Ambassade de France à Berlin – Soirée française du cinéma bei der Internationale Filmfestspiele Berlin

Berlin, 16. Februar 2026. Während im Berlinale-Palast die Weltpremieren um Aufmerksamkeit ringen, wird wenige Kilometer entfernt in der Französischen Botschaft ein anderer Akzent gesetzt. Die Soirée française du cinéma versteht sich als kulturpolitisches Signal: als Bekenntnis zur internationalen Koproduktion, zur künstlerischen Freiheit und zur deutsch-französischen Zusammenarbeit in unruhigen Zeiten. Der französische Botschafter begrüßt Vertreterinnen und Vertreter aus Filmwirtschaft, Politik und Diplomatie dreisprachig. Das ist mehr als Höflichkeit. Es ist Ausdruck einer Branche, die per Definition grenzüberschreitend arbeitet.

Der Abend steht im Zeichen der Präsenz Frankreichs bei der 76. Berlinale. Von 179 Weltpremieren stammen mehr als 30 aus französischer Produktion oder Koproduktion, darunter drei Beiträge im Wettbewerb. Zwölf majoritäre und neunzehn minoritäre Koproduktionen verweisen auf die strukturelle Stärke eines Systems, das seit Jahrzehnten auf internationale Partnerschaften setzt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Centre national du cinéma et de l’image animée, dessen Förderinstrumente von selektiven Produktionshilfen bis zu spezifischen Exportprogrammen reichen. In Berlin wird diese Architektur nicht abstrakt diskutiert, sondern konkret sichtbar. Produzentinnen, Regisseure, Weltvertriebe und Festivaldelegationen bilden ein Netzwerk, das von staatlicher Förderung ebenso lebt wie von Marktmechanismen.

Die Rede des Botschafters verknüpft diese industriepolitische Dimension mit einer kulturpolitischen. Kino, so heißt es, bringe Menschen zusammen und schaffe Räume des freien Ausdrucks. In einer internationalen Lage, die von geopolitischen Spannungen geprägt ist, verteidigten Frankreich und Deutschland gemeinsame Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt. Diese Bezugnahme bleibt nicht symbolisch. Sie wird unterlegt durch Zahlen und Abkommen. Das deutsch-französische Filmabkommen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Mehr als 230 Filme sind seither entstanden. Drei davon laufen 2026 bei der Berlinale, darunter der Eröffnungsfilm NO GOOD MEN von Shahrbanoo Sadat sowie Wettbewerbsbeiträge von İlker Çatak und Angela Schanelec. Das Abkommen, einst unter Premierminister Lionel Jospin und Bundeskanzler Gerhard Schröder politisch flankiert, gilt bis heute als Referenzmodell für institutionalisierte Koproduktion in Europa.

Auch ARTE wird als Symbol dieser Kooperation genannt. Der Sender ist mit zwanzig Filmen auf der Berlinale vertreten, darunter Projekte mit ukrainischer Beteiligung. Frankreich hat seine Unterstützung für die ukrainische Filmproduktion über einen vom CNC verwalteten Solidaritätsfonds erneuert. Achtzehn Länder beteiligen sich mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Siebzig Förderungen für fünfundfünfzig Projekte konnten bislang bewilligt werden. Die Anwesenheit der stellvertretenden ukrainischen Kulturministerin Natalia Movshovych verleiht diesen Zahlen politische Konkretion.

Im Zentrum des Abends steht jedoch eine persönliche Auszeichnung. Daniela Elstner wird zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Der Ordre national de la Légion d’honneur ist die höchste staatliche Auszeichnung Frankreichs. Er würdigt außergewöhnliche Verdienste um Nation und Gesellschaft. Elstners Laufbahn spiegelt die europäische Verflechtung der Filmbranche. In München geboren, im Allgäu aufgewachsen, studierte sie Literaturwissenschaft in Paris. Ihre Karriere begann sie bei Unifrance, wo sie unter anderem mit Daniel Toscan du Plantier arbeitete. Es folgten Jahre bei Les Films du Losange an der Seite von Margaret Menegoz, später die Leitung von Doc & Film International, wo sie den Katalog auf mehr als 800 Titel ausbaute. Seit 2019 steht sie erneut an der Spitze von Unifrance und verantwortet die Zusammenführung von Film- und Fernseh-Exportstrategien.

