Emese Ács, Vanessa Schmit, Sascha Rustmeier, Katharina Rietz, Christian Rohde, Markus Brunnemann, Nataly Kludiabor, Andreas Scosati, Sascha Schwingel , UFA Back in Berlin am 17.09.2026Fot:o: UFA / O.Walterscheid
UFA kehrt nach Berlin zurück und eröffnet neues Hauptquartier
Mehr als 200 Gäste aus Film, Fernsehen, Politik, Wirtschaft und Kultur haben am Donnerstagabend die Rückkehr der UFA nach Berlin gefeiert. Unter dem Titel „Back in Berlin“ eröffnete das traditionsreiche Produktionsunternehmen sein neues Hauptquartier am Schöneberger Ufer. Der Blick von der Dachterrasse über die Stadt war dabei mehr als nur Kulisse. Die UFA verbindet mit dem neuen Standort einen organisatorischen Neuanfang und die Rückkehr an einen Ort, an dem ihre Geschichte einst begann.
Auf Einladung von UFA-CEO Sascha Schwingel und der Geschäftsführung kamen unter anderem Adriana Altaras, Aaron Altaras, Wolfgang Bahro, Tom Beck, Alice Dwyer, Annette Frier, Heike Makatsch, Katharina Thalbach, Natalia Wörner und Antje Traue. Auch Vertreter aus Politik und Medienwirtschaft waren dabei, darunter der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Björn Böhning sowie Andrea Scrosati, Group COO von Fremantle und CEO Continental Europe. Für den musikalischen Rahmen sorgten DSDS-Finalistin Constance Diezendorf und der Pianist Christopher Noodt. Die Gäste konnten zudem verschiedene Themenräume besuchen, in denen die unterschiedlichen Arbeitsfelder des Unternehmens sichtbar wurden.
Der eigentliche Umzug war bereits im Frühjahr erfolgt. Seit April arbeitet ein Teil der UFA-Belegschaft am Schöneberger Ufer 69, rund 140 Mitarbeiter sind dort inzwischen tätig. Der neue Standort ersetzt das bisherige Berliner beziehungsweise Potsdamer Gefüge nicht vollständig. Produktionen wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Ein starkes Team“ bleiben an ihren etablierten Standorten, während die Postproduktion der UFA Serial Drama nach Studio Babelsberg verlagert wurde. Die UFA organisiert ihre Arbeit damit weiterhin über mehrere Standorte hinweg.
Das ist insofern bemerkenswert, als die Rückkehr nach Berlin auch eine Entscheidung gegen die ausschließliche Konzentration auf den Medienstandort Potsdam-Babelsberg ist. Drei Jahrzehnte hatte die UFA dort einen wichtigen Teil ihrer Unternehmensgeschichte geschrieben. Bereits 2025 hatte das Unternehmen angekündigt, das Berliner Hauptquartier wieder in die Hauptstadt zu verlegen. Damals war von zunächst rund 130 Beschäftigten am neuen Standort die Rede.
Schwingel begründet den Schritt nicht allein mit räumlichen Erwägungen. Die Medienbranche befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Klassisches Fernsehen, Streamingplattformen, internationale Produktionsnetzwerke und veränderte Sehgewohnheiten haben die Bedingungen für Produzenten verändert. Für ein Unternehmen wie die UFA bedeutet das, kreative Entwicklung, Produktion und internationale Zusammenarbeit stärker miteinander zu verzahnen. Das neue Büro soll deshalb vor allem Begegnung und Austausch ermöglichen. Die UFA spricht von kreativer Zusammenarbeit über die einzelnen Produktionsbereiche hinweg.
Diese strategische Ausrichtung steht im Zusammenhang mit der internationalen Einbindung des Unternehmens. Die UFA gehört zu Fremantle, dem globalen Produktionsunternehmen innerhalb der RTL Group. Damit arbeitet ein traditionsreicher deutscher Produzent zugleich in einem internationalen Netzwerk, das Formate und Produktionen über Ländergrenzen hinweg entwickelt und vermarktet. Fremantle selbst führt die Gründung der UFA auf das Jahr 1917 zurück.
Berlin ist für die UFA dabei kein beliebig gewählter Unternehmensstandort. Die Geschichte des Unternehmens ist eng mit der Hauptstadt verbunden. Zugleich hat sich Berlin in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Zentrum für Film, Fernsehen, Streaming, Start-ups, Kultur und digitale Medien entwickelt. Die Entscheidung für das Schöneberger Ufer liegt damit an der Schnittstelle zwischen historischer Erinnerung und gegenwärtiger Medienwirtschaft. Die UFA selbst beschreibt den Umzug entsprechend als Rückkehr zu ihren Wurzeln und zugleich als Teil ihrer strategischen Weiterentwicklung.
Wie stark sich die Produktionslandschaft inzwischen verändert hat, zeigt auch das aktuelle Portfolio des Unternehmens. Unter dem Dach der UFA arbeiten Einheiten für Fiction, Serial Drama, Show und Factual sowie Dokumentationen. Produktionen entstehen für klassische Fernsehsender ebenso wie für Streamingdienste und andere Plattformen. Die UFA gibt an, mit ihren neuen und langlaufenden Programmen wöchentlich durchschnittlich mehr als 30 Millionen Menschen zu erreichen. Für das Jahr 2024 weist das Unternehmen auf seiner Website 6.500 Stunden Fernsehausstrahlung und eine Reichweite von 64,5 Millionen Zuschauern aus.
Die Feier am Schöneberger Ufer war deshalb weniger eine klassische Einweihung als eine Momentaufnahme des Umbruchs, in dem sich die deutsche Produktionsbranche befindet. Zwischen Dachterrasse und Themenräumen trafen Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Medienmanager und Politiker aufeinander. Die UFA stellte dabei ihre lange Geschichte aus, ohne sich allein auf die Vergangenheit zu berufen. Der neue Berliner Sitz soll vielmehr zeigen, wie ein Unternehmen mit mehr als hundert Jahren Geschichte versucht, sich in einer Medienwelt neu zu verorten, in der Herkunft weiterhin zählt, aber nicht mehr ausreicht.
