und zwar reichlich. Über 5.000 Jahre Seefahrt, Weihrauchhandel und Handelsbeziehungen, dazu mächtige Herrscher, alte Handwerkskunst und eine Natur, die zwischen Wüste, Bergen und Meer ziemlich spektakulär ausfällt. Im Sultanat wird kulturelles Erbe ganz unterschiedlich erzählt: mit spektakulären Projektionen, alten Schiffen, kostbarem Schmuck und Kunst, die sich mit dem Oman von heute beschäftigt. Mal geht es um große Handelsrouten und Herrscherdynastien, mal um die Kleidung einer omanischen Braut oder die Frage, wie ein Holzboot ohne Bauplan entsteht. Sieben Museen, Ausstellungen und Orte, an denen Vergangenheit, Gegenwart und omanische Kultur auf äußerst unterschiedliche Weise lebendig werden. |
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Ob moderne Kunst aus Oman in der Stal Gallery, historische Exponate im modernen Oman Across Ages Museum oder Arabische Oryxantilopen in verschiedenen Ausführungen im Bait Al Zubair – die Museen in Oman bieten viel Kultur und spannende Exponate. v.l.n.r. © Stal Gallery, Oman Across Ages Museum, Bait Al Zubair.
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National Museum – hier wird die große Geschichte erzählt Wer Oman verstehen will, sollte hier anfangen: Das National Museum mitten in der Altstadt von Maskat, gegenüber dem Al-Alam-Palast, erzählt die Geschichte des Landes von den ersten menschlichen Spuren bis in die Gegenwart – und macht daraus alles andere als eine trockene Geschichtsstunde. Es geht um Seefahrt und Weihrauchhandel, Islam und omanische Herrscher, traditionelle Bewässerungssysteme, Waffen, Schmuck, Münzen, Handwerk und Alltagskultur. Zu den ältesten Exponaten gehören Funde aus der Bronzezeit, wie etwa ein zeremonieller Dolch aus der einst mächtigen Zivilisation von Magan. Zu sehen sind auch die berühmten Bienenkorbgräber von Bat, al-Khutm und al-Ayn sowie klassische omanische Khanjars, die geschwungenen Dolche, die bis heute zur omanischen Festtagskleidung gehören. Wer wissen möchte, was hinter den Kulissen eines Museums passiert, kann im offenen Depot Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Oman Across Ages Museum – wo aus History Hightech wird Wer wissen möchte, wie man über 5.000 Jahre Geschichte in ein ziemlich spektakuläres Museum packt, fährt nach Manah, knapp 20 Kilometer von Nizwa entfernt. Schon das Gebäude des Oman Across Ages Museum ist ein Hingucker: Seine scharfkantige Architektur ist den Felsen und Bergrücken des Hadschar-Gebirges nachempfunden. Drinnen geht es einmal quer durch die Geschichte Omans – von der Entstehung des Landes und den ersten Siedlern über die Bronzezeit und die Zivilisation von Magan bis zu Seefahrt, Weihrauchhandel, Islam und den omanischen Dynastien. Besucher erleben hier historische Szenen in 360-Grad-Projektionen, virtuelle Welten und interaktive Installationen. In der Renaissance Gallery springt die Zeit dann ins 20. Jahrhundert: Sie erzählt, wie sich Oman seit 1970 in Bildung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Infrastruktur verändert hat. Bait Al Zubair – vom Alltag der Omanis berichten Ein anderes Oman begegnet Besuchern im Bait Al Zubair in Maskat. Das private Museum ist auf mehrere traditionelle Häuser aufgeteilt und zeigt, was im omanischen Alltag über Jahrhunderte hinweg wichtig war: prächtige Khanjars – die traditionellen Dolche – und Schwerter, Schmuck, Kleidung, Haushaltsgegenstände und Musikinstrumente. Besonders schön ist die Hochzeitssammlung, die zeigt, wie aufwendig traditionelle Kleidung und Schmuck inszeniert werden. Eines der Häuser bildet ein über 100 Jahre altes omanisches Wohnhaus ab – mit Majli (Gemeinschaftsraum), Schlafzimmer