Der Botschafter würdigt sie als Brückenbauerin zwischen Deutschland und Frankreich, als Managerin mit strategischem Blick und als Persönlichkeit, die Professionalität mit Offenheit verbindet. Elstner spricht mehrere Sprachen, verhandelt in Paris ebenso souverän wie in Berlin oder Peking und gilt in der Branche als Netzwerkerin mit analytischem Instinkt. In ihrer Dankesrede, die sie bewusst auf Französisch hält, verweist sie auf ihre ersten Berlinale-Erfahrungen vor dreißig Jahren und auf die prägende Kraft europäischer Austauschprogramme. Die Auszeichnung, sagt sie, ehre ihr französisches Herz, auch wenn sie aus Deutschland stammt.

Die Soirée française du cinéma ist damit mehr als ein diplomatischer Empfang. Sie ist eine Momentaufnahme einer Industrie, die sich zwischen Kulturauftrag und globalem Wettbewerb behaupten muss. Berlin bietet dafür den passenden Resonanzraum. Hier kreuzen sich Marktinteressen, politische Botschaften und künstlerische Ambitionen. Dass eine deutsche Managerin an diesem Ort die Ehrenlegion erhält, ist folgerichtig. Es unterstreicht, wie sehr das europäische Kino von Personen lebt, die nationale Perspektiven überschreiten und institutionelle Strukturen mit persönlichem Engagement verbinden.

Grußwort  des Französischen Botschafters anlässlich der Soirée française du cinémaim Rahmen der Berlinale Berlin, den 16.Februar 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
C’est une immense joie et un grand honneur pour Thomas Michelon, Lissandra Haulica, Anne Vassevière,pour toute l’équipe et pour moi de vous accueillir ce soir àl’Ambassade de France pour cette soirée française à l’occasionde la 76ème Berlinale.Soyez toutes et tous chaleureusement les bienvenus! Meine Damen und Herren, es ist meinem Team und mir eine große Freude, Sie alle ganz herzlich zu unserer Soirée française du Cinéma anlässlich der 76.Berlinale in der Französischen Botschaft willkommen zu heißen. Letme extend a warm word of welcome to our non-French and non-German speaking friends who honor us with their presence today. Thank you all for coming.
Meine Damen und Herren, heute Abend feiern wir das Kino und seine wertvollste Gabe: Menschen zusammenzubringen, in Deutschland, Frankreich und überall auf der Welt.In diesen bewegten Zeiten benötigen wir mehr denn je ein weltoffenes, neugieriges, inklusives und mutiges Kino –diese Werte verkörpert die Filmauswahl der Berlinale, die einen Raum des freien Ausdrucks für alle schafft.Die 76.Berlinale spiegelt auch die Lebendigkeit des französischen Kinos wider. Von den 179 Filmen, die ihre Weltpremiere feiern, wurden mehr als 30 von Frankreich produziert oder koproduziert, darunter drei, die im Wettbewerb laufen. 12 majoritäre und 19 minoritäre Koproduktionen zeugen von der Vielfalt unserer Industrie und von ihrer Fähigkeit, internationale Koproduktionen anzuziehen, insbesondere dank der verschiedenen Förderprogramme der französischen Filmförderungsbehörde CNC. Die bemerkenswerte Arbeit unserer Freunde des CNC, die heute Abend anwesend sind, möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich würdigen.Mein ganz herzlicher Dank giltden Produzentinnen und Produzenten, den Regisseurinnen und Regisseuren und den Filmteams für ihre Arbeit, ihr Engagement und ihr Bestreben, immer wieder neue Stoffe zum Leben zu erwecken.
