Am 27. Januar 2026 wurde in Berlin der DAT-Report 2026 vorgestellt, eine der wenigen repräsentativen Langzeitstudien zum automobilen Verbraucherverhalten in Deutschland. Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1974 gilt dieser Report als eine solide empirische Grundlage, auf der sich Autohersteller, Händler, Zulieferer, Werkstattbetriebe und politische Entscheidungsträger orientieren können. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) erhebt dafür jährlich Daten zum Neuwagen- und Gebrauchtwagenmarkt, zu Werkstattverhalten sowie zu Einstellungen der privaten Pkw-Halter und interpretiert sie im Kontext aktueller Markt- und Technologietrends. Er erscheint jeweils zu Beginn des Automobiljahres und nimmt das Vorjahr in den Blick.
Der DAT-Report 2026 dokumentiert, dass der Pkw als Alltagsmobil weiterhin eine zentrale Rolle im Leben der meisten Deutschen spielt. Über 80 Prozent der Halter sehen ihr Fahrzeug nicht nur als emotional bedeutsam, sondern als unverzichttes Verkehrsmittel für den täglichen Alltag. Dieser Befund unterstreicht die strukturelle Bedeutung des Autos jenseits urbaner Mobilitätsdebatten und relativiert die Annahme, der Pkw könnte kurzfristig an Relevanz verlieren.
Ein zentrales Ergebnis betrifft das Verhalten beim Autokauf und die Einstellung zur Elektromobilität. Trotz der zunehmenden gesellschaftlichen Präsenz der E-Mobilität zeigen viele Endverbraucher weiterhin Zurückhaltung. Laut DAT-Erhebung gaben 76 Prozent der Befragten an, ihr aktuelles Fahrzeug weiterzufahren, um technologische oder politische Entwicklungen abzuwarten, statt sich jetzt für ein elektrifiziertes Modell zu entscheiden. Diese Zurückhaltung ist nicht zwingend Ausdruck prinzipieller Ablehnung der Elektromobilität, sondern eher einer Mischung aus Risikoaversion und pragmatischen Alltagsüberlegungen. Die Erfahrung mit E-Autos nimmt jedoch zu: Der Anteil derjenigen, die schon einmal elektrisch gefahren sind, stieg gegenüber dem Vorjahr, und positive Erlebnisse – etwa beim Laden – korrelieren mit einer höheren Akzeptanz der Technologie. Besonders deutlich wird dies beim Zugang zur Ladeinfrastruktur: Für 72 Prozent der Pkw-Halter ist die Möglichkeit, zu Hause laden zu können, eine entscheidende Voraussetzung für den Kauf eines E-Autos.
Beim Werkstattverhalten zeigt der Report komplexe Dynamiken. Zwar sind die durchschnittlichen Werkstattbesuche pro Fahrzeug im Vergleich zu 2019 gesunken, gleichzeitig sind die Kosten für Wartung und Reparatur deutlich gestiegen. Dieses Auseinanderlaufen von Häufigkeit und Kosten führt dazu, dass viele Fahrzeughalter nur noch das Nötigste an ihrem Auto reparieren lassen. Ein weiterer Befund betrifft moderne Fahrzeuge: Jüngere Pkw bis zu drei Jahren wiesen im Durchschnitt häufiger Softwareprobleme auf als ältere Modelle, was Werkstätten vor neue Herausforderungen stellt. Trotz hoher Treue zum Kfz-Betrieb sehen viele Halter in der Werkstattkommunikation und im Serviceangebot weiterhin Optimierungspotenzial.
Methodisch beruht der DAT-Report 2026 auf einer repräsentativen Befragung von 4 666 Personen, darunter 2 598 private Autokäufer und 2 068 Pkw-Halter bezüglich Werkstattverhalten. Der Report umfasst 84 Seiten mit 108 Grafiken, die Trends und Verhaltensmuster in den Bereichen Autokauf, Mobilitätsnutzung und Servicenutzung abbilden.
Insgesamt liefert der DAT-Report 2026 ein nüchternes, datenbasiertes Bild des automobilen Marktes in Deutschland. Er zeigt, dass der Pkw trotz politischer und technischer Umbrüche weiterhin fest im Alltag verankert bleibt und dass Verbraucherentscheidungen von pragmatischen Erwägungen – etwa Ladeinfrastruktur, Kosten und persönlicher Erfahrung – geprägt sind. Die Studie verdeutlicht zugleich, dass der Übergang zu neuen Antriebstechnologien kein linearer Prozess ist, sondern ein längerer, von Unsicherheiten und infrastrukturellen Hürden begleiteter Wandel.
Wenn Sie weitere Details zu spezifischen Kapiteln oder Datenpunkten des Reports wünschen, kann ich diese gezielt analysieren.
