TFELD feiert Berlin: Hip-Hop, Techno und eine Nacht im Zeichen der Subkultur
Berlin hat am Samstag einen neuen Festivalnamen bekommen: TFELD. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof trafen am 22. August Hip-Hop und elektronische Musik aufeinander. Das Konzept war denkbar berlinisch: große Namen, junge Acts, Techno, Rap, Rummel, Basketball und am Ende eine lange Nacht im Hangar. Schon im Vorfeld war das Interesse groß. Nach Angaben der Veranstalter waren 96 Prozent der Tickets verkauft.
Musikalisch setzte TFELD auf eine Mischung, die kaum stärker nach Berlin klingen könnte. Paul Kalkbrenner, Pashanim, Marlon Hoffstadt und Ellen Allien standen ebenso auf dem Programm wie AK Ausserkontrolle, Baby B3ns, southstar, Lucio101 & Nizi19 und zahlreiche weitere Künstler. Insgesamt präsentierte das Festival ausschließlich Acts mit Berlin-Bezug.
Dabei ging es nicht nur darum, möglichst viele bekannte Namen auf mehrere Bühnen zu verteilen. TFELD wollte unterschiedliche Generationen und Szenen zusammenbringen. Rapper trafen auf Techno-DJs, etablierte Künstler auf jüngere Stimmen. Das Ergebnis war ein musikalischer Querschnitt durch jene Berliner Pop- und Clubkultur, die sich längst nicht mehr sauber in einzelne Schubladen einordnen lässt.
Auch optisch wollte das Festival mehr sein als eine Aneinanderreihung von Bühnen. Rummel, Flohmarkt, Basketball und großformatige Berliner Installationen gehörten zum Konzept. Der Flughafen Tempelhof wurde damit für einen Tag zum temporären urbanen Spielplatz. Gerade der Gegensatz zwischen dem monumentalen Flughafengebäude und der jungen Berliner Subkultur gab dem Festival seinen besonderen Charakter.
Für einen der Höhepunkte sorgte der Auftritt von Paul Kalkbrenner. Der Berliner Musiker gehört international zu den bekanntesten Vertretern elektronischer Musik aus der Hauptstadt. Mit Pashanim wiederum stand einer der prägenden Namen der jüngeren Berliner Rap-Szene auf dem Programm. Marlon Hoffstadt und Ellen Allien verkörperten eine andere Seite der Stadt: die international vernetzte elektronische Clubkultur.
Und Berlin wäre nicht Berlin, wenn nach 22 Uhr schon Schluss wäre. Im Hangar übernahm der legendäre Club Watergate das Kommando. Die Aftershow lief bis sechs Uhr morgens. Mit Cinthie, Malugi, Spacer Woman und Victor standen dort weitere Namen der elektronischen Szene hinter den Decks. Für den Zugang zum Watergate-Bereich war ein zusätzliches Ticket erforderlich.
Damit wurde aus dem Tagesfestival eine Nachtveranstaltung, die den Bogen von der offenen Festivalfläche zur Berliner Clubkultur schlug. Genau diese Verbindung war einer der auffälligsten Aspekte von TFELD: Es ging weniger um ein einzelnes Musikgenre als um das Lebensgefühl einer Stadt, deren kulturelle Geschichte immer wieder aus Begegnungen verschiedener Szenen entstanden ist.
Der historische Flughafen Tempelhof bot dafür die passende Kulisse. Wo einst Flugzeuge starteten und landeten, standen nun Rapper und DJs auf Bühnen, während Besucher zwischen Rummel, Sportflächen und Festivalständen unterwegs waren. Das Gelände wurde für einige Stunden zu einem verdichteten Abbild jener Mischung aus Großstadt, Subkultur und Unterhaltung, die Berlin seit Jahrzehnten prägt.
TFELD versteht sich damit als neues Berliner Festivalformat, muss sich aber künftig noch beweisen. Die Premiere hat vor allem eines gezeigt: Die Stadt hat ein Publikum für Veranstaltungen, die Hip-Hop und elektronische Musik nicht gegeneinander ausspielen, sondern gemeinsam denken. Ob daraus eine dauerhafte Festivalmarke entsteht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die erste Ausgabe jedenfalls hatte alles, was zu einem Berliner Sommerabend gehört: große Musik, viel Publikum, ein außergewöhnlicher Ort und eine Nacht, die noch lange nicht endete.