Die Präsenz des französischen Kinos bei der Berlinale schlägt sich auch in einer bemerkenswerten weltweiten Strahlkraft nieder, wie die neun französischen Produktionen beweisen, die in diesem Jahr bei den Oscars ins Rennen gehen.Doch das französische Kino konkurriert nicht nur um Preise, sondern steht auch in direktem Dialog mit dem deutschen Publikum. Im Jahr 2025 zählte Deutschland erneut zu den drei wichtigsten Exportländern für unsere Filme. Diese Dynamik veranschaulicht eine grundlegende Wahrheit: Die deutsch-französische Freundschaft ist in allererster Linie eine echte Herzensangelegenheit. Sie beruht auf Emotionen, Begegnungen und gemeinsamen Geschichten. Und kaum ein Bereich fördert sie auf so großartige Weise wie das Kino.Diese Beziehung ist heute entscheidender als je zuvor. Vor dem Hintergrund einer anspruchsvollen internationalen Lage verteidigen Frankreich und Deutschland gemeinsame Werte: Demokratie, Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt.In diesem Sinne feiern wir dieses Jahr zudem einen besonders bedeutsamen Geburtstag: Das deutsch-französische Filmabkommen wird 25 Jahre alt. Dieses Abkommen war ein wesentlicher Faktor zur Stärkung unserer Beziehungen in der Filmwirtschaft, und dank ihm sind mehr als 230 Filmeentstanden, von denen drei in diesem Jahr bei der Berlinale gezeigt werden: der Eröffnungsfilm NO GOOD MENvonShahrbanoo Sadat sowie die beiden Wettbewerbsfilme GELBE Briefe von İlker Çatak und MEINE FRAU Weint von Angela Schanelec. Ebenfalls vor 25 Jahren wurde das Koproduktionsabkommen geschlossen, und unter Premierminister Jospin und Bundeskanzler Schröder wurden mit großem Ehrgeiz die Deutsch-französische Filmakademie, das Atelier Ludwigsburg-Paris und viele weitere umfassende undkohärente Instrumente geschaffen, die weltweit einzigartig sind, um die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland auszubauen. Vor 25 Jahren erschienen diese Beziehungen unerlässlich, um die deutsch-französischen Kooperationen voranzubringen. 25 Jahre später sind sie es noch immer, und dieser Geburtstag bietet auch die Gelegenheit, diese Erfolge zu würdigen und daran zu arbeiten, die Jugend beider Länder zu beteiligen und organische Koproduktionen zu stärken.Diese deutsch-französische Zusammenarbeit bringtauch der Sender ARTE zum Ausdruck, der in diesem Jahr bei der Berlinale mit 20 Filmen an den Start geht, darunter einige Koproduktionen mit der Ukraine, die an die Reihe Generation Ukraineanknüpfen, zu deren stolzen Unterstützern Frankreich gehörte.
Darüber hinaus hat Frankreich in diesem Jahr seine Unterstützung für die ukrainische Filmproduktion durch den vom CNC verwalteten Europäischen Solidaritätsfonds für den ukrainischen Film erneuert. Dieser von 18 Ländern mit insgesamt 1,5 Millionen Euro finanzierte Fonds hat es ermöglicht, 70 Förderungen für 55 in Koproduktion mit der Ukraine entstandene Projekte auszuzahlen. Sehr geehrte Frau Stellvertretende Ministerin für europäische Integration im Ministerium für Kultur der Ukraine, liebe Natalia Movshovych, es ist uns eine Ehre, Sie heute Abend hier begrüßen zu dürfen.Abschließend möchte ich unseren Partnern und Förderern, die heute Abend hier sind, ganz herzlich für ihr treues und wertvolles Engagement danken: dem Club der Förderer des Institut français Deutschland, der Region Okzitanien, der Region Nouvelle-Aquitaine und ADEN Immobilien, Auxmerveilleux de Fred, Pommery undDu Bonheur.Ihre Unterstützung ist unverzichtbar, damit das Kino auch weiterhin vereint, bewegt und zum Dialog anregt.Liebe Freundinnen und Freunde, da wir heute Abend aus Liebe zum Kino und durch das deutsch-französische Engagement zusammengekommen sind, ist es mir eine besondere Freude, im Namen Frankreichs eine Persönlichkeit zu ehren, deren Werdegang diese Werte voll und ganz verkörpert.

