Mit der Deutschlandpremiere von „A Knight of the Seven Kingdoms“ hat HBO Max seinen Markteintritt in Deutschland bewusst als kulturelles Ereignis inszeniert. Am Abend im Berliner Zoo Palast versammelten sich rund 750 geladene Gäste und Fans, um die ersten beiden Episoden der neuen Serie aus dem „Game of Thrones“-Universum zu sehen. Die Wahl des Ortes war symbolisch. Wo sonst Filmgeschichte gefeiert wird, sollte nun ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, sowohl für das Franchise als auch für den Streamingmarkt hierzulande.
Die Serie basiert auf den Erzählungen „Tales of Dunk and Egg“ von George R. R. Martin und spielt rund hundert Jahre vor den Ereignissen von „Game of Thrones“. Im Mittelpunkt stehen der Heckenritter Ser Duncan der Große und sein junger Knappe Egg, der später als König Aegon V. Targaryen Geschichte schreiben wird. In Berlin präsentierten sich die beiden Hauptdarsteller Peter Claffey und Dexter Sol Ansell erstmals gemeinsam einem größeren europäischen Publikum. Ansell, gerade einmal elf Jahre alt, wurde dabei ebenso aufmerksam beobachtet wie Claffey, dessen physische Präsenz und zurückhaltendes Spiel bereits vor der eigentlichen Serienausstrahlung Erwartungen wecken.
Unter den Gästen der Premiere fanden sich zahlreiche bekannte Gesichter aus dem internationalen HBO-Kosmos, darunter Myha’la aus der Serie „Industry“, die Showrunner Mickey Down und Konrad Kay sowie Steve Toussaint, der in „House of the Dragon“ eine zentrale Rolle spielte. Auch George R. R. Martin selbst war anwesend und unterstrich damit die Bedeutung, die Warner Bros. Discovery diesem Start beimisst. Ergänzt wurde das internationale Ensemble durch prominente Vertreter aus Politik und Kultur sowie zahlreiche deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler.
Im Anschluss an die Vorführung verlagerte sich der Abend in den Martin-Gropius-Bau, wo eine Aftershowparty stattfand, die den offiziellen Charakter der Premiere hinter sich ließ. In dem historischen Ausstellungshaus trafen Serienmacher, Schauspieler und Gäste in informeller Atmosphäre aufeinander. Die Inszenierung spielte mit Motiven aus Westeros, ohne den Rahmen eines kulturellen Empfangs zu sprengen. Der Ort wirkte dabei weniger wie eine Kulisse, sondern eher wie ein bewusster Versuch, Unterhaltung, Architektur und kulturellen Anspruch miteinander zu verbinden.
Der Abend markierte mehr als nur den Start einer weiteren Serie. Mit dem Deutschlandstart von HBO Max positioniert sich Warner Bros. Discovery in einem stark umkämpften Markt, der bislang von wenigen großen Anbietern geprägt ist. Statt auf Zurückhaltung setzte das Unternehmen auf Sichtbarkeit und Symbolik. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, wird sich erst zeigen. Fest steht jedoch, dass HBO Max seinen Eintritt nicht leise vollzogen hat, sondern mit einem Ereignis, das den Anspruch formuliert, auch hierzulande mehr sein zu wollen als nur ein weiterer Streamingdienst.
