Der mit insgesamt 275.000 Euro dotierte Deutscher Kurzfilmpreis 2025 wurde heute Abend in der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg verliehen. Der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, bezeichnete den Kurzfilm als „eine Kunstform mit großer Strahlkraft: ein besonders anspruchsvolles und facettenreiches Format“. Als Avantgarde spiele er eine tragende Rolle für die deutsche Filmkultur – gleichzeitig biete er jungen Filmschaffenden ein wertvolles Forum.
Von den 245 eingereichten Vorschlägen wurden zwölf Werke nominiert; sechs davon erhielten eine Auszeichnung in verschiedenen Kategorien der kurzen bzw. mittellangen filmischen Form. In der Kategorie „Spielfilm bis 15 Minuten Laufzeit“ ging die Auszeichnung an Mother is a Natural Sinner von Max Feldkamp, Hoda Taheri und Boris Hadžija; die Kategorie „Spielfilm von mehr als 15 bis 30 Minuten Laufzeit“ gewann At Home I Feel Like Leaving von Fabian Leonhardt, Lena Zechner und Simon Maria Kubiena. Den Preis für den besten Animationsfilm bis 30 Minuten erhielt Detlev von Saskia Stirn und Ferdinand Ehrhardt, den Experimentalfilm bis 30 Minunten gewann Pain That Comes in Waves von Irem Schwarz, und der Dokumentarfilm bis 30 Minuten war Rückblickend betrachtet von Daniel Asadi Faezi und Mila Zhluktenko. In der Sonderkategorie „Mittellanger Film“ wurde Garnelius von Melvyn Zeyns, Jonas Nemela und Julia Ketelhut ausgezeichnet.
Die Auszeichnung ist nicht nur mit einer symbolischen Goldenen Lola verbunden, sondern jeder Gewinner erhält eine Prämie in Höhe von 30.000 Euro. Eine Nominierung ist mit 15.000 Euro dotiert, die auf die Auszeichnungsprämie angerechnet wird. Für den mittellangen Film beträgt die Prämie 20.000 Euro. Die Mittel sind zweckgebunden für Herstellung, Projektentwicklung oder Projektvorbereitung eines neuen Films mit künstlerischer Qualität einzusetzen. Zudem qualifizieren sich die Gewinner in den Kategorien Spielfilm bis 15 Minuten, Spielfilm 15–30 Minuten, Animationsfilm und Dokumentarfilm automatisch für das Auswahlverfahren der Oscars, und alle Gewinner sowie Nominierten sammeln Punkte für das Referenzfördersystem der Filmförderungsanstalt (FFA).
Die Preisverleihung wurde moderiert von Patrick Wellinski und von der Kurzfilm Agentur Hamburg organisiert. Im kommenden Jahr werden alle nominierten und ausgezeichneten Filme im Rahmen der Reihe „KURZ.FILM.TOUR – Der Deutsche Kurzfilmpreis. Im Kino.“ deutschlandweit in kommunalen Kinos präsentiert.
Vor dem Hintergrund der filmischen Förder- und Auszeichnungslandschaft unterstreicht diese Veranstaltung einmal mehr die Bedeutung des Kurzfilms als Plattform für Innovation und Nachwuchs. Die aus den genannten Prämien resultierende Förderung ermöglicht den Preisträgern konkret die Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Arbeit – ein Aspekt, den der Kulturstaatsminister hervorhob. Gleichzeitig verweist die Automatikqualifikation für die Oscars sowie die Einbindung ins Punktesystem der FFA auf die institutionelle Aufwertung dieses Formats im deutschen Filmsystem.
Damit zeigt sich: Der Deutsche Kurzfilmpreis bestätigt seine Stellung als herausragende Auszeichnung im Bereich der kurzen filmischen Form in Deutschland, fördert zugleich gezielt Nachwuchs und künstlerische Innovation und positioniert sich als Brücke zwischen experimenteller Filmkultur und breiteren Auswertungs- und Fördermechanismen.
- Bester Spielfilm (bis 15 Min.): Mother Is a Natural Sinner von Max Feldkamp, Hoda Taheri und Boris Hadžija
- Bester Spielfilm (15-30 Min.): At Home I Feel Like Leaving von Fabian Leonhardt, Lena Zechner und Simon Maria Kubiena
- Bester mittellanger Film (über 30 Min.): Garnelius von Julia Ketelhut
- Weitere Preisträger: Sechs Filmteams wurden insgesamt ausgezeichnet.
- Short Tiger 2025: Die Gewinner wurden bereits im Januar 2025 von der FFA Filmförderungsanstalt ausgezeichnet.
- Filmfest Bremen: In den Kategorien „Bester Kurzfilm“, „Bester mittellanger Film“ und „Bester Langfilm“ wurden die folgenden Filme prämiert: Do It Right von Yaroslav Lebedev, Rachid von Rachida El Garani und Another German Tank Story von Jannis Alexander Kiefer.
- Kurdisches Filmfestival: Die Gewinner der diesjährigen Kurzfilmwettbewerbe waren unter anderem Mother Love von Numan Acar (bester Kurzfilm in kurdischer Sprache) und Home Made von Rojda Ezgi Oral.