Des französischen Kinos bei der Berlinale schlägt sich auch in einer bemerkenswerten weltweiten Strahlkraft nieder, wie die neun französischen Produktionen beweisen, die in diesem Jahr bei den Oscars ins Rennen gehen.Doch das französische Kino konkurriert nicht nur um Preise, sondern steht auch in direktem Dialog mit dem deutschen Publikum. Im Jahr 2025 zählte Deutschland erneut zu den drei wichtigsten Exportländern für unsere Filme. Diese Dynamik veranschaulicht eine grundlegende Wahrheit: Die deutsch-französische Freundschaft ist in allererster Linie eine echte Herzensangelegenheit. Sie beruht auf Emotionen, Begegnungen und gemeinsamen Geschichten. Und kaum ein Bereich fördert sie auf so großartige Weise wie das Kino.Diese Beziehung ist heute entscheidender als je zuvor. Vor dem Hintergrund einer anspruchsvollen internationalen Lage verteidigen Frankreich und Deutschland gemeinsame Werte: Demokratie, Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt.In diesem Sinne feiern wir dieses Jahr zudem einen besonders bedeutsamen Geburtstag: Das deutsch-französische Filmabkommen wird 25 Jahre alt. Dieses Abkommen war ein wesentlicher Faktor zur Stärkung unserer Beziehungen in der Filmwirtschaft, und dank ihm sind mehr als 230 Filme entstanden, von denen drei in diesem Jahr bei der Berlinale gezeigt werden: der Eröffnungsfilm NO GOOD MENvonShahrbanoo Sadat sowie die beiden Wettbewerbsfilme GELBE BRIEFEvon İlker Çatak und MEINE FRAU WEINTvon Angela Schanelec.Ebenfalls vor 25 Jahren wurde das Koproduktionsabkommen geschlossen, und unter Premierminister Jospin und Bundeskanzler Schröder wurden mit großem Ehrgeiz die Deutsch-französische Filmakademie, das Atelier Ludwigsburg-Paris und viele weitere umfassende undkohärente Instrumente geschaffen, die weltweit einzigartig sind, um die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland auszubauen. Vor 25 Jahren erschienen diese Beziehungen unerlässlich, um die deutsch-französischen Kooperationen voranzubringen. 25 Jahre später sind sie es noch immer, und dieser Geburtstag bietet auch die Gelegenheit, diese Erfolge zu würdigen und daran zu arbeiten, die Jugend beider Länder zu beteiligen und organische Koproduktionen zu stärken.Diese deutsch-französische Zusammenarbeit bringtauch der Sender ARTE zum Ausdruck, der in diesem Jahr bei der Berlinale mit 20 Filmen an den Start geht, darunter einige Koproduktionen mit der Ukraine, die an die Reihe Generation Ukraineanknüpfen, zu deren stolzen Unterstützern Frankreich gehörte. Darüber hinaus hat Frankreich in diesem Jahr seine Unterstützung für die ukrainische Filmproduktion durch den vom CNC verwalteten Europäischen Solidaritätsfonds für den ukrainischen Film erneuert. Dieser von 18 Ländern mit insgesamt 1,5 Millionen Euro finanzierte Fonds hat es ermöglicht, 70 Förderungen für 55 in Koproduktion mit der Ukraine entstandene Projekte auszuzahlen. Sehr geehrte Frau Stellvertretende Ministerin für europäische Integration im Ministerium für Kultur der Ukraine, liebe Natalia Movshovych, es ist uns eine Ehre, Sie heute Abend hier begrüßen zu dürfen.Abschließend möchte ich unseren Partnern und Förderern, die heute Abend hier sind, ganz herzlich für ihr treues und wertvolles Engagement danken: dem Club der Förderer des Institut français Deutschland, der Region Okzitanien, der Region Nouvelle-Aquitaine und ADEN Immobilien, Auxmerveilleux de Fred, Pommery undDu Bonheur.Ihre Unterstützung ist unverzichtbar, damit das Kino auch weiterhin vereint, bewegt und zum Dialog anregt.Liebe Freundinnen und Freunde, da wir heute Abend aus Liebe zum Kino und durch das deutsch-französische Engagement zusammengekommen sind, ist es mir eine besondere Freude, im Namen Frankreichs eine Persönlichkeit zu ehren, deren Werdegang diese Werte voll und ganz verkörpert.

