Ein Hauch von Sommer im Glas, ein Versprechen von Leichtigkeit – und ein Name, der klingt, als gehöre er längst auf jede sonnige Terrasse: „Bellini Famosa“. Hinter dem neuen Aperitif steht das Duo hinter Anna Famosa, das sich in den vergangenen Jahren mit feinem Gespür für Trends und Geschmack einen festen Platz in der gehobenen Barszene erarbeitet hat. Nun setzen Petra Spamer-Riether und Janina Riether noch einen drauf – und liefern die wohl eleganteste Antwort auf die Frage, wie ein moderner Bellini heute schmecken kann. Statt beim Klassiker zu bleiben, spielen sie mit Aromen: weißer Pfirsich, zarte Rosenblüten und eine feine Bitternote verschmelzen zu einem Cocktail, der nicht laut sein muss, um Eindruck zu machen. Fruchtig, floral, ausgewogen – und genau richtig für lange Abende, die sich anfühlen, als dürften sie nie enden. Was den „Bellini Famosa“ besonders macht, ist diese mühelose Balance aus Tradition und Zeitgeist. Der ikonische Drink aus Venedig bleibt erkennbar, bekommt aber eine neue, fast schon verspielte Tiefe. Es ist ein Stil, der perfekt zur aktuellen Aperitif-Kultur passt, in der weniger Zucker, mehr Charakter und ein Hauch Individualität gefragt sind. Dass das zugrunde liegende Produkt bereits international ausgezeichnet wurde und in ausgewählten Bars zwischen Berlin, Wien und Zürich ausgeschenkt wird, passt ins Bild – ebenso wie die Ambition, bald auch jenseits Europas mitzumischen. Doch all das tritt in den Hintergrund, sobald das Glas vor einem steht: leuchtend, duftend, verheißungsvoll. „Bellini Famosa“ ist kein komplizierter Drink, sondern einer, der sofort funktioniert – weil er genau das liefert, was viele suchen: ein kleines Stück Dolce Vita, das überraschend nah wirkt.

Der Aperitif erlebt seit einigen Jahren eine stille Renaissance. Was lange als ritualisierte Einstimmung auf den Abend galt, hat sich zu einem eigenständigen Segment entwickelt, das zwischen Handwerk, Markenbildung und internationaler Barkultur oszilliert. In dieses Umfeld tritt ein Produkt wie der „Bellini Famosa“, eine Weiterentwicklung des klassischen Bellini, der ursprünglich in Venedig entstand und traditionell aus weißem Pfirsichpüree und Schaumwein besteht. Die Variation aus dem Hause Heidelberg Spirits verschiebt diesen Referenzpunkt behutsam, ohne ihn aufzugeben. Statt allein auf Frucht zu setzen, integriert die Rezeptur neben weißem Pfirsich auch florale Komponenten wie Rosenessenzen sowie eine dezente Bitternote, die dem Getränk eine strukturierende Tiefe verleiht. Damit folgt der Cocktail einem Trend, der sich in der gehobenen Barszene seit Längerem beobachten lässt: der Hinwendung zu komplexeren, weniger süßen Aperitifs, die aromatisch breiter aufgestellt sind und sich stärker an klassischen Bitter- und Kräuterprofilen orientieren. Hinter dem Produkt steht ein Mutter-Tochter-Duo, das mit seinem Aperitif „Anna Famosa“ bereits seit 2021 im deutschsprachigen Raum präsent ist und sich seither eine beachtliche Resonanz in Gastronomie und Fachhandel erarbeitet hat. Auffällig ist dabei weniger die bloße Ausweitung des Sortiments als vielmehr die strategische Positionierung zwischen Regionalität und internationaler Anschlussfähigkeit. Produziert wird in Deutschland, mit dem erklärten Anspruch, natürliche Zutaten zu verwenden und auf künstliche Zusätze zu verzichten. Solche Versprechen sind im Premiumsegment inzwischen erwartbar, doch sie bleiben ein entscheidender Faktor für die Glaubwürdigkeit junger Marken, die sich gegen etablierte italienische und französische Anbieter behaupten müssen. Die Rezeption durch die Branche deutet darauf hin, dass dies zumindest partiell gelingt. Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben und die Präsenz in ausgewählten Hotelbars sind Indikatoren für eine wachsende Akzeptanz, auch wenn Preise allein wenig über nachhaltigen Markterfolg aussagen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, den Aperitif aus der Nische herauszuführen, ohne seine handwerkliche Anmutung zu verlieren. Der geplante Markteintritt in die USA und nach Australien verweist auf diese Ambition. Gerade in den Vereinigten Staaten hat sich in den vergangenen Jahren eine experimentierfreudige Cocktailkultur etabliert, die offen ist für neue Produkte, zugleich aber hohe Anforderungen an Authentizität und Konsistenz stellt. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch der „Bellini Famosa“. Er ist weniger Revolution als Variation, weniger Bruch als Fortschreibung eines bekannten Musters. Seine Stärke liegt nicht in der radikalen Neuerfindung, sondern in der präzisen Verschiebung von Aromen und Erwartungen. Das mag unspektakulär erscheinen, ist aber in einem Markt, der von feinen Differenzen lebt, oft der entscheidende Schritt.

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