Ein Abend für die Sinne: Mit The Macallan und großen Steaks im Berliner Midtown Grill
Es gibt Abende, an denen nicht nur das Essen in Erinnerung bleibt, sondern auch die Menschen, die Geschichten hinter den Produkten und die kleinen Entdeckungen zwischen den einzelnen Gängen. Genau so ein Abend war das Whisky-Dinner von The Macallan im Berliner Midtown Grill. Fünf Gänge, ausgewählte Weine, schottischer Single Malt und eine Steakvariation, die gleich drei unterschiedliche Herkunftsländer auf den Teller brachte. Das Konzept klang vielversprechend. Entscheidend war für mich jedoch, wie sich die einzelnen Komponenten im Laufe des Abends tatsächlich zusammenfügten.
Unter dem Motto „Two Classics. One Extraordinary Evening“ begegneten sich zwei Welten, die auf den ersten Blick ganz selbstverständlich zusammenpassen: ein gutes Steak und ein hochwertiger Whisky. Doch wer sich intensiver mit Single Malt beschäftigt, weiß, dass es bei einer solchen Verkostung um weit mehr geht als um einen bekannten Namen oder eine möglichst alte Flasche. Es geht um Aromen, Texturen, Herkunft und die Frage, was passiert, wenn man Speisen und Getränke bewusst miteinander kombiniert.
Der Abend begann mit rauchigen Holzkohlekarotten auf Ricotta. Dazu gab es einen Sherry-Elderflower-Spritz, der einen frischen Einstieg bot. Es folgte eine argentinische Rotgarnele auf Erbsenpüree, begleitet vom The Macallan Double Cask 12 Years Old. Gerade diese Kombination machte neugierig: Wie verändert sich der Eindruck eines Whiskys, wenn man ihn nicht isoliert verkostet, sondern zusammen mit einem fein abgestimmten Gericht probiert?

Genau darin lag für mich der Reiz des Menüs. Man nimmt sich mehr Zeit, achtet stärker auf einzelne Nuancen und entdeckt, dass ein Getränk im Zusammenspiel mit einer Speise ganz anders wirken kann als bei einer klassischen Verkostung.
Wenn der Grill die Hauptrolle übernimmt
Beim rosa gebratenen Kalbsrücken mit Pastinakenpüree wurde der Abend geschmacklich kräftiger. Dazu schenkte das Team den The Macallan Sherry Oak 12 Years Old aus. Die würzigen Noten des Whiskys bildeten einen spannenden Kontrast zum Fleisch und dem milden Püree.
Dann kam der Gang, auf den sich Liebhaber guter Steaks besonders freuen dürften. Der Midtown Grill präsentierte eine Variation aus Rib-Eye vom Black Angus aus Uruguay, US-Prime-Roastbeef aus den Vereinigten Staaten und Chateaubriand aus Neuseeland. Drei Fleischstücke, drei unterschiedliche Herkünfte und die Möglichkeit, Textur und Geschmack miteinander zu vergleichen. Begleitet wurde die Auswahl vom The Macallan Double Cask 15 Years Old.
Für mich war gerade dieser Gang der Moment, in dem das Konzept des Abends besonders deutlich wurde. Ein gutes Steak braucht nicht viel, um zu überzeugen. Entscheidend sind die Qualität des Fleisches, die Zubereitung und der richtige Zeitpunkt, es vom Grill zu nehmen. Ein Whisky kann diese Erfahrung ergänzen, sollte dem Fleisch aber nicht die Aufmerksamkeit nehmen. Das Zusammenspiel lebt davon, dass beide ihren eigenen Charakter behalten.
Auch das Dessert setzte einen bewussten Schlusspunkt. Schokoladen-Brownie und Kaffeeschnitte wurden mit The Macallan Harmony Collection Inspired by Fresh Coconut kombiniert. Die Abfüllung gehört zu einer Reihe, in der sich die Destillerie von unterschiedlichen Themen und Aromen inspirieren lässt. Zum Abschluss folgte ein besonderer Moment für Whiskyfreunde: Der The Macallan Sherry Oak 25 Years Old wurde in einer Menge von einem Zentiliter ausgeschenkt. Bei einer solchen Abfüllung steht weniger das große Glas im Vordergrund als die Gelegenheit, sich bewusst auf einen lange gereiften Single Malt einzulassen.