Verleihung der Insignien eines Offiziers der Ehrenlegion an Daniela Elstner

Liebe Daniela Elstner, Ihre Arbeit und Ihr unermüdliches Engagement haben in außergewöhnlicher Weise zur Strahlkraft des französischen Films in Deutschland, Europa und weltweit beigetragen. Durch Ihre Erhebung in den Rang eines Offiziers der Ehrenlegion möchte Frankreich heute dieses Engagement auszeichnen.Chère Daniela, nous sommes particulièrement heureux d’accueillir aujourd’hui de nombreux membres de votre famille franco-allemande: vos parents, Jürgen et Lilian, votre mari Jean-Lionel et vos enfants Eva et Adrien ainsi que votre sœur Catherine et votre belle-sœur Marie-Laurence accompagnées de leurs familles –Ich freue mich sehr, dass Sie heute Abend bei uns sind.Liebe Daniela, zunächst einmal möchten wir heute Abend Ihre außergewöhnliche Laufbahn im Bereich Film würdigen. Sie wurden in München geboren und wuchsen im Allgäu auf, haben einen Master in Moderner Literaturwissenschaft an der Universität Paris 7 absolviert und starteten 1996 Ihre berufliche Laufbahn in Frankreich, bei Unifrance.
Dort entdeckten Sie die Welt des Filmexports an der Seite eines außergewöhnlichen Mentors, Daniel Toscan du Plantier, und erkannten schnell die wichtige Rolle dieser Institution.1998 wechselten Sie zur Produktionsfirma Les Films du Losange, wo Sie gemeinsam mit Margaret Menegoz, einer bedeutenden Persönlichkeit des deutsch-französischen Films,die internationale Abteilung des Produktionsunternehmens aufbauten.Zehn Jahre lang waren Sie dort für den internationalen Vertrieb, Koproduktionen und die Auswahl für Filmfestivals mit Produktionen von Éric Rohmer, Jacques Rivette, Barbet Schroederoder auchMichael Haneke zuständig.2008 tratenSie als Gesellschafterin und Geschäftsführerin bei Doc & Film Internationalein. Unter ihrer Leitung öffnete sich das audiovisuelle Vertriebsunternehmen für Spielfilme und baute einen Katalog von über 800 Filmen auf. Viele dieser erstklassigen Filme wurdenaufrenommierten internationalenFestivals ausgezeichnet, vor allem mit dem Goldenen Löwen in Venedig und zwei Goldene Bärenin Berlin. Seit 2015 waren Sie Vorsitzende des Verbands Französischer Filmexporteure und spielten eine Schlüsselrolle bei der Umsetzungstruktureller Maßnahmen wie der Einrichtung desFonds zur Exportförderungvon Filmen.Sie hatten fernerwichtige Positionen bei Europa Internationalund dem Syndicat des producteurs Audiovisuelsinne. 2019 kehrten Sie als Geschäftsführerin zur OrganisationUnifrance zurück, der Sie im Laufe Ihrer Karriere stets verbunden blieben. Und es bedurfte Ihrer Erfahrungen, Ihrer Energie und Ihrer Visionen, um sich einer lange erwarteten Herausforderung anzunehmen: die Zusammenführung von Unifrance und TVF1 und somit von Kino und audiovsuellen Medien in einer gemeinsamen Exportstrategie. Durch diese Zusammenführung gewann Unifrance noch mehr an Bedeutung und verfügte nun über die Mittel, sich der internationalen Konkurrenz und den neuen Herausforderungen der Branche zu stellen. Seit sechs Jahren arbeitenSie unermüdlichund mit großer Überzeugung mit denProduzenten und Verleihern, die heute Abend so zahlreich erschienen sind, um Ihnen ihre Wertschätzung zu erweisen.All jene, die das Glück haben, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, sind sich einig: Ihre Energie ist beeindruckend. Sie steigenvon einem Flugzeug indasnächste, besuchen einFestival nach dem anderen und verlieren dabei nie Ihre gute Laune, bleiben stets ansprechbar und achten auf Ihre Mitmenschen. Und genau diese Eigenschaften zeichnen Sie aus. Neben Ihrer unglaublichen Energie schätzt die gesamte Filmbranche in Deutschland, Frankreich und darüber hinaus Ihre beispielhafte Professionalität.Müsste man sich auf eine Ihrer wichtigsten beruflichen Stärken beschränken, wäre es vielleicht die, die Ihre berufliche Laufbahn am meisten auszeichnet: Sie stellen Ihr anspruchsvolles Handeln in den Dienst der Gemeinschaft und sind stets bereit, Ihr Wissen und Ihre Informationen zu teilen, Ihre Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen und das Team zu stärken. Sie sind anspruchsvoll und großzüging zugleich, und auch das machtSie innerhalb der Branche zu einer geachteten und beliebten Persönlichkeit. Ihre Neugier und Ihre Kulturoffenheit sind bemerkenswert: So sprechen Sie zum Beispiel mehrere Fremdsprachen. In diesem Zusammenhang wurde uns erzählt, wie sehr Sie beieinem Abendessen im Rahmen eines Festivals eine chinesische Delegation beeindruckt haben, als Sie mit Ihnen Mandarin sprachen; eine Sprache, die Sie während Ihres Studiums erlernt und in Taiwan perfektioniert haben. Und natürlich darf das Französische nicht unerwähnt bleiben, das, wie Sie selbst sagen, Ihre Arbeitssprache ist und Ihnen sehr am Herzen liegt, und das Sie im Übrigen perfekt beherrschen.
Ihre Leidenschaft für Reisen und Kulturen bereichert Ihr vielschichtiges Weltbild und treibt Siezweifellos an, ebenso wieIhre Leidenschaft für Filme und Kunstschaffende, für die Sie sich mit aufrichtiger und tiefer Überzeugung einsetzen.Ihre Laufbahn steht zudem füreine wesentliche Errungenschaft: Die Position von Frauen an der Spitze wichtiger Filminstitutionen. Sie gehören neben den Frauen, die die Branche tief geprägt haben, zu den wichtigsten Verkörperungen dieser Entwicklung. Wie ich erneut erwähnen möchte, sind die deutsch-französischen Beziehungen eine Herzensanglegenheit und Sie, liebe Daniela, gehören zu denen, die sie am wunderbarsten verkörpern. Geboren und aufgewachsen in Deutschland und tief mit Frankreich verbunden, haben Sie Unifrance eine entschieden europäische Ausrichtung verliehen, die auf Dialog und Kooperation setzt. Sie sind eine wahre Verfechterin der europäischen Identität in der Filmindustrie und tragen dazu bei, dass unsere Filmbranche nicht an Diversität und Originalität verliert und ihre Fähigkeit beibehält, über die Grenzen hinaus zu leuchten.
Sie wurden bereits zum Ritter und später zum Offizier im Orden für Kunst und Literatur ernannt. Heute erhalten Sie eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs.«Daniela Elstner, au nom du Président de la République et en vertu des pouvoirs qui nous sont conférés, nous vous faisons officier de la Légion d’honneur.»

