Am Abend des 17. November 2025 versammelten sich etwa 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft im Museum Barberini in Potsdam — dem Ort einer festlichen, zugleich symbolisch gewichteten Veranstaltung zum 75‑jährigen Bestehen der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin‑Brandenburg (UVB). Die Wahl des Barberini, bekannt für seine Sammlung impressionistischer und moderner Kunst, gab dem Anlass einen kulturell-reflektierten Rahmen; in der aktuellen Berichterstattung wird darauf hingewiesen, dass die im Museum ausgestellten – teils farbkräftigen – Werke einen reizvollen Kontrast zu dem wirtschaftspolitischen Anlass bildeten.

Der Vorsitzende der UVB, Stefan Moschko, nutzte seine Ansprache, um die historischen Herausforderungen der Region in Erinnerung zu rufen — von den Nachkriegsjahren über Deutsche Teilung bis zur Wiedervereinigung. Er hob hervor, wie Unternehmen und Verbände immer wieder „neue Geschäftsmodelle, Lieferketten, Technologien und Märkte“ erschlossen hätten. Dies beweise laut Moschko: „Vor Trends wie Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung braucht niemand Angst zu haben. Im Gegenteil, in ihnen stecken große wirtschaftliche Chancen.“ Als Kernforderung nannte er politische Rahmenbedingungen, die Wirtschaft und Innovation ebenso begünstigen wie Standort‑ und Strukturentwicklung — mit Blick auf Wettbewerb, Forschung und Fachkräftesicherung.

Mit Blick auf die Reden der politischen Spitzenvertreter — Dr. Dietmar Woidke für Brandenburg und Kai Wegner für Berlin — wurde deutlich, dass die Veranstaltung nicht nur ein Jubiläum war, sondern auch ein Signal für die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder. Woidke betonte, die UVB sei „seit mehr als sieben Jahrzehnten eine unverzichtbare Stimme der Wirtschaft“ — als „kritischer Begleiter der Politik und … treibende Kräfte für Innovation und Wachstum“. Er würdigte das Engagement, die Kompetenz und die Leidenschaft, mit der der Verband für die Stärke der Region wirke. Wegner formulierte das gemeinsame Ziel, die Hauptstadtregion zum führenden Wirtschafts-, Technologie- und Innovationsstandort in Europa zu entwickeln. Er unterstrich, dass enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Voraussetzungen dafür biete — und hob hervor, dass die UVB diesen Weg seit Jahren konstruktiv begleite. 75 Jahre UVB stünden für „erfolgreiche Verbandsarbeit und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in und für Berlin und Brandenburg.“

Der Festakt im Museum Barberini schuf so einen Rahmen, der symbolisch über die reine Verbandsfeier hinauswies: die Verbindung von wirtschaftlicher Verantwortung und kultureller Tiefe, von Tradition und Zukunftsdenken. Die Reden der Protagonisten — Verbands‑ wie Regierungsseite — setzten klare Impulse: für eine engere Zusammenarbeit der Länder, für Innovationsförderung, Fachkräftepolitik und Ausbau regionaler Wettbewerbsfähigkeit.

 

Die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) feiert dieses Jahr ihr 75‑jähriges Bestehen — ein Anlass, der mehr ist als eine Jubiläumszahl: Er verdeutlicht die zentrale Rolle, die der Spitzenverband seit Jahrzehnten für die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Hauptstadtregion spielt.

Die Wurzeln der UVB reichen in die Nachkriegszeit zurück. Gegründet wurde sie im Dezember 1950 als „Zentralstelle der Berliner Arbeitgeberverbände von Groß‑Berlin“. Seitdem hat sich der Verband kontinuierlich weiterentwickelt — 1990 mit dem Zusammenschluss von Berlin und Brandenburg zu einer gemeinsamen Wirtschaftsregion, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, wurde er in UVB umbenannt. Heute vertritt der Verband rund 60 Mitglieds‑ und Wirtschaftsverbände aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und Versicherungen.

Das Selbstverständnis der UVB gründet sich auf der Idee der Sozialen Marktwirtschaft, kombiniert mit unternehmerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Der Verband sieht es als seine Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation, Investitionen und Nachhaltigkeit ebenso ermöglichen wie Beschäftigung und soziale Stabilität. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen Arbeits‑ und Sozialrecht, Tarifpolitik, Personalpolitik, soziale Sicherung, Bildung, sowie Fragen von Energie, Umwelt und Standortentwicklung.

Insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher und struktureller Umbrüche sieht die UVB ihre Rolle darin, als Bindeglied zwischen Unternehmen, Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu wirken. Aktuell verweist der Verband auf die Potenziale von Innovation, Digitalisierung und Zusammenarbeit, mit denen Berlin und Brandenburg ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit deutlich steigern könnten — etwa im Kontext einer aktuellen Studie, der zufolge sich durch intensivere Kooperation Milliarden an zusätzlicher Wirtschaftskraft realisieren ließen.

Angesichts der volatilen Rahmenbedingungen — Inflation, Energiepreise, globale Krisen — mahnt die UVB klare und verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und eine Stärkung von Forschung, Entwicklung und Ausbildung an. Als Ziel steht eine Zukunftsregion, in der Unternehmen, Politik und Wissenschaft gemeinsam den Strukturwandel gestalten. Der 75. Geburtstag der UVB ist somit kein Rückblick allein, sondern ein Impuls, die wirtschaftliche Zukunft der Hauptstadtregion aktiv mitzugestalten.

 

Foto : Nordi Hochstein

Von admin