Robert Stadlober, Lia von Blarer, Edin Hasanovic, Valerie Pachner, Simon Steinhorst, Lamin Leroy Gibba, Anja Kling, Christian Senger, Gerit Kling, Linde Prelog, Hans-Werner Meyer, Imaya Ugwonno, Karin Hanczewski, Sahin Eryilmaz, Nadine Heidenreich Verleihung Deutscher Schauspielpreis 2026 im Hotel Pullman Berlin Schweizerhof in Berlin am 11.09.2026 Agency People Image (c) Daniel Hinz
– Dramatische Hauptrolle: Valerie Pachner in „Vier minus drei“- Dramatische Hauptrolle: Edin Hasanović in „Tatort – Dunkelheit“
– Dramatische Nebenrolle: Linde Prelog in „Landkrimi – Bis in die Seele ist mir kalt“
– Komödiantische Rolle: Karin Hanczewski in „Call My Agent – Berlin“
– Episodische Rolle: Armin Rohde in „Hundertdreizehn“, Folge: „Richard”
– Duo: Lia von Blarer & Robert Stadlober in „Hundertdreizehn“
– Starker Auftritt: Sahin Eryilmaz in „Tatort – Dunkelheit“
– Nachwuchspreis: Magdalena Laubisch in „Die Nichte des Polizisten“
– Die Stimme: Imaya Ugwonno
– Fairnesspreis von BFFS und ver.di FilmUnion: für den Dokumentarfilm „Im Osten was Neues“- Ensemble-Preis: für die Casterin Johanna Hellwig und das Ensemble von „Mit der Faust in die Welt schlagen“
– Therese-Giehse-Preis: Ole Lagerpusch als Romeu in „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“
Der Therese Giehse Theaterpreis wird auch in diesem Jahr wieder von einem vom BFFS-Vorstand nominierten Theaterpaten vergeben, der aus seiner fachlich versierten, aber radikal subjektiven Sicht den Fokus auf eine Schauspielerpersönlichkeit lenkt. Als Pate vergibt in diesem Jahr Felix von Manteuffel, vielfach ausgezeichneter Theater und Filmschauspieler und Sprecher zahlreicher Hörspiele, Hörbücher und Features den Preis. Die Pat*in wechselt jährlich und zeichnet eine oder mehrere Kolleg*innen aus, die oder der ihm ein besonderes und nachhaltig inspirierendes Theatererlebnis beschert hat.
Felix von Manteuffel zu seiner Wahl:
„Die Entscheidung, wer den Therese Giehse-Preis des Jahres 2026 erhalten soll, ist mir leichtgefallen. Bei dem Preis geht es um mutige und ungewöhnliche Auftritte und nicht, wie bei anderen Preisen, ausschließlich um die schauspielerische Extraklasse. Der Kollege Ole Lagerpusch hält in dem Stück „Catarina oder Von der Schönheit Faschisten zu töten“ einen von Rassismus und Fremdenhass nur so triefenden Monolog, und dies in nie nachlassender Freundlichkeit und unbeirrbarer Selbstgewissheit und mit großer schauspielerischer Überzeugungskraft. All das ist für das Publikum kaum erträglich und führt teilweise zu aggressiven Reaktionen und sich steigernden Unmutsbezeugungen. Das auf der Bühne auszuhalten, erfordert großen Mut und ungewöhnliches Durchhaltevermögen, und dem Preisträger ist somit von Herzen zu gratulieren!“
Ole Lagerpusch studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, wo er 2006 seinen Abschluss machte. Von 2006 bis 2009 war er Ensemblemitglied am Thalia Theater in Hamburg. Von der Spielzeit 2009/10 bis 2015/16 war er dann festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. Auch nach 2016 blieb er dem Theater als Gast in mehreren Rollen verbunden. 2020/21 bis 2021/22 war er wieder festes Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Ole Lagerpusch ist auch in Kino- und Fernsehfilmen zu sehen.
- Ottfried Fischer erhält den Ehrenpreis Lebenswerk
- Die International Federation of Actors (FIA), vertreten durch ihre Präsidentin Gabrielle Carteris, erhält den Ehrenpreis Inspiration.
Den Ehrenpreis Lebenswerk des Deutschen Schauspielpreises erhält nach der Entscheidung des Vorstands des Bundesverbands Schauspiel in diesem Jahr der Schauspieler Ottfried Fischer.
Ottfried Fischer ist eine schauspielerische Naturgewalt. Seine Präsenz braucht keine lauten Töne, keine Effekthascherei. Ein feines Heben der Augenbraue, eine winzige Kunstpause – und der ganze Raum gehört ihm.
Vom Münchner „Hinterhoftheater“, wo er nach einem abgebrochenen Jurastudium als junger Kabarettist seine ersten künstlerischen Schritte wagte, wurde er durch den melancholischen Trotz seines „Sir Quickly“ in Franz Xaver Bogners Kult Serie „Irgendwie und Sowieso“ schlagartig berühmt. Gleichzeitig bespielte er weiter als scharfzüngiger Freigeist die Kabarettbühnen und bekam viele Preise wie den Salzburger Stier oder den Deutschen Kleinkunstpreis. Der scheinbare Widerspruch zwischen ansehnlicher körperlicher Wucht und pointierter, schneller Satire wurden sein Markenzeichen. Es folgten unzählige Fernsehrollen, von denen am meisten die Titelrollen in den Reihen „Der Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ herauszuheben sind. Gleichzeitig moderierte Fischer als grandioser Kabarettist über 100 Folgen von „Ottis Schlachthof“.