und Vorratsraum. Gleich nebenan geht es in die Gegenwart: Zur Anlage gehört nämlich auch die Gallery Sarah, eine der wichtigsten Adressen für zeitgenössische Kunst in Oman. Hier treffen Werke etablierter und junger Künstler auf die historischen Schätze. Museum of the Frankincense Land – Weihrauch, der die Welt verband Weihrauch ist der Duft, der einst mehr wert war als Gold und der das Sultanat Oman mit der Welt verbunden hat. Im Museum of the Frankincense Land in Salalah geht es vor allem um das so begehrte Harz des Weihrauchbaums und den Handel damit, der die Region Dhofar schon vor Jahrtausenden mit den großen Zivilisationen des Orients verband. In der History Hall lernen Besucher die alten Handelswege und die verschiedenen Arten und die Verwendung des Weihrauchs kennen. In der sich anschließenden Maritime Hall wird dann deutlich, wie die Ware über das Meer in die Welt gelangte. Schiffsmodelle verdeutlichen die omanische Bootsbaukunst und wie der Handel organisiert war. Dank einer virtuellen Reise kann man sogar selbst über das Meer fahren. Das Museum liegt direkt im Al-Baleed Archaeological Park, dessen Ruinen zum UNESCO-Welterbe „Land of Frankincense“ gehören. Oman and the World: A Musical Journey – so klingt Oman Wer wissen möchte, wie sich Oman anhört, ist hier richtig: „Oman and the World: A Musical Journey“ im Royal Opera House in Maskat. Auf rund 850 Quadratmetern geht es von den Geräuschen der Natur über die Entstehung und Wissenschaft von Klängen bis zu Instrumenten, Musiktraditionen und der Frage, warum Musik Menschen überall auf der Welt verbindet. Dabei bleibt es nicht beim Zuhören: Interaktive Stationen laden dazu ein, selbst Rhythmen auszuprobieren, Klänge zu erforschen und selbst als Dirigent zu agieren. Ein Bereich widmet sich der omanischen Musik und ihren Traditionen, gleichzeitig öffnet die Ausstellung den Blick auf musikalische Entwicklungen rund um den Globus. Filme und Soundscapes machen daraus eine ziemlich ungewöhnliche Museumsstunde, bei der ausdrücklich mitgemacht werden darf. Stal Gallery – zeitgenössische omanische Kunst Wer wissen möchte, was Omanis heute beschäftigt, sollte in die Stal Gallery in Maskat gehen. Die Galerie hat sich ganz der zeitgenössischen Kunst verschrieben und zeigt Arbeiten junger aufstrebender und etablierter omanischer Künstler. Gemälde, Fotografie, Installationen und Mixed-Media-Arbeiten greifen dabei immer wieder Themen wie Identität, Erinnerung, Landschaft und den Wandel des Landes auf. In den wechselnden Ausstellungen treffen omanische Künstler auf internationale Gäste und eröffnen damit neue Perspektiven auf das Land und seine Gegenwart. Hier werden traditionelle Symbole und Motive neu interpretiert, persönliche Geschichten treffen auf gesellschaftliche Fragen. Dhow Factory – aus Holzplanken entstehen traditionelle Boote In Sur kann man der Geschichte des Landes beim Entstehen zusehen. In der Dhow Factory am Ufer der Lagune werden bis heute die traditionellen Holzboote (Dhows) gebaut, mit denen die Omanis einst über den Indischen Ozean nach Ostafrika oder Indien segelten. Große Planken aus Teakholz werden zugeschnitten, gebogen und Stück für Stück zum Rumpf zusammengesetzt, meist mit traditionellen Werkzeugen und nach über Generationen weitergegebenem Wissen. Statt Bauplänen bestimmt die Erfahrung des Handwerkers, wie das Schiff Gestalt annimmt. Besucher dürfen den Bootsbauern bei der Arbeit über die Schulter schauen und erleben, wie aus Holz ein seetüchtiges Schiff wird. Im angeschlossenen Fath Al Khair Center und in der Weshar Gallery erzählen Fotos und Exponate zusätzlich von der maritimen Geschichte der Stadt. |