Rede von Daniela Elstner

Sehr geehrter Herr Botschafter, lieber François,sehr geehrter Herr Präsident von Unifrance, lieber Gilles,liebe Freunde und Familie,guten Abend.ich werde diese Rede auf Französisch halten, meiner Arbeitssprache und vor allem der Sprache, die mir am Herzen liegt. Denn heute Abend ist es mein französisches Herz, das durch diese Auszeichnung geehrt wird. Dass diese Verleihung hier in Berlin stattfindet, der Stadt, in der ich beruflich meine ersten Schritte gemacht habe, berührt mich ganz besonders. Das war vor genau 30 Jahren. Hier kam ich zum ersten Mal mit Filmfestspielen und der Filmbranche in Berührung, die mich mit offenen Armen empfangen hat. Sie hat mir zudem eine Welt eröffnet, die weit über meine Vorstellungskraft hinausging, als ich meine kleine Stadt im Allgäu verließ, um als Erasmus-Studentin Paris und all seine Verheißungen zu entdecken. Ich bin schon immer gern gereist und habe neue Menschen kennengelernt. Meine lieben Eltern, die heute Abend hier sind, haben ohne Zweifel viel dazu

11Ihre Leidenschaft für Reisen und Kulturen bereichert Ihr vielschichtiges Weltbild und treibt Siezweifellos an, ebenso wieIhre Leidenschaft für Filme und Kunstschaffende, für die Sie sich mit aufrichtiger und tiefer Überzeugung einsetzen.Ihre Laufbahn steht zudem füreine wesentliche Errungenschaft: Die Position von Frauen an der Spitze wichtiger Filminstitutionen. Sie gehören neben den Frauen, die die Branche tief geprägt haben, zu den wichtigsten Verkörperungen dieser Entwicklung. Wie ich erneut erwähnen möchte, sind die deutsch-französischen Beziehungen eine Herzensanglegenheit und Sie, liebe Daniela, gehören zu denen, die sie am wunderbarsten verkörpern. Geboren und aufgewachsen in Deutschland und tief mit Frankreich verbunden, haben Sie Unifrance eine entschieden europäische Ausrichtung verliehen, die auf Dialog und Kooperation setzt. Sie sind eine wahre Verfechterin der europäischen Identität in der Filmindustrie und tragen dazu bei, dass unsere Filmbranche nicht an Diversität und Originalität verliert und ihre Fähigkeit beibehält, über die Grenzen hinaus zu leuchten.
12Sie wurden bereits zum Ritter und später zum Offizier im Orden für Kunst und Literatur ernannt. Heute erhalten Sie eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs.«Daniela Elstner, au nom du Président de la République et en vertu des pouvoirs qui nous sont conférés, nous vous faisons officier de la Légion d’honneur.»
13Antwort von Daniela ElstnerSehr geehrter Herr Botschafter, lieber François,sehr geehrter Herr Präsident von Unifrance, lieber Gilles,liebe Freunde und Familie,guten Abend.ich werde diese Rede auf Französisch halten, meiner Arbeitssprache und vor allem der Sprache, die mir am Herzen liegt. Denn heute Abend ist es mein französisches Herz, das durch diese Auszeichnung geehrt wird.Dass diese Verleihung hier in Berlin stattfindet, der Stadt, in der ich beruflich meine ersten Schritte gemacht habe, berührt mich ganz besonders. Das war vor genau 30 Jahren. Hier kam ich zum ersten Mal mit Filmfestspielen und der Filmbranche in Berührung, die mich mit offenen Armen empfangen hat. Sie hat mir zudem eine Welt eröffnet, die weit über meine Vorstellungskraft hinausging, als ich meine kleine Stadt im Allgäu verließ, um als Erasmus-Studentin Paris und all seine Verheißungen zu entdecken. Ich bin schon immer gern gereist und habe neue Menschen kennengelernt. Meine lieben Eltern, die heute Abend hier sind, haben ohne Zweifel viel dazugetragen, indem sie mir eine weltoffene Erziehung vermittelt haben.Frankreich ist zu dem Land geworden, in dem ich nun arbeite und das mir am Herzen liegt. Das Land, in dem ich Wurzeln geschlagen habe. Denn vor 30 Jahren habe ich dort auch meinen Mann Jean-Lionel