Sein tiefer Respekt gegenüber der Sprache und dem ehrlichen Humor ist eine der ganz großen Besonderheiten seiner Schauspielkunst. Man trifft ihn am Set nie mit anderer Lektüre als dem Drehbuch, an dessen Dialogen er noch bis zur letzten Sekunde feilt. Deshalb haben seine Figuren stets großen Witz, unbezähmbare Seele und tiefe Würde.
Wir verneigen uns vor diesem großen Lebenswerk.Ottfried Fischer steht als Ehrenpreisträger des Deutschen Schauspielpreises in einer Reihe mit Hildegard Schmahl (Ehrenpreisträgerin 2025), Charles Brauer (2024) Thekla Carola Wied (2023), Michael Degen (2022, posthum), Cornelia Froboess (2021), Dieter Mann (2020), Christine Schorn (2019), Peter Simonischek (2018), Hanna Schygulla (2017), Armin Mueller-Stahl (2016), Rolf Hoppe (2015), Senta Berger (2014), Götz George (2013) und Katharina Thalbach (2012).Ehrenpreis Inspiration
Mit dem Ehrenpreis Inspiration zeichnet der Vorstand des BFFS eine Persönlichkeit oder Institution aus, die durch ihre Leistung in besonderer Weise die Schauspielkunst ermöglicht und gefördert hat. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an die International Federation of Actors (FIA) vertreten durch deren Präsidentin Gabrielle Carteris.
Aus der Begründung:
Ein Theaterstück, ein Film, ein Hörspiel. Alles ist in der Regel eine Ensembleleistung. Schauspieler*innen tun sich zusammen und schaffen gemeinsam etwas, das größer ist als jede einzelne Rolle. Für Schauspieler*innen ist das selbstverständlich. Für ihre Interessenvertretung war es das nicht immer.
1951 lud die französische Schauspielergewerkschaft Kolleg*innen aus mehreren europäischen Ländern nach Paris ein. Ein Jahr später, in London, wurde daraus gemeinsam mit der britischen Actors‘ Equity die International Federation of Actors (FIA). Heute ist die FIA eine Weltorganisation mit rund 80 Gewerkschaften und Verbänden in über 60 Ländern, darunter auch der BFFS.
Wie wichtig die FIA ist, zeigte sich beim FIA-Weltkongress im November 2025 in Birmingham. 150 Delegierte aus rund 61 Ländern waren angereist. Mitten in diesen Tagen wurde bekannt, dass die EU-Kommission Transparenzpflichten für KI-Anbieter aufweichen wollte, Berichten zufolge unter Druck der US-Regierung und großer Tech-Konzerne. Wir reagierten noch während der Tagung mit einer Emergency Resolution und forderten alle Mitgliedsgewerkschaften auf, Widerstand zu zeigen und wachsam zu bleiben. Obwohl wir aus verschiedenen Kontinenten kamen, lagen uns die gleichen Themen am Herzen. Wir verabschiedeten Resolutionen zu Intimacy Coordination, zur Sichtbarkeit älterer Schauspieler*innen, zu Vielfalt in der eigenen Führung, zu internationaler Solidarität bei Streiks, gegen Kürzungen der Kulturbudgets und vieles mehr.
Für den BFFS bedeutet die FIA auch, eine starke Stimme in Brüssel zu haben. Aktuell kämpfen wir gemeinsam bei Themen wie KI, Persönlichkeitsrechten oder EU-Urheberrecht. Die FIA hat uns gezeigt, dass internationale Solidarität kein Lippenbekenntnis ist, sondern ein Werkzeug, das im entscheidenden Moment eingesetzt wird.
Den Preis für die International Federation of Actors (FIA) nimmt die Präsidentin des Weltverbands, Gabrielle Carteris, entgegen. Gabrielle Canteris ist selbst Schauspielerin und wurde einem weltweiten Publikum in ihrer Rolle als Andrea Zuckermann in der US-Kultserie „Beverly Hills 90210“ bekannt. Sie spielte zwischen 1990 und 2000 in fünf Staffeln der Serie sowie in zahlreichen Episoden späterer Staffeln. Von 2016 bis 2021 leitete sie die Screen Actors Guild, die mächtige Schauspielergewerkschaft in den USA bevor sie 2021 zur Präsidentin der FIA gewählt wurde.
– Ehrenpreis Inspiration: International Federation of Actors (FIA) vertreten durch deren Präsidentin Gabrielle Carteris.
Die Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES 2026 fand im Hotel Pullman Berlin Schweizerhof statt, wo auch die Aftershow-Party stieg mit DJane Aylin Öcal, dem Special DJ Set „ANTI DISCO“ von Lars Eidinger und der Karaoke Station mit Schauspieler Samuel S. Franklin.
Veranstaltet wurde der DEUTSCHE SCHAUSPIELPREIS vom Bundesverband Schauspiel, La Maison Film ist Co-Veranstalter der Preisverleihung.