Die Geschichte hinter dem Glas
Was mir an diesem Abend besonders gefallen hat, war der Blick hinter die Kulissen. Zwischen den Gängen ging es immer wieder um die Frage, warum ein Whisky so schmeckt, wie er schmeckt. Daniel Kimm von Suntory Global Spirits und Brand Ambassador Andreas Künster erläuterten die Geschichte der Destillerie, die 1824 in der schottischen Speyside gegründet wurde, und erklärte, welche Rolle die Fassauswahl für den Charakter der Abfüllungen spielt.
Dabei wurde schnell klar, dass die Reifung im Holz keineswegs nur ein technischer Schritt ist. Sie gehört zu den wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung des Geschmacks. The Macallan investiert deshalb viel Aufmerksamkeit in die Auswahl und Vorbereitung der Eichenfässer. Europäische und amerikanische Eiche bringen unterschiedliche Eigenschaften mit. Amerikanische Eiche kann beispielsweise Vanille- und süßliche Noten fördern, während europäische Eiche häufig würzigere und intensivere Akzente setzt.
Besonders interessant fand ich den Vergleich zwischen der Double-Cask- und der Sherry-Oak-Reihe. Die Double-Cask-Abfüllungen verbinden Einflüsse amerikanischer und europäischer Eiche. Die Sherry-Oak-Reihe setzt stärker auf die Charakteristik europäischer Eiche und der dafür verwendeten Sherryfässer. Wer die verschiedenen Varianten direkt nebeneinander probiert, kann Unterschiede entdecken, die bei einer einzelnen Verkostung möglicherweise weniger deutlich werden.
Auch die natürliche Farbe des Whiskys war Thema. The Macallan verzichtet nach eigenen Angaben auf zugesetzte Farbstoffe. Der Farbton entwickelt sich während der Reifung im Fass. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, wie stark die Auswahl des Holzes den späteren Charakter eines Single Malts beeinflusst.
Die Destillerie versteht ihre Herkunft dabei als Teil ihrer Identität. Die schottische Speyside steht für eine lange Whiskytradition, während der Name Macallan mit dem fruchtbaren Land der Familie beziehungsweise des Clans in Verbindung gebracht wird. Solche Hintergründe geben einer Verkostung eine zusätzliche Dimension. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, ob einem ein Whisky schmeckt, sondern auch darum, wie viel Handwerk und Zeit in seiner Herstellung stecken.
Ein Finale mit besonderem Jahrgang
Mit der Harmony Collection zeigte The Macallan schließlich, dass Tradition nicht zwangsläufig Stillstand bedeutet. Die Reihe greift Themen wie Schokolade, Natur und Kokosnuss auf und überträgt sie auf neue Abfüllungen. Der Inspired by Fresh Coconut passte damit auch inhaltlich zum Dessertgang und setzte einen anderen Akzent als die klassischen Double-Cask- und Sherry-Oak-Varianten.
Mein persönliches Fazit: Das Whisky-Dinner im Midtown Grill lebte nicht allein von seinen hochwertigen Zutaten und den bekannten Namen auf der Getränkekarte. Es waren vor allem die Kombination aus Küche und Verkostung sowie die Erläuterungen zur Herstellung, die den Abend interessant machten. Die einzelnen Gänge gaben Anlass, genauer hinzuschmecken und sich mit den Unterschieden zwischen den Abfüllungen auseinanderzusetzen.
Besonders der direkte Vergleich verschiedener Whiskys zeigte, dass ein hohes Alter allein noch keine Aussage darüber trifft, welche Abfüllung einem persönlich am besten gefällt. Manchmal überzeugt die ausgewogene Fruchtigkeit, manchmal die würzige Tiefe, manchmal die Art, wie ein Whisky ein Gericht begleitet.
Und genau das nehme ich aus diesem Abend mit: Genuss muss nicht kompliziert sein, aber er wird spannender, wenn man sich Zeit nimmt. Ein gutes Steak, ein sorgfältig ausgewählter Single Malt und eine Geschichte, die man nicht nur hört, sondern auch schmecken kann. Im Midtown Grill ist daraus eine Begegnung geworden, die mir nicht zuletzt wegen des Zusammenspiels von Kulinarik und Handwerk in Erinnerung bleibt.
