207 m hoch über den Dächern der Stadt, im „Sphere“ im Berliner Fernsehturm, beginnt die Vorfreude schon mit einem kleinen Wow-Moment: Berlin liegt einem zu Füßen, das Restaurant dreht sich langsam im 360 – Grad- Panoramablick. Fast vergisst man dabei, dass es hier auch ums Essen geht – bis die ersten Teller kommen. Und die haben es in sich.
Die Blini mit gebeiztem Lachs sind ein überraschend frischer Einstieg. Zart, leicht, mit genau der richtigen Portion Säure durch das Gurkenrelish. Dazu ein Hauch Schärfe vom Meerrettich – das macht Lust auf mehr.
Dann wird es deutlich üppiger: der gebackene Camembert. Außen knusprig, innen herrlich cremig, dazu diese intensive Trüffelnote – das ist Soulfood pur. Die Preiselbeeren setzen einen fruchtigen Kontrast, aber am Ende bleibt vor allem eines hängen: dieses Gericht macht einfach glücklich.
Frisches Brot, würzige Aufstriche, dazu knackige, süß-saure Gürkchen – man greift automatisch immer wieder zu.

Ein echter Hingucker ist der Toast Hawaii – und ja, hier darf man kurz schmunzeln. Aber was Tim Raue daraus macht, hat Stil. Buttrige Brioche, saftiger Schinken, eine feine Süße durch die Ananas und obendrauf eine edle Amarena-Kirsche. Nostalgie, aber in richtig gut.
Dann kommt die Blutwurst – und die zeigt, wie viel Berlin auf den Teller bringen kann. Außen kross, innen weich, fast schon cremig. Das Kartoffelpüree dazu ist wunderbar samtig, das Apfelkompott sorgt für die perfekte Balance. Deftig, ja – aber genau so soll es sein.

Und natürlich darf ein Schnitzel nicht fehlen. Saftig, goldbraun paniert, mit einer kräftigen Pilzrahmsauce und Spätzle. Das ist kein leichtes Gericht, sondern eines, bei dem man sich zurücklehnt und einfach genießt.
Am Ende ist klar: Im „Sphere“ geht es nicht um komplizierte Sterneküche, sondern um Gerichte, die Spaß machen. Klassiker, die man kennt – aber besser, als man sie erwartet. Zusammen mit dem Blick über Berlin wird daraus ein Erlebnis was man nicht so schnell vergisst.