kennengelernt. Dieser Name ist mir mittlerweile so vertraut, aber noch immer verstehen ihn nicht alle sofort, wenn ich ihn ausspreche. Jean-Lionel, ohne dich an meiner Seite wäre nichts möglich gewesen. Danke für den Freiraum und die Freiheit, die du mir schenkst, für unsere Seelenverwandtschaft und unsere tiefe Verbundenheit: kurz gesagt, für unsere Liebe!Und natürlich begrüße ich auch unsere beiden lieben Kinder, Adrien und Eva. Es war nicht immer einfach für euch mit einer abwesenden Mutter, die oft überlastet und überfordert war und etwas zu viel an ihrem Telefon hing. Aber ich glaube, ihr habt euren Weggefunden und mir meinen gelassen, in gegenseitigem Vertrauen und Zuneigung.Beruflich habe ich also meine ersten Schritte in Berlin gemacht, wo ich bereits für Frankreich, bei Unifrance, arbeitete. Berlin ist auch die Stadt, in der Daniel Toscan du Plantier so plötzlich
verstorben ist –jeder erinnert sich an dieses tragische Ereignis. Daniel hatte mich bei Unifrance aufgenommen, vielleicht amüsiert von dieser energischen deutschen Praktikantin, die sich mit Huysmans beschäftigte, während sie ihm den Sitzplatz 1D im Flugzeug frei hielt. Ich denke mit Wehmut an den Mann, der mich ganz ungezwungen an die Welt des Kinos herangeführt hat.Dann folgten ebenso prägende Jahre bei den Films du Losange mit Margaret Menegoz. Uns verband unsere gemeinsame deutsche Herkunft, aber natürlich auch noch viel mehr: die Präzision in der Arbeit, das Engagement für das Gemeinwohl und die kollektive Arbeit. Und vor allem die Achtung und Liebe zu Werken und Künstler:innen –von Techniker:innen bis zu Regisseur:innen. Eric Rohmer, Barbet Schroeder, Bulle Ogier und Michael Haneke –sie alle waren Teil der Losange-Familie, wir arbeiteten nicht nur für sie, sondern auch mit ihnen. Diese Leidenschaft für die Arbeit, mit der wir Werke zum Leben erwecken wollten, ist nun fester Bestandteil meiner Persönlichkeit, und das verdanke ich zum großen Teil Margaret und dem gesamten Team von Losange, darunter Régine, die heute Abend hier ist: Ich erinnere mich an die 10 Jahre, in denen wir gemeinsam Grenzen überwunden haben, um Filme in die Welt hinauszutragen. Sicherlich haben wir manchmal angesichts der Schwierigkeiten Tränen vergossen, aber ich werde vor allem die gemeinsamen Momente des Glücks in Erinnerung behalten,
wenn ein Film „von der Gnade berührt” war, wie Margaret es gerne sagte.Danach begann meine Zeit bei Doc&Film International: ein neues Abenteuer mit neuen Partner:innen, aber noch immer mit dem gleichen kreativen Anspruch und den Künstler:innen, für die wir uns gemeinsam so gerne eingesetzt haben. Viele von ihnen sind unvergessen und ich danke ihnen für ihr Vertrauen. Besonders erwähnen möchte ich heute Abend Leila Bouzid, deren großartiger Film „À voix basse” („In A Whisper“) dieses Jahr in Berlin im Wettbewerb läuft, aber auch Nicolas Philibert, Frederick Wiseman und die leider verstorbene Chantal Akerman. Auch in diesem Abenteuer spielte Berlin erneut eine Rolle –insbesondere mit den Goldenen Bären an Adina Pintilie für ihren anspruchsvollen Film „Touch me not“ und an Gianfranco Rosi, der für den meisterhaften Film „Fuocoammare“ den Goldenen Löwen und dann den Goldenen Bären erhielt. Gianfranco, der Weg, den wir gemeinsam zurückgelegt haben, umspannt ein ganzes Berufsleben.Schließlich kehrte ich zu Unifrance zurück, dahin, wo meine Karriere begonnen hatte. Die Begegnung mit Serge Toubiana war ausschlaggebend für meine Entscheidung, Doc&Film zu verkaufen und mich an die Spitze eines Vereins zu begeben, der bald um eine audiovisuelle Sparte erweitert werden sollte. Dies verschaffte mir die große Ehre, französische Produktionen auf der ganzen Welt fördern zu können –das bedeutete zwar erhebliche Jetlags, aber auch ebenso viele