Beim Fastenbrechen des Unternehmerverbands MÜSIAD Berlin e.V. im Veranstaltungszentrum Tek Dream Event in Reinickendorf trafen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Diplomatie zu einem Abend, der religiöse Tradition, wirtschaftliche Vernetzung und politische Symbolik miteinander verband. Anlass war der Fastenmonat Ramadan, der für viele Muslime eine Zeit der Besinnung, der Gemeinschaft und der Wohltätigkeit darstellt. In diesem Kontext ist das Iftar, das gemeinsame Abendessen nach Sonnenuntergang, weit mehr als eine Mahlzeit. Es fungiert auch als gesellschaftlicher Treffpunkt, an dem Dialog gepflegt und Beziehungen vertieft werden.
Den Auftakt des Abends machte der Vorsitzende von MÜSIAD Berlin, Fikret Doğan, der die Gäste begrüßte und die Rolle des Unternehmerverbands in der Berliner Wirtschaft hervorhob. MÜSIAD, der „Verein unabhängiger Industrieller und Unternehmer“, wurde 1990 in Istanbul gegründet und hat sich seither zu einem internationalen Netzwerk von Unternehmern entwickelt, das heute zehntausende Unternehmen in zahlreichen Ländern miteinander verbindet. Der Berliner Ableger besteht seit Mitte der neunziger Jahre und versteht sich als Plattform für wirtschaftliche Kooperation zwischen Deutschland und der Türkei sowie für den Austausch innerhalb der migrantischen Unternehmerlandschaft der Hauptstadt.
Doğan betonte in seiner Rede die Bedeutung unternehmerischer Verantwortung in einer pluralen Stadt wie Berlin. Viele Mitglieder des Verbands seien mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer, die seit Jahren Arbeitsplätze schaffen und wirtschaftliche Brücken zwischen Deutschland und der Türkei bauen. Der Verband verstehe sich daher nicht nur als Netzwerk für wirtschaftliche Interessen, sondern auch als gesellschaftlicher Akteur, der Integration und wirtschaftliche Teilhabe fördern wolle.
Im Anschluss sprach der Präsident des internationalen MÜSIAD-Dachverbands, Burhan Özdemir. Sein Grußwort stellte die globale Dimension des Netzwerks in den Mittelpunkt. Der Verband sei heute in zahlreichen Ländern vertreten und verbinde Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen und Regionen. Diese internationale Struktur ermögliche wirtschaftliche Kooperationen, Investitionen und einen intensiven Austausch über wirtschaftspolitische Entwicklungen.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, griff in seinem Grußwort den Gedanken der wirtschaftlichen Vielfalt auf. Berlin sei eine Stadt der Unternehmerinnen und Unternehmer aus vielen Ländern, sagte er, und gerade kleine und mittelständische Betriebe mit internationaler Herkunft prägten das wirtschaftliche Gesicht der Hauptstadt. Organisationen wie MÜSIAD würden dazu beitragen, Netzwerke zu stärken und wirtschaftliche Initiativen in der Stadt zu bündeln. Gleichzeitig betonte Wegner die Bedeutung offener Märkte, verlässlicher politischer Rahmenbedingungen und einer funktionierenden Stadtinfrastruktur für unternehmerisches Engagement.
Auch der Botschafter der Republik Türkei in Deutschland, Gökhan Turan, wandte sich an die Gäste. In seiner Ansprache hob er die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei hervor. Beide Länder seien durch enge Handelsbeziehungen, zahlreiche Unternehmenskooperationen und eine große türkischstämmige Community miteinander verbunden. Unternehmerverbände wie MÜSIAD könnten dabei eine vermittelnde Rolle spielen, indem sie wirtschaftliche Kontakte fördern und den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik erleichtern.
Nach den Reden folgte ein Programmpunkt, der für viele solcher Veranstaltungen typisch ist: die Würdigung von Sponsoren und Partnern. Vertreter von Unternehmen und Unterstützern erhielten Dankesworte sowie symbolische Plaketten. Diese Form der Anerkennung unterstreicht die Bedeutung persönlicher Netzwerke im mittelständisch geprägten Unternehmerumfeld, in dem wirtschaftliche Kooperationen häufig aus langfristigen Beziehungen entstehen.
Der Abend mündete schließlich in die Mitgliederversammlung des Verbands. Während zuvor der öffentliche Teil im Zeichen von Grußworten und politischem Austausch stand, ging es nun um interne Themen des Vereins. Solche Treffen dienen dazu, strategische Fragen zu diskutieren, Projekte zu planen und den Verband organisatorisch weiterzuentwickeln.
Das Iftar des Unternehmerverbands zeigte damit exemplarisch, wie eng wirtschaftliche Netzwerke, gesellschaftliches Engagement und kulturelle Traditionen in der Berliner Stadtgesellschaft miteinander verflochten sind. Gerade in einer Metropole, deren Wirtschaft zunehmend von international vernetzten mittelständischen Unternehmen geprägt wird, fungieren solche Veranstaltungen als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Für viele der anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer war der Abend daher nicht nur ein religiös geprägtes Fastenbrechen, sondern auch ein Forum, in dem wirtschaftliche Perspektiven und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden wurden.
