Dr. Lena-Marie Paetzmann, Irene Selvanathan Bold Woman Award 2026 by Veuve Clicquot in der James Simon Galerie in Berlin am 12.10.2026 Agency People Image (c) Daniel Hinz
Bold Woman Award 2026: Irene Selvanathan und Lena-Marie Pätzmann ausgezeichnet
Prominente Gäste, starke Frauen und visionäre Ideen: Bei der Preisverleihung in der Berliner James-Simon-Galerie standen am 12. Oktober zwei Unternehmerinnen im Mittelpunkt, die mit innovativen Technologien Antworten auf gesellschaftlich relevante Herausforderungen suchen. Auch Heike Makatsch, Marie Bäumer und Natalia Wörner waren dabei.
Berlin feierte Frauen, die nicht nur von der Zukunft sprechen, sondern sie gestalten wollen. Bei der Verleihung des Bold Woman Award 2026 von Veuve Clicquot wurden Irene Selvanathan und Dr. Lena-Marie Pätzmann für ihre unternehmerischen Leistungen ausgezeichnet. Selvanathan erhielt den Bold Woman Award, Pätzmann den Bold Future Award. Beide stehen für eine neue Generation visionärer Gründerinnen, die komplexe Probleme mit technologischen Innovationen angehen und dabei gesellschaftliche Verantwortung in den Blick nehmen.
Die festliche Veranstaltung in der James-Simon-Galerie brachte Unternehmerinnen, Vertreter der Wirtschaft sowie prominente Gäste aus Film und Medien zusammen. Schauspielerin Heike Makatsch, Marie Bäumer und Natalia Wörner gehörten ebenso zu den Gästen wie Moderatorin Linda Zervakis. Doch im Zentrum des Abends standen zwei Frauen, deren Arbeit weit über die Grenzen ihrer jeweiligen Branchen hinausweist.
Irene Selvanathan: Mit Berliner Raumfahrttechnik Richtung Mond
Die Berliner Unternehmerin Irene Selvanathan verbindet Ingenieurwissenschaften mit einer Vision, die buchstäblich über unseren Planeten hinausreicht. Nach ihrem Elektrotechnikstudium an der Technischen Universität Berlin gründete sie 2020 das SpaceTech-Unternehmen Neurospace. Das Start-up entwickelt kosteneffiziente Mondfahrzeuge und autonome Robotersysteme für die Erforschung des Weltraums.
Mit dieser Arbeit bewegt sich Selvanathan in einem technologisch anspruchsvollen Umfeld, in dem Präzision, Zuverlässigkeit und wirtschaftliche Effizienz entscheidend sind. Die von Neurospace entwickelte Technologie soll dazu beitragen, künftige Raumfahrtmissionen voranzubringen. Mit der Mission „TACHELES“ ist das Unternehmen an einem Vorhaben beteiligt, bei dem ein CubeSat seine Technologie unter realen Weltraumbedingungen testen soll.
Selvanathans Auszeichnung würdigt damit nicht nur unternehmerischen Mut, sondern auch den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Anwendungen zu überführen. Die Raumfahrt gilt als Zukunftsbranche, deren Entwicklungen auch Impulse für Robotik, Automatisierung und neue technische Verfahren liefern können.
Dr. Lena-Marie Pätzmann: Roboter für die Baustellen der Zukunft
Mit dem Bold Future Award wurde Dr. Lena-Marie Pätzmann ausgezeichnet. Sie ist Mitgründerin und CEO von Sitegeist Robotics, einem 2025 gegründeten DeepTech-Unternehmen, das aus der Robotikforschung an der Technischen Universität München hervorgegangen ist.
Das Start-up entwickelt autonome, KI-gestützte und modulare Bauroboter. Sie sollen Arbeiten wie Betonabbruch, Sandstrahlen und Bohrungen übernehmen, die für Beschäftigte körperlich belastend oder gefährlich sein können. Damit adressiert das Unternehmen zwei zentrale Herausforderungen: den Fachkräftemangel und den erheblichen Sanierungsbedarf der bestehenden Infrastruktur.
Pätzmann steht für eine Generation von Gründerinnen, die wissenschaftliche Forschung mit konkreten Anwendungen verbinden wollen. Ihre Technologie soll Bau- und Sanierungsarbeiten sicherer und effizienter machen. Gerade angesichts maroder Verkehrswege, sanierungsbedürftiger Gebäude und fehlender Fachkräfte gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Robotik künftig eingesetzt werden kann.
Eine Bühne für Frauen mit unternehmerischem Weitblick
Die Jury vereinte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Unternehmertum. Dazu gehörten Janina Kugel, Saruul Krause-Jentsch, Miriam Wohlfarth und Gastgeberin Thurid Kahl, Deutschlandchefin von Moët Hennessy. Bei der Auswahl der Preisträgerinnen spielten neben unternehmerischen Leistungen auch Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung eine wichtige Rolle.
Der Bold Woman Award richtet sich an erfahrene Unternehmerinnen, während der Bold Future Award jüngere Unternehmen und zukunftsweisende Geschäftsideen in den Blick nimmt. Neben Selvanathan und Pätzmann waren 2026 weitere Gründerinnen aus den Bereichen Medizintechnik, Finanzbildung, Logistik und Biotechnologie nominiert.
Die Auszeichnung erinnert zugleich an eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war: Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, bekannt als Madame Clicquot. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie 1805 die Leitung des Champagnerhauses und entwickelte es mit unternehmerischem Geschick weiter. In einer Epoche, in der Frauen wirtschaftlich stark eingeschränkt waren, setzte sie eigene Ideen durch und prägte die Herstellung von Champagner nachhaltig.
Seit 1972 zeichnet das Programm Unternehmerinnen aus. In Deutschland wird der Preis seit 1984 vergeben. Weltweit wurden nach Angaben des Veranstalters bereits mehr als 450 Frauen in 27 Ländern geehrt.
In Berlin wurde deutlich, wie vielfältig die Themen sind, mit denen Unternehmerinnen heute neue Wege beschreiten. Irene Selvanathan richtet den Blick auf die Erforschung des Weltraums, Dr. Lena-Marie Pätzmann auf die Baustellen von morgen. Ihre Technologien unterscheiden sich, doch beide verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Sie nehmen komplexe Herausforderungen zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit und suchen nach Lösungen, die über das einzelne Unternehmen hinaus Bedeutung gewinnen können.
Der Abend in der James-Simon-Galerie war damit mehr als eine glamouröse Preisverleihung. Er rückte Frauen ins Rampenlicht, deren unternehmerische Arbeit in Zukunftsbranchen stattfindet, in denen wissenschaftliche Innovation, wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Nutzen eng miteinander verbunden sind.