spannende Begegnungen mit Fachleuten und Künstler:innen. Seit fast drei Jahren teile ich mir diese schöne Aufgabe mit Gilles Pélisson. Danke, lieber Gilles, für deine wertvolle unermüdliche Unterstützung. Danke auch an das gesamte Team von Unifrance, insbesondere an die Geschäftsleitung, die heute Abend vollzählig anwesend ist! Meine Arbeit verbinde ich oft mit einem Film, der mich besonders geprägt hat, als ich als Filmexporteurin tätig war: „Der Aufsteiger“ („l’Exercice de l’État“) von Pierre Schoeller. Ich erinnere mich an die Szene, in der Michel Blanc alias Gilles, Kabinettschef des Verkehrsministers, der Rede von André Malraux anlässlich der Überführung der Asche von Jean Moulin in das Panthéon zuhört. Eigentlich hört Gilles dieser Rede nicht nur zu, er ist von ihr bewegt, er durchlebt sie. Auf meinem beruflichen Weg habe ich viele „Gilles“ kennengelernt, sowohl Männer als auch Frauen. Sie alle glauben fest an die Werte der FranzösischenRepublik und arbeiten –intensiv –daran, Dinge voranzubringen und gleichzeitig die Ideen, Wünsche und Vorschläge von Fachleuten wie mir aufzunehmen. Ich denke dabei an die verschiedenen Vertreter:innen der Ministerien, die ich kennengelernt habe, und natürlich an die des Centre National du Cinéma, seine ehemaligen und gegenwärtigen Präsident:innen, Geschäftsführer:innen und Mitarbeiter:innen, denen ich für ihre Inspirationen danke. Ferner danke ich allen Teams, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, und den leidenschaftlichen Menschen, die mich auf meinemWeg vorangebracht haben und mir die Kraft zu kämpfen gaben.Ich habe nie aufgehört, an das Kino zu glauben, an diese imaginäre Welt, in der alles möglich ist, an seine zugleich einzigartige und universelle Sprache, die die Bürger:innen unabhängig von ihrer Herkunft unter einem gemeinsamen Ideal zusammenbringen kann. Vor dreißig Jahren war Europa für uns eine Selbstverständlichkeit, es war solide und stand unerschütterlich zu seinen Prinzipien des Friedens und der Brüderlichkeit. Heute jedoch ist dieses gemeinsame Ideal bedroht. Es liegt an uns, den Kampf nicht aufzugeben und diese Werte weiterhin zu verteidigen –insbesondere die künstlerische Freiheit, die Unabhängigkeit, den kritischen Geist und die Toleranz, die für den Aufbau der Zukunft so unabdingbar sind.Die Kultur, insbesondere das Kino und das audiovisuelle Schaffen, besitzen diese besondere Kraft, Völker zu vereinen. Künstler:innen machen durch ihre Sichtweise auf die Welt und auf uns selbst kulturelle Vielfalt zu einer Realität und laden uns ein, uns der Uniformierung von Bildern und Erzählungen zu widersetzen.Mit dieser Auszeichnung übernehme ich auch die Verantwortung, durch die Kultur mein Engagement im Dienste Frankreichs und der Französischen Republik, die mir so viel gegeben haben, fortzusetzen.Ich danke Ihnen allen. Address by the Ambassador on the occasion of theSoirée française du cinémaBerlin, 16 February 2026It is a great joy and honour for Thomas MICHELON, Lissandra HAULICA, Anne VASSEVIERE, for the whole team and for me to welcome you tonight at the French Embassy for this French evening on the occasion of the 76th Berlinale. We warmly welcome you all!Meine Damen und Herren, es ist meinem Team und mir eine große Freude, Sie alle ganz herzlich zu unserer Soirée française du Cinéma anlässlich der 76. Berlinale in der Französischen Botschaft willkommen zu heißen.Let me extend a warm word of welcome to our non-French and non-German speaking friends who honor us with their presence today. Thank you all for coming.Ladies and gentlemen, this evening we celebrate cinema in what is most precious: its ability to bring together, in Germany, in France and throughout the world.